418 Reisen nach dem Reiche China.
1669 daß sie eine Bittschrift für sie überreichten, deö Inhalts: ihr Feind habe den JohannNavarette. Adamus wegen der Mathematik ungerecht angeklagt; die Christen waren gute Leute; seit
'-—'ihrer ersten Ankunft, habe keiner eine Unruhe erregt; man habe also keine Ursache, eine
Empörung zu befürchten; und diejenigen, die nachMakau verbannt wären, möchten nachder kaiserlichen Residenz gebracht werden.
Die Absicht Hiebey war, ihnen Erlaubniß zum Aufenthalte im Kaiserthumc zu ver-schaffen: denn man war Willens, wenn sie nach Peking gekommen wären, vorzustellen:da einige von ihnen alt, andere krank wären, so möchte man sie zu ihren Kirchen zurück-kehren, und da sterben lassen. Die drey Jesuiten hatten zuvor von dar geschrieben, es würdesicherlich alles gut für sie laufen: Navarette aber und Bruder George waren nicht derDessen Be- Meynung. Des Kaisers Worte waren: Jlang quang syen verdienet den Tod, aberfehl darauf, wegen seines Alters wollen wir ihm aus Grosimurh und Gnade für dasmal ver-geben, und auch seiner Frau und seinen Rindern die Strafe der Verbannung er-lassen r). Es ist unnörhig, die fünf und zwanzig, die zu Ma kau sind, nach Hofezu bringen, was das Gesetz des Herrn des Himmels betrifft: so können Pa-ter Verbieft und die andern solches ferner, wie bisher, beobachten, weitertraue ich nicht, ihnen etwas zu verstatten. Besonders was die Erbauung derRiechen in andern Provinzen, oder Bekehrung der Leute zu besagtem Geseyebetrifft, um solches, wie zuvor, fortzupflanzen. Man melde ihnen, daß sie nichtpredigen sollen. Das übrige war wie in der Bittschrift «).
Der m Abschnitt.
Des Verfassers Entrinnung nach Ma kau, und Nachricht von einer
portugiesischen Gesandtschaft an den Kaiser, im Jahre 1669.
i) Des Verfassers Entrinnung nach Ma kau, nebst Beschreibung
dieser Stadt.
Der Verfasser geht von Kanton ab. Er ist in ten. Wie sie Ma kau erlangt habe». Einwvh-großer Furcht, entdeckt z» werden. Kommt ner und Reichthum der Stadt- Ihre Szärke.glücklich nach Ma kau. Die Portugiesen setzen Befestigung. Drey Forts. Vier Bollwerke,sich zu Ma kau. Lage der Stadt. Der Han- Pulvermühle. Erster Stattholter. Derselbedel ist sehr in Verfall gerathen. Schlechter überlistet die Jesuiten. Bemächtiget sich St.
Zustand der Portugiesen. Ihre boshaften Tha- Paul. Handel zu Kanton. Waaren z» Makau.
Der Verfas- 5 V^ach diesem berathschlagten sich die verbannten Missronarien, ob sie nach Ma kau ge-ser gehr von ^ ^ hen, oder zu Ran ton verziehen sollten. Die meisten waren für die Wegreise; dennKanton ab. sie hatten die Freyheit dazu. Andere hielten für besser, zu bleiben, damit sie, wenn mansie etwan wieder in ihre Kirchen einsetzen sollte s), gleich da wären. Der Verfasser aberbeschloß, wegzugehen. Den raten des Christmonats, als den Tag, den er zu seiner Abreise an-gesetzt hatte, gieng er heimlich aus, unter dem Vorwande, dem portugiesischen Gesandten auf-zuwarten, und begab sich in eines chinesischen Kaufmanns Haus, der ein Christ, aber nichtallzu reich war. Den folgenden Morgen, noch vor Anbruche des Tages, giengen sie in ein
Reiseboot,
Wenn ein Mann hingerichtet wird, so werden sein« Frau und Kinder verbannet.