Band 
Fünfter Band.
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420
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Narmrettc.__-

Die Portu-giesen setzen

sich zu Ma-lau.

Dessen Lage.

Der Handelist sehr gefal-len.

Schlechter

Zustand

422 Reisen nach dem Reiche China.

sie konitten, und kamen bey den Wachen vorbey, die langst dem Ufer stunden. Weil sichder Wind immer herumdrehte: so geriethen sie in einige Furcht, und das kleine Boot schöpfteso schnell Wasser, daß sie es nicht genug ausleeren konnten. Gleichwohl landeten sie diese Nachtum neun Uhr an des Capitangenerals Thüre. Um das Kloster nicht zu beunruhigen, gienger zu einem Freunde, wo sie erstaunten, daß sie ihn sahen. Dieß war der -8te des Christ-mouatö, an welchem Tage der berühmte Procurator eines Klosters dieser Stadt, BruderNeyes, starb, der daselbst große Unruhen verursacht hatte 6).

Obwohl die Mandarinen auf der Küste, ihres Vortheils wegen, den Chinesen durchdie Finger gesehen haben, daß sie des Handels wegen in fremde Länder gesegelt sind: so ver-biethen ihnen doch ihre alten Gesetze, Fremde in ihre Hafen zu lassen, und mit solchen zuhandeln; daher hatten die Portugiesen, als sie diese Gegenden zu besuchen anfingen, keinensichern Hafen, und kein Mittel, einen zu erlangen. Sie hielten sich einige Jahre in demEylande Shan chwang r) auf, wo St. Franz Lavier starb. Einige Jahre giengensie nach der Provinz Lokyen üi), ein andermal nach der Stadt LIing po, in der ProvinzEhe kyang, aus der sie zweymal, und das lehtemal mit übelm Begegnen, vertriebenwurden. Sie griffen den Platz, wo Ma kau steht, aber mit unglücklichem Erfolge, an.Sie kehrten zurück, und auf die Nachricht, welche die Mandarinen von Aanrsn an denKaiser gesandt hatten, verordnete er, sie sollten daselbst ungestört bleiben, und für ihreWaaren Zoll und Abgaben bezahlen.

Der Plah ist eine Halbinsel, oder ein kleines Stück Landes, das von der Insel e) ab-geht, und nicht eine Meile im Umkreise hat. In diesem kleinen Umfange sind Höhen undThaler, und alles ist voller Felsen und Sand. Die Stadt enthält fünfKlöster, drey Pfarr-kirchen, das Haus und die Kirche der Miscricordia oder Barmherzigkeit, das Hospitalvon St. Lazarus, und das Seminarium derJesuiten, ein großes Fort und sieben kleine.Alles zusammen ist sehr unordentlich angelegt, weil man ein jedes Stück einzeln gebaut hat.Nach der Zeit ist es ein bischöflicher Sih geworden.

Durch den Handel von Japan und Manilla, ward diese Stadt sehr reich, ist aberdoch, mit der letztem nicht weiter zu vergleichen, als Vallecas mit LVadrid /). Ueber-dieses sind die Leute von LVanilla frey, und zu LVa kau Sklaven. Als aber der Handelvon Japan fehlte, so fing Ma kau an, in Abnahme zu gerathen; und als dervonMa-nilla aufhörte, so ist es gar zu Grunde gegangen. Man sah dieses sehr deutlich aus ihremMangel. Die Klöster, die einige Jahre zuvor vier und zwanzig Geistliche erhielten, konn-ten zu des Verfassers Zeiten kaum drey ernähren.

Ma karr hat wegen der Häuser und Kirchen den Chinesen beständig Grundzins, wieauch wegen der Schiffe, Ankergeld gegeben. Wenn die Stadt an den Mandarinen, dersich eine Seemeile von da aufhält, etwas anzubringen hat, so gehen sie alle zusammen,Mit Stäben in den Händen, und suchen darum kniend an; zur Antwort schreibt dieser Vor-gesetzte ihnen folgender Gestalt: dieses barbarische und viehische Volk verlanget dasund das, man soll es ihnen gestatten oder versagen.

Seitdem die Tartarn das Volk genöthigt haben, sich von den Küsten tiefer ins Land zuziehen, um die Unternehmungen der Chinesen von ^abello F) Zu verhüten, so fingen sie

an,

ttavarette auf der «nb folg. Seite. ) Am Klusse Ebl» ches oder Echang chew.

c) In derGrnndschrift: choang. e) Siehe oben Acubofs Beschreibung.