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Reisen nach dem Reiche China.
16;; Ungefähr ein Jahr zuvor geschah es, daß zweme von ihren Leuten, wovon der eineErzählung ein Chinese aus Ranton, der andere aber ein Dollmetscher, war, nach Peking kamenr>erIe«uiten.und den Mönch Ludwig Balion vor ihrer Thüre vorbey gehen sahen. Sie riefen ihn!
sehr ernstlich nach: Vater, Vater! allein er gieng immer seines Weges fort, als wenn erder die Hol- sie weder gehöret, noch gesehen, ,hätte. Und von dieser Zeit an nahmen sich die Mönche inländer. Acht, daß sie sich ihrem Hause nicht mehr näherten. Denn wenn sie die Holländer, oderirgend jemanden, der ihnen angehörte, besuchet hätten: so würde dieses wenigstens, in ge-wissermaßen, der Abschilderung entgegen gewesen seyn, welche sie gegen jedermann von ihnengemacht hatten. Diese beyden hakten viele große -) Männer bey Hofe bestochen, undsonderlich einen Tartar, einen kargen Filz, das Oberhaupt der Roli, und Vorsitzenden Rathin dem Gerichte der Gastfreyheit /). Diese Bedienung hat mit dem Amte unserer Cere-monienmeister eine Aehnlichkeit. Seine Verrichtung besteht darinnen, daß er die Fremdenaufnehmen, und ihre Geschäffte besorgen muß. Allein, die Jesuiten ließen den Mmh sowenig sinken, daß sie vielmehr noch stärker angefeuert wurden, und sich an den andern Vor-sitzenden Rath wendeten^), der ein Chinese war, und sich jederzeit als einen Freund dervorigen Miffionarien erzeiget hatte.
So wohl die Weil derselbe eine Vortheilhafte Meynung von den Büchern und Wissenschaften derChinesen, Europäer hegte: so überreichten sie ihm einen Abriß von dem chinesischen Kaiserlhume ä),worinnen eine Beschreibung von den Inseln, die an der Provinz Lokyen liegen, und eineKarte von Taywan, oder Lormosa, befindlich war. Dieses alles zeigte ihm der Jesuit,und nahm daher Gelegenheit, nicht nur die Noth, in welche die Holländer dieses Evlandgebracht hätten, sondern auch die bevorstehende Gefahr vorzustellen, der das ganze Kaiser-thum insgemein, und Lokyen insbesondere, durch die Nachbarschaft eines solche» Feindesausgesetzt seyn würden. Er fügte hinzu, daß, so lange die Holländer in dem Besitze vonLormosa bleiben würden, weder Sven chew noch Chin chew r) jemals sicher oder inblühendem Zustande seyn könnten. Dieser Mandarin bezeugte ein überaus großes Ver-gnügen über das Buch, und versprach, dasselbe der Versammlung zu zeigen , welche wegender Holländer gehalten werden sollte. Er fügte hinzu, daß sie daselbst nimmermehr ihreAbsichten erreichen würden: ob ihm gleich gar wohl bewußt wäre, daß sie den König vonAanton,und viele andere vornehme Bedienten bey Hofe, bestochen hätten. Denn, sagte er,ich werde niemals zugeben, daß sie einen festen Luß in China bekommen, oderdaß ihnen irgend einiger Handel mir diesem Reiche zugestanden werde. Was erversprochen hatte, führte er auch, in Gesellschaft mit andern Chinesen von seiner Partey,aus, ungeachtet sich die Tartarn noch so stark darwider setzten. Diesen legte er endlichauch das Buch vor, welches bey ihnen sehr hoch gehalten wurde, weil es in chinesischerSprache geschrieben war.
als Tartarn Kurz, die Tartarn wurden endlich selbst, durch das ausgesprengte Gerüchte und durch
werden ge- den Argwohn, den alle vornehme Hofbediente gegen sie schöpften, bewogen, die HolländerWonnen. zuletzt
-) Hieraus ist klar, daß sie ebenfalls mit den hol-ländischen Gesandten nach Peking gekommen sind.
/*) Oder der Gebräuche.
§) Denn seit der tartarischrn Eroberung habenalle ihre Gerichte zwey Oberhäupter oder Vorsitzende
Räthe. Der eine ist ein Tartar: der andere aberein Chinese.
ä) Beym Ggilby heißt dieses Werk ein Spie-gel oder Schauplatz ihres Theiles der Welt.
r) Oder Lhang ckew. Beym Ogilby! CmChru. Dieses sind Städte in Fokyen.