Band 
Fünfter Band.
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417
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Falsch« Ger.rächte,

und Wun-derwerke.

XIV Buch VII Capitel. 4-7

Unter verschiedenen ungegründeten Gerüchten, war auch eines, die Bsnzen brächten r 6 5 Fhäufig Geld zusammen, um die Mitglieder des Ceremonienrathes wider die Miffionarien zu Navarerte.bestechen. Ein starker Beweis, daß sich dieses nicht so verhalte, ist, daß die Bonzen zu. gleicher Zeit selbst verfolgt wurden, und also, wenn sie bestachen, solches sich zu befreyen,i und nicht andern zu schaden, thaten. Mit eben so wenig Wahrheit ward vorgegeben, weil^ man das Urtheil, sie hinzurichten, unterzeichnet habe, sey eine Feuerkugel auf den Pallastgefallen -7), und habe viel Unglück angerichtet, u. s. f.

Selbst die angegebene Gelegenheit zu diesem Mahrchen war falsch; denn man hatte sienie zum Tode verurtheilt. Der Auöspruch des Ceremonienrathes wider sie, ward vonden vier Statthaltern umgestoßen, die nur in ihre Verbannung willigten. Johann Ada-, mus ward zwar verurtheilt, in Stücken zerhauen zu werden: allein dieses ward bis auf das

. Viertheilen herunter gebracht, und auch dieses geändert. Sie wollten auch das letzte Urtheil

nicht zulassen, sie alle in die Tartarey zu verbannen. Es ist wahr, daß sich verschiedeneTage vor der Verfolgung ein Komet zeigte: aber den sah man in Europa auch. Mein«

. Meynung, saget LTavarctte, nebst des Jesuiten Luveli, ist, das Christenthum sey dortnoch nicht so weit gekommen, daß Gott zu dessen Vertheidigung Wunder thun sollte.

Die viere, die zu Peking blieben, wurden deswegen daselbst behalten, weil sie alle Ankunft zudes Kaisers Brodt gegessen hatten. Adamus war ein Krüppel, und starb bald »-), die an- Kants«.

, dem drey wurden fast zwey Jahre in genauer Gefangenschaft gehalten. Die übrigen brach-ten auf der Reise nach Makau sechs Monate und zwölf Tage zu. Wegen des harten Win-ters, stunden sie in ihren Booten sehr viel aus. Sie wurden vor den obersten Statthaltervon Ranton gebracht, der in seinem Prachtsessel mit mehr Majestät, Aufwartung, undEhrerbiethung, als irgend ein Fürst in Europa, saß, und ihnen meldete: des Kaisers Be-fehl gienge dahin, sie zu den Leuten von Makau zu bringen; weil sie aber itzo mit dieserStadt in einem Zwiste lebten: so sollten sie zu Ranron bleiben, bis die Sache beygelegtwäre. Von hier wurden sie in ein Haus gebracht, das die Jesuiterkirche gewesen war.

Weil sie bey Nacht hinein kamen, so konnten sie erst mit vieler Mühe ihre Sachen finden,und sich zur Ruhe legen; denn es war weder Feuer noch Licht, nicht ein Bissen zu essen, nochWasser zu trinken, da.

Sie brachten etliche Tage sehr unruhig zu. Der Statthalter sandte ihnen, auf zweymal, zweyhundert und fünfzig Ducaten in Silber /); welches ein großmüthiges Allmosenwar, und ihnen sehr wohl zu statten kam. Aber wer hätte sich einbilden sollen, sagetder Verfasser, daß ein Herde so gütig gegen uns seyn würde? Vermittelst dieser Hülfeerhielten sie einige kleine Cellen, und lebten in solchen sehr zufrieden. Der Zwist mit Ma kauward für diese Stadt sehr gefährlich; denn es kam so weit, daß sie solche zerstören, und alleEinwohner nach Ranron bringen wollten.

Weil die Miffionarien so zwischen Hoffnung und Furcht schwebten, so kamen ihrentwegen, Ansuchen beyim Weinmonate des Jahres 1669, kaiserliche Befehle an. Die bey Hofe waren, hatten dem Kaiser.Seine Majestät gesprochen, und fanden Mittel, einige Regulos und Räthe zu gewinnen,

daß

englischen Ausgabe in Folio, nicht, ihren Lesern hier r) Nach dem du-Halde, II Band, a.d.iSS-englr-von Erdbeben, Fenrr vom Himmel, und andern sehe Ausgabe in Folio, waren diejenigen , die nach

Abencheuern vorzuschwatzen,r) Er starb l666, im 77 Jahre seines Alters.

Allgem. Reisebeschr. V Band.

Ramon gierigen, drey Dominicaner, ein Fran-ciseaner, und ein und zwanzig Jesuiten.

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