XIV Buch VII Capitel. 4--
Der Missionar kam mit seinem Geschenke heraus, und meldete, er hätte dieses Wenige in 16 ; 8Ordnung bringen wollen, es ihrer Herrlichkeit zu senden. Er betrachtete alles, bezeugte Navarettesei» Wohlgefallen darüber, und befahl, es aufzuheben. Der ganze Werth belkef sich auf' * '
zwey Stück von Achten, aber seine vorherige und nachfolgende Höflichkeit verdiente viel-mehr. Ob er wohl die Kirche oft gesehen hatte, so fragte er doch nicht darnach. Er meldetedem LTavarette des Kaisers Befehl, und überlieferte ihn dem Obersten desselben Quartiers,wobey er zuerst fragte, ob sich noch ein anderer Europäer hier befände? Die Beamten lie-fen wie rasende Tyger hinein, sich alles, was sie fanden, zu bemächtigen, trafen aber nichtsan, als des Mönchs Breviarium, seine Horas, St. Augustins Betrachtungen, und an-dere Kleinigkeiten, davon er glaubte, sie würden solches nicht nehmen. Der Quartier- Sein erwäg-oberste, ein sehr redlicher Mann, sah bey Nacht nach des Gefangenen äußern Thüre, ohne Ge-an eine Hinterthüre zu denken, die er hatte, und sagte zu ihm: Pater, ich weis wohl,daß ihr nicht fortlaufen werdet; ich thue solches nur, den Vorbeigehenden zuzeigen, daß ich meine Verhaltungsbefehle beobachte. Sie brachten ihn hierauf vorden Oberrichter, der ihm ein Boot verstattete, ihn zu dem Vorgesetzten der Hauptstadt zubringen. Seinen Gedanken nach, ist er, was die Art des Gefängnisses anbetrifft, so gutals einer davon gekommen; rechnet es aber seinen Sünden zu, daß ihm Gott nicht verstattet,wie so viel andere, für seinen heiligen Namen zu leiden r).
Die Eroberung von Am wha kam den Tartarn hoch zu stehen. Ma tpe ta, der Belagerungtartarische Feldherr, versprach, die Einwohner nicht zu beleidigen: nach der Uebergabe aber von Kinforderte er alle Bürger zusammen, und gab seinen Leuten ein Zeichen zum Angriffe, welcheihrer vierzigtausend niedermachten. Er war ein grausamer Mann, und er ward einigeZeit darauf bey Hofe hingerichtet. Die Stadt ward sehr zerstöhrt, gleichwohl zahlte sie zudes Verfassers Zeit funfzigtausend Ducaten jährliche Taxen. Li ki ergab sich ohne Schwerdt-streich, und kam solchergestalt unbeschädigt davon. Der Handel ist allda stark, und dieAbgaben belaufen sich jährlich auf siebenzigtausend Ducaten. Daselbst wird das beste Getränkvon ganz China aus Reiß gemacht, und es ist so gut, daß man dabey den europäischen Weinnicht vermißt. Ihre Schinken sind die besten im Reiche, und geben den schmackhaftesten inSpanien nichts nach. Der Preis ist festgesetzt; ein Pfund von zwanzig Unzen kostet einenPfennig, und ein Pfund vom besten Weine gilt eben so viel. Steigt er ja, so bedeutetes nicht gar viel k).
Sobald ihm ei» Boot angewiesen war, sann der Beamte, der ihn führen sollte, auf Er reist ab.Erfindungen, Geld von ihm zu bekommen. Diese Art von Leuren ist in der ganzen Weltgeizig, aber doch mit dem Unterschiede, daß in China ein obrigkeitlicher Bedienter mitetwas wenigem zufrieden, und dafür dankbar ist, da man anderswo mit sehr vielem nursehr wenig ausrichtet. Navarerre befürchtete, dieser Mann sey ihm zu eifrig, und würdeihm auf dem Wege zu beschwerlich fallen; daher sandte er einen Bothen zu dem Gerichtsschrei-ber mit zweenen Reale» von Silber /), und ließ ihn bitten, ihm einen höflichern und leut-seligern Mann zuzuordnen. Der Gerichksschreiber nahm das Geld an, und sagte zu demAbgeschickten: Euer Herr hat ein scharfes Auge; weil er aber diefen Mann ken-net,
r) Er stellet einige von denen, die viel ausstun- ^ ^ L^avarette auf der rasten und folgenden. , , . ' „ Seite.
de», als ttichtSwürdige Leute vor. Welche einen Schilling machen.