XIV Buch vn Capitel. 4-5
von dem Unter-könige Abschied zu nehmen, (denn ohne dessen Befehl können sie nicht abreisen) 1669ist er nie zu sprechen, allezeit unpaß oder außer der Stadt, bis ein neues Geschenk einlauft, Navarette.das ordentlich noch einmal so groß als das erste ist. Nach diesem müssen sie zu An str 011 Zoll' '
geben, und eine Bedeckung von zehn oder zwölf Ro yas r), mit zween Mann an jedemRuder, und einer Wache von zwanzig Soldaten, mitnehmen.
Viel Chinesen gehen zu Ma kau durch die Straßen, und in die Häuser, ihre Waaren DieChinest«zu verkaufen; und wenn sie hören, daß ein Fremder angekommen ist, so dringen sie fö M beschwer,haufenweise herzu, und sind so beschwerlich, daß man sie mannichmal aus feiner Wohnungtreiben muß.
Der Verfasser, der an allen Pläßen der Portugiesen in Ostindien gewesen ist, hält Ma-- Waaren zukau für den besten, stärksten, und vermöge der Handlung für den reichsten. Diese besteht in da kau.Gold und Silber, roher und gearbeiteter Seide, Brocade, Perlen, Rubinen, Muskuö,feinen Porcellan, Chinawurzel, Rhabarbar, und einer fetten Erde aus den Nordländern,daraus sie die Tinctur ziehen »).
2) Die portugiesische Gesandtschaft all den Kaiser von China.
Des Gesandten Aufnahme zu Kanton. Erdich- nach Hofe gesandt. Chinesische Fallstricke,tungen der Portugiesen. Sein Stolz wird Den Holländern wird die Handlung nach Kan-gedämpft. Er wird nach langem Verzüge ton untersagt.
Anderthalb Jahr nach Verbannung der Miffionarien nach Ma kau s), langte ein Ge- Empfang zir^ sandter von (80a daselbst an, als ob er vom Könige von Portugall käme. Er ward Kanrou.krank in Ranron gebracht, schlecht bewirthet, und als ein falscher Gesandter angesehen,über welchen Umstand einiger Streit entstund. Sein Secretär, ein Gesellschafter von ihm,und ein Caplan, hatten Gehör beym Statthalter, der ihnen befahl, aufbeyden Knien dieErde nnt der Stirn zu berühren, welches eine große Beschimpfung war. Hierauf fragteer nach des Gesandten Range, und der Caplan glaubte, solchen sehr vornehm zu machen,und sagte, er sey Hauptmann zu Pferde gewesen. Der Statthalter lachte und antwortete,seine Bedienten wären Hauptleute zu Pferde, und viele große Befehlshaber. Er gab demKaiser davon Nachricht, und sandte sie in die Hauptstadt mit Befehl, sie sollten inner-halb der Mauer aufgenommen und auf sie Acht gegeben werden: es wurde ihnen aber ein Erdicht»«-elendes HauS angewiesen. Ob dieses gleich öffentlich bekannt war, so schrieben doch die «MderPor-Portugiesen das folgende Jahr nach Goa, der Abgesandte sey mit den größten Ehrenbezeu- kuglest,».Zungen von der Welt aufgenommen worden. Der Regulo sey ihm mit Galeeren vollerMusik, die mit Flaggen und Wimpeln geziert gewesen, entgegen gekommen; er hätteSeine Excellenz in solche aufgenommen, und nachgehends wären dieselben in einen prächti-gen Pallast gelegt worden, und vieles dergleichen mehr. Die Missionarien erstaunten überdiese Nachricht, obwohl der Urheber derselben schwerlich zu errathen war. Wer so wasgesehen hat, saget der Verfasser, der wird sich nicht wundern, wenn sie sagten, China wärenicht in der Welt.
Als
a) Dieß muß im Jahre 166; oder 1666 gewe- S) Luang cherv fu oder Lanto«.sen seyn.
Allgem. Reisebeschr. V Band. H h h