Band 
Fünfter Band.
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383
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XIV Buch V Capitel. Zgz

zuletzt kn ihren Wohnungen einzusperren. Sie versagten ihnen nicht nur die Freyheit, ir- 1655gend etwas zu verhandeln, oder auch nur das nothwendige einzukaufen; sondern sie wollten Erzählungihnen auch nicht einmal gestatten, sich bey denen Lustbarkeiten einzufinden, zu welchen sie derIesimen .von einigen vertrauten Freunden des Unterkönigö zu Ranton eingeladen waren. Esdurfte sich auch niemand unterstehen, sich nur vor ihrer Thüre niederzusetzen. Die Hollän-der fingen nunmehr an, an einem glücklichen Erfolge in ihren Verrichtungen zu verzweifeln,und leugneten, daß sie in der Absicht gekommen wären, einen Handel aufzurichten. Siegaben vor, ihr Geschaffte bestünde nur darinnen, daß sie dem Kaiser zu seiner neuen Ero-berung K) Glück wünschen wollten. Und da dieses geschehen wäre, so verlangten sie nunmehr,daß man sie wiederum abreisen lassen möchte. Solchergestalt richteten der Verfasser undBallon, indem sie die Eigenschaften der Nation an den Tag legten, so viel aus, daß ihnennicht nur die Chinesen und viele von den Tartarn, welche zuvor größtentheilö noch keinePartey ergriffen hatten, immer abgeneigter wurden, sondern daß auch diejenigen in einigesSchrecken geriethen, welche durch ihre Geschenke bestochen worden waren. Indessen schreibtder Jesuit diesen Erfolg gänzlich dem göttlichen Beystande zu /), in Erwägung, daß dieArmuth der Missionarien mit dem Ueberstusse der Holländer zu kämpfen hatte. Denn zuPeking wird, wie in dem alten Rom m), alles gekaufet und verkaufet.

Weil der Jesuit Johann Adam vielen Zutritt bey dem Kaiser hatte: so gaben sie Dem Kaiserihm den Einschlag, daß er Seiner Majestät die Sache vortragen sollte. Dieses war in der werden fal.That eine bedenkliche Sache, weil alle Sachen von großer Wichtigkeit in den Gerichten ab- lche Begriffegehandelt werden müssen, und der Kaiser sich größtentheils nach ihrem Ausspruche zu rich- beygebracht,ten pfleget. Außerdem mußte man auch besorgen, diejenigen, welche den Holländern ge-neigt waren, möchten dadurch gereizet werden, zu behaupten, daß dasjenige, was Adamund die übrigen Mitglieder seiner Gesellschaft gethan hatten, bloß aus Neid und aus Hab-sucht herrühre, damit nämlich der Handel von Ranron, den die Portugiesen führten, ingrößeres Aufnehmen gebracht, und alle übrigen Völker davon ausgeschlossen werden möch-ten , deren Handel doch, allem Vermuthen nach, für das Reich weit vortheilhafter seynwürde. Indessen wagte es Adam , mit dem Kaiser zu sprechen; und dieser neigete sich,ihm zu gefallen, auf ihre Seite, wodurch sodann allen Widersprechern das Maul gestopfetwurde. Der Mönch, Johann Valleat, ließ es sich sehr angelegen seyn, den Adamanzutreiben, welcher in seinem Briefe an den Mönch Visidore ») vom Hornung des Jah-res 1655-6, von seinem Verfahren in dieser Sache Nachricht ertheilet 0).

Die Geschenke theilten sie in vier Theile ab. Einer sollte für den Kaiser; der zweyte Eintheilungfür seine Mutter; der dritte für die Kaiserinn. Diese dreye hatten ihre Aufschriften. Der berGeschenke.vierte bestund in einem besondern Geschenke von den beyden Abgesandten. Diese Einthei-lung war listig ausgesonnen, um die Gunst aller Parteyen zu gewinnen. Doch waren dieHolländer nicht selbst auf diesen Einfall gerathen; ob sie schon Meister in solchen Künstensind: sondern der Unterkönig von Aamon , der auch neue Briefe an statt dererjenigen ver-fertigte,

ö) Dieses ist offenbar falsch; denn sie erhielten ») Johann Adam Gcbaal, oder Scaiiger,sogar Erlaubniß zu handeln. Siehe den Brief des wurde zu einem Mandarin gemacht.

Kaisers. 0) Ein Auszug aus dem Briefe, welcher an die-

/) Als wenn die Gottheit zn Betrug und Uebel« sem Orte ganz eingerückt ist, wird nachgehends mit-thaten ihren Beystand verleihen könnte. getheilst werden,

m) Warum nicht auch das neue Rom s /-) Vgilbfs China I Band, a. d. zso u. f. S.

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