Reisen nach dein Reiche China.
66? ausgerichtet, welcher bereits in dem Vorhause war, um ihn zu empfangen. Dieser HerrMomanus. und er knieten erstlich nieder, und beugten ihre Häupter dreymal gegen den Pallast des
>-^' Kaisers: hernach nahmen sie ihren Plah. Der Ta ran saß oben an: zu seiner rechten
Hand aber, in einer geringen Entfernung, der Gesandte. Hinter ihm saßen Noble, put-mans, und der Secretär: und hinter diesen saßen die übrigen von dem Gefolge. In einerguten Entfernung, zur linken Hand des Kanzlers, saßen einige von den Li pus, und anderegroße Herren. Nachdem sie alle ihren Platz genommen hatten, wurde eine Schale Bohnen-brühe eingeschenket, und auf den Knien rund herum ausgetrunken. Als solches geschehen,wurden die Tische, worauf drey und dreyßig silberne Teller lagen, vor den Ta ran denGesandten, und diejenigen von feinem Gefolge, welche vom Stande waren, hingesetzet.Die übrigen wurden, je fünfe und fünf«, an einen Tisch gesetzek, der mit allerhand Früchtenund Selgebackeneö besetzt war. Darauf empfing ein jeder eine Schale von dem kaiserlichenGetränke, welches gleichergestalt von denen, die ein Belieben daran fanden, auf den Knienausgetrunken wurde, nachdem sie ihre Häupter geneiget hatten,welches der Als dieses geschehen war, fingen sie an zu essen. Die Lt pus, und andere großeHer-Kaiser an- ren, vor denen nur ein Teppicht-auf den Boden ausgebreitet war, und die weder Tisch nochstellete. Schüssel hatten, bekamen ihr Essen von dem Tische des Ta ran selbst geschicket. Als dieGesellschaft eine Weile gegessen hatte: fragte der Ta tan, ob die Holländer einige Säckemitgebracht hätten, um dasjenige, was übrig geblieben war, mit nach Hause zunehmen?Hierauf wurde geantwortet, daß sie dieses zu thun nicht gewohnt wären. Indessen ließ ereinige Säcke von seinen eigenen herbey bringen, worein die Dolmetscher das Essen unterein-ander warfen. Als der erste Gang der Gerichte weggeräumet war: so wurde ein zweyteraufgetragen. Auf die Tische des Ta tan, des Gesandten, und der übrigen Personen vomStande, wurden zwo Schüsseln und zweene Teller gesetzek. Auf die übrigen Tische derLeute des Gesandten, brachte man eine Schüssel gekochtes Schöpsenfleisch, und eine SchüsselLammfleisch. Jegliche Keule hatte wenigstens fünfzehn Pfund am Gewichte; und obgleichdas Fleisch nicht allzuwohl aussah: so war es doch überaus fett, und gut. Die Holländerhatten recht ihre Lust daran, als sie sahen, wie die Li pus, und die übrigen Herren , es sichso wohl schmecken ließen. Sie belustigten sich nicht weniger an der tartarischen Art zu essen,welche mehr viehisch, als menschlich, zu seyn schien. Als die Mahlzeit zu Ende war: sowurden die Schüsseln von den Soldaten abgetragen, und die ganze Gesellschaft kniete nieder,und beugete ihre Häupter dreymal gegen den Pallast des Kaisers. Hierauf beurlaubten sichdie Holländer.
Djttschreibcn Sobald der Gesandte nach Hause gekommen war, stellete sich ein Dolmetscher ei»,an die Ll pus. ur,d meldete ihm, daß nach vier Tagen ein zweytes Gastmahl, und zweene Tage hernachdas dritte und letzte, angestellet werden würde. Er sagte ihm auch, daß er sich zween oderdrey Tage nach diesem, zu seiner Rückkehr fertig machen müßte. Der Gesandte besorgte,es möchte die Antwort des Kaisers auf seine Bitte zu spät anlangen, so daß er nichts vondem, was darinnen enthalten wäre, würde geändert bekommen können. Er schrieb daher andie Li pus, und bath, daß er diese zehn Tage vor seiner Abreise die Antwort haben möchte.Als die Li pus hörten, daß Bothen von dem Gesandten angekommen wären: so ließen sieihm sagen, daß sie sein Anbringen bey der zweyten Mahlzeit anhören wollten. Den lMlkam der Gong lau ya, und wollte den Inhalt von der Bitte des Van wissen.Dieser gab ihm den Brief, der an die Li pus gerichtet war. Jener aber fürchtete sich, ihn
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