XIV Buch VII Capitel. 4°s
aus sehr dunkelblauem Steine gemacht. Sie liegt tief in der See, und ist vor vielen Men- rb; 8schenaltern, ohne Kalk gebaut, und gleichwohl noch außer Gefahr einzufallen, weil die L^avareue.Steine einer in den andern mit Mörtel verbunden sind. Fünf prächtige Thürme befinden ^ ^
sich darauf, in gleichen Weiten von einander, mit starken Thoren, an denen Soldaten-wache ist o).
Drey Tage darauf, trafen sie den General von Fo kyen an, der mit zwanzigtausend Pracht derMann nach Chang chew zog. tJavarerre gerieth bey dieser Gelegenheit in große Be- Generalsstürzung, und er weis nKht, wie es ihm ohne die beyden vorerwähnten Chinesen würde von Fv tuenergangen seyn. Nicht, daß ihn jemand angeredet, oder die geringste Beleidigung ihm amgethan hätte, sondern, weil er nicht reden, oder auf Befragen einige Nachricht ertheilenkonnte, wer er sey. Er gieng im Angesichts des Feldherrn vorbey, der sich unweit desUfers befand, und einen so ansehnlichen und prächtigen Aufzüg machte, als man sich vor-stellen kann. Es war erstaunlich, seine Maulthiere, Kamele und Pferde zu sehen.
Als sie bey dem Hauptheere vorbey waren, und dachten, alles wäre zu Ende: so ent- HssEekdeckten sie, zu nicht geringer Beunruhigung unsers Missionärs, einen neuen Haufen. Es der Sold«-waren lauter Pickenirer, und sie nahmen beyde Seiten des Weges ein. Weil indessen seineBegleiter noch zurück waren, nach ihren Sätteln und ihrem Geräthe zu sehen: so gieng er ganzallein mitten durch sie, und versichert, er wolle lieber durch zwey tartarische Heere, als durchein spanisches gehen />). Sie sahen Landhäuser und Flecken mit Obste, und Speisen inLäden zum Verkaufe ausgesetzt, als ob keine Soldaten vorbey gezogen wären. Es ist uner-hört , daß die Soldaten in diesen Ländern die Unterthanen beleidigt hätten. Wenn also gleich welche vonein Heer durch eine Stadt oder einen Flecken zieht, so werden die Einwohner dadurch im der gutengeringsten nicht beunruhigt, und niemand erkühnet sich, ohne Bezahlung des ordentlichen KeiegszuchtPreises, nur das geringste wegzunehmen. Vor dem Jahre hatte ein Soldat einen halben -Pfennig zu wenig für etwas von ihm gekauften Reiß bezahlt, und ward auf Klage desVerkäufers gefangen genommen, und enthauptet. Die Chinesen, und itzo die Tartarn,sagen: die Soldaten waren dazu da, daß sie die Leute vor der Beleidigung des Feindesschützen sollten; thäten also die Soldaten dem Volke leid: so würde es zweenen Feinden aus-gesetzt seyn, und alsdann wäre es bejser, kein Heer aufzurichten; denn das Volk hättealsdann nur einen Feind, mit dem es besser zurechke kommen würde, als mit zweenen.
Unweit Lo chew, der Hauptstadt von Fo kyeir, sandte er seinen Chinese» in die Stadt, ffuchewfu.die Kirche aufzusuchen, und zu sehen, ob sich ein Pater daran befände. Indessen führteihn seine Begleiter in ein Wirthshaus, so gut, als eins in ganz Italien seyn mag. Siegiengen durch zweene Höfe, und fanden eine Tafel mir tausend Leckerbissen bedeckt, daß ihndauerte, daß es der heilige Abend vor Sc. Simon und Judä war. Der Chinese kamzurück, und brachte einen Christen aus der Stadt mit sich, welches ihn wieder aufrichtete:der Geistliche aber versteckte sich, soviel er urtheilen konnte, daßNüvarette weder ihnsah, noch in seine Kirche gieng.
Zweene
nr) Navacette englische Sammlung l Band, o) LTüvarertc am oben angef. Orte a. d. zs S.avf der r>;8 und folgenden Seite. /,) Die europäischen Soldaten würden eben so
») Die holländischen Gesandten, die über selb!- wohlgezogen seyn, wenn man die gesellschaftlichenge gegangen sind, reden ohne Erstaunen davon. Tugenden in den westliche» Theilen der Welt soSiehe oben auf der 290 Seite. sehr triebe, als in den östlichen.
Allgem. Reiftbeschr. V Band. Fff