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Fünfter Band.
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Reisen nach dem Reiche China.

507 Sie kamen einst bey einem Berge vorbey, auf dem einer von ihren Tempeln stund, dale Lomre. sie denn, außer den ordentlichen Ceremonien, als Speiseopfern, Lichter und Räuchwerk anzün-pe,i, Goldpapier in die See werfen, und unsäglich viel solcher Possen machen. Alle beschäfftiz-Ihre Opfer. ^ ^ fünf oder sechs Stunden lang zusammen, ein kleines Fahrzeug, wie ihr eigenes, vierFuß lang, zu machen. Es war sehr künstlich, mit Masten, Tauen, Segeln und Flag-gen, Compaß, Rudern und Schaluppe, Gewehre, Küchenvorrathe, Lebensmitteln, La-dung und NechnungSbuche. Sie hatten auch so viele Stückchen Papier, als Leute imSchiffe waren, gefärbt, und an ihre gehörigen stellen gesetzt. Diese Maschine ward aufzweene Stocke gesteckt, und bey dem Tone einer Trummel und eines Kupferbeckens im Ge.sichte des ganzen Schr'ffsvolkes erhoben. Ein Schiffmann in eines Bonzen Kleidungwar der vornehmste unter ihnen, welcher mit einem Quartierstabe allerhand Affenpossentrieb, auch dann und wann ein lautes Geschrey anhub. Endlich ward das geheimnißreicheKinderspiel den Wellen überlassen, und mit des Bonzen Zurufen begleitet, bis es ganzaus dem Gesichte war. Diese lächerliche Belustigung, saget der Jesuit, ergötzte die Boots-leute, unterdessen daß wir uns über ihre Blindheit krankten.

Unruhe we. Bald darauf bildeten sich die Schiffsleute ein, in einer Gegend der See, die'von Rou-ge» der See- hxm sehr beunruhigt ward, ein Schiff zu sehen. Sie hatten vortreffliche Ferngläser, durchräuber. welche sie Mast und Segel entdeckten, ja selbst das Tauwerk sahen; und aus dem Laufe,den es nahm, war augenscheinlich, daß es sie sprechen wollte. Alle arbeiteten sehr eifrig,das Schiff in den besten Vertheidigungsstand zu setzen, schienen aber sehr bestürzt zu seyn.Weil sie keine Canonen hatten, so waren die Missionarien in eben so großer Furcht, als dieChinesen. Endlich war es ein Baum, der von der Küste war abgerissen worden. DieErde und Steine um ihn herum verursachten, daß er aufgerichtet schwamm, und sein star-ker Stamm mit den ausgebreiteten Aesten einem Schiffe glich, und Masten, Segelstangenund Segel vorstellte.

Gefahr we- Als sie ins Gesicht des Eylandes Emouis /) auf der chinesischen Küste kamen,gen eines das wegen seines bequemen Hafens berühmt ist: so wendete sich der Wind plötzlich, woraufWirbelwin- eine Windstille und schwarze Wolken, die den Horizont bedeckten, folgten, und die Pilo-ten sich vor einem Wirbelwinde (Typhon) fürchteten, welcher das schrecklichste in denchinesischen und japanischen Seen ist. Denn wo der Hauptmann nicht geschickt, das Volkzahlreich, und das schiff stark ist, so können sie dem Verderben nicht entgehen. DieserCFphon ist ein wütender Wind, oder vielmehr eine Vereinigung aller Winde, die aufeinmal blasen; so daß die Wellen das Schiff von allen Seiten anfallen, und erschrecklichhin und her werfen. Weil solche oft länger als drey Tage anhalten: so werden die Boots-leute endlich ganz ermüdet, und überlassen das Schiff den Wellen, die es zerreißen, oderan die Klippen werfen. Sie brachten vier Tage in Erwartung eben dergleichen Schicksalszu, bis es den Miffionarien einfiel, um Abwendung dieses Ungewitters den heil. FranzTavier anzurufen, und ihrem Gebethe durch ein Gelübde Nachdruck zu geben. Kaumwaren sie aufgestanden, saget der Verfasser, als entweder durch ein Wunder, oder durchden Lauf der Natur, ein vortheilhafter Wind wehte, der sie in den Hafen führte,

/) Oder Emwis. Ohne Zweifel Amwr, dasin den holländischen Gesandtschaften oft vorkömmt.

§) Oder Ting hay, nach der französischen undenglischen Aussprache. Es ist vielleicht ein Fehler,

und sollckbl» hap heißen, welche Stadt an der Ein-fahrt des FluffeS an der Nordseite liegt, da Tinghap das Eyland ckherv shan ist.