XIV Buch IV Capitel. z6i
so konnte der Wagen, welcher angespannt worden war, nicht zu der Thüre hinaus gebracht 1667werden. Noble und der Secretär, mußten daher ohne denselben, nebst dem Mandarin, Montanas,nach dem Pallaste zu gehen. Als sie daselbst angelanget, und durch vier starke Thore " '
hindurch gegangen waren: giengen sie über eine Vierthelmeile längst den Mauern des Pal-lasteö hin: und daraufkamen sie, durch ein fünftes Thor, in den innern Hof, wo die Pferdeund Ochsen zuerst von dem obersten Zou tap zin, ober Staatsrathe, in Augenschein genom-men wurden. Dieses war ein Tartar, der etwan sechzig Jahre alt seyn mochte; nur einAuge, und einen weißen Bart, hatte; und, weil er, wegen stines Verhaltens, seiner Tapfer-keit, und seiner Klugheit, in großem Rufe stund, beynahe das ganze Reich regierte. Erdeutete Noblen und dem Secretär an, daß sie etwas zurück treten sollten, weil der Kai-ser kommen würde, und, so bald sie ihn zu Gesichte bekämen, auf die Knie fallen möchten.
Die Pferde wurden von vier Holländern, und die Ochsen von zweenen gehalten» Diese Leutebekamen ebenfalls Befehl, auf die Knie nieder zu fallen.
Gleich daraufkamen vier Pferde mit gelben Satteln zu dem mittlern Thore des Hofes werden vs«hinein, in einer Entfernung von etwan zwanzig Schritten. Auf einem davon saßen Seine dem KaiserMajestät. Der Kaiser war von einer mittlern Größe, von sehr schönem Ansehen, und et-wan sechzehn Jahre alt. Er hatte einen blauen damastenen Rock an, welcher vorne, hinten, ,,„nmen'und auf den Schultern, mit gelben Kähnen gesticket war. Nachdem er die Pferde ziemlichlange beschauet hatte, lächelte er, und redete ihrentwegen mit dem obengemeldeten Staatö-bedienten. Darauf befahl er, ihm zwey Pferde vorzureuten, und ein Pferd, und einen Ochsennäher vor ihn zu bringen, damit er sie besehen könnte. Nachgehends stieg der Kaiser ab,und setzte sich auf eine kleine Bank. Die zween ersten Zou cay Zins saßen vier bis fünfSchritte von ihm, zur linken Hand, auf tuchenen Teppichten. Hierauf wurde Befehl ge-geben, Seiner Majestät, und den Holländern, mit einer Schale Bohnenbrühe aufzuwar-ten, welche diese letztem auf ihren Knien auStrunken. Als sie auf einige Fragen geantwortethatten, welche Holland, und die Gesandtschaft betrafen: so wurde das Vieh von ihnen ge-nommen , und in einen Stall, dem Thore gegen über, gebracht. Nach diesem wurden siebeurlaubet, nachdem sie den Kaiser, über eine halbe Stunde, sattsam hatten betrachten können.
Kaum waren sie zu Hause angelanget: so kamen zween Mandarine, und verlangten wie auch dirzween Holländer, welche den Stallknechten Seiner Majestät zeigen sollren, wie man die andern Ge-Pferde und Ochsen zäumen und satteln müßte. Gleich darauf folgte ein anderer, und den- schenke,tete ihnen an, daß man eilen sollte, die übrigen Geschenke in den Pallast^zu bringen. Ergab auch dem Gesandten zu verstehen, daß es ihm anständig seyn würde, wenn er zugegenwäre, und Achtung gäbe, ob etwas mangelte. Seine Excellenz begaben sich daher, mitihrem Sohne, Noblen, und dreyzehn andern Personen von ihrem Gefolge, auf den Weg.
Als sie in dem innern Hofe anlangten, wo der Kaiser, den Morgen zuvor, die Pferde inAugenschein genommen hatte: so fanden sie daselbst die Wagen mit den Gütern vor ihnen,und den Ta ran, oder Kanzler, auf dem Boden sitzen. Den Holländern wurde angedeutet,daß sie sich hinter ihm, auf Röcke niederlassen sollten, welche man, zu dieser Absicht, mitgebracht hatte. Als sie eine halbe Stunde lang gewartet hatten : kamen auch die zweenZou tay Zins oder Räthe des Kaisers, setzten sich auf ihre Stücken Tuch, und riefen denTa ran. Dieser fiel vor ihnen auf die Knie, und hörte ihre Befehle an. Diese bestundendarinnen, daß er zu dem Gesandten sagen sollte, rpie Seine Majestät zu wissen verlangten,
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