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Fünfter Band.
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433
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XIV Buch VIII Capitel. 4ZZ

Le Tomke hat nie so etwas schreckliches gesehen, als die unzählige Menge Klippen 1637und wüsten Eylande, durch welche sie gehen mußten. Die Durchfahrt war an manchen le Tonne.Orten kaum zehn Schritte weit. Sie steuerten auch durch eine sehr weite Bay, in der die zs„x,H >uChinesen ganz stille schweigen, aus Furcht, sie möchten einen benachbarten Drachen beunruhigen; pydaher die Miffionarien sie der Stummen Bay nannten. Wie sie unter diesen schreckli-chen Klippen einige Zeit zugebracht hatten: so entdeckten sie endlich eine kleine Stadt, Timbay F), das ist, Gränze der See genannt, an der Mündung des Flusses, welchen siehinauf schifften, und drey Meilen höher unweit der Stadt Ning ps ankerten. Ihr«

Reifs hatte sechs und dreyßig Tage gewahret. Ob sie aber gleich dem Platze, wohin siesich gewünscht hatten, so nahe waren: so durften sie doch nicht daran gedenken, daß sie gleichhineingekommen wären, weil China ein Land ist, wo alles mit sehr vielen Umständen ge-schieht. Der Haupkmann fand für gut, sie zu verstecken, und sie wurden in den Schiffs-boden hinuntergelassen, wo die Hitze und andere Beschwerlichkeiten ihnen fast unerträglichfielen. Ungeachtet aller Vorsichtigkeit aber, entdeckte sie doch ein Zollbedienter, der desSchiffs Ladung aufzeichnete, einen Mann in dem Schiffe ließ, und sich darauf zu seinemVorgesetzten begab.

Dieser Mandarin befahl, sie vor ihn zu bringen. Eine Menge Volks begleitete sie. Sie komme»Sobald sie in die Halle kamen, wo er saß,»befahl man ihnen niederzuknien, und neunmal vordenMan-mit den Köpfen auf die Erde zu schlagen. Diese Ehrerbiethung wird dem ersten Manda- darin,rin erwiesen, der den Kaiser vorstellet. Er sah sehr ernsthaft und streng aus, und um ihnher stunden seine Gerichtödiener, wie römische Lictores, mit Ketten und großen Stäben,diejenigen, die der Richter ihnen überlieferte, zu binden und zu schlagen. Nachdem ihmdie Jesuiten ihre Schuldigkeit erwiesen hatten, so fragte er: wer sie wären und was siewollten? Sie antworteten; weil sie gehört hätten, daß Pater Verbiest und verschiedeneandere ihre Religion mit Fortgange ausbreiteten, so kämen sie in eben der Absicht her; undda sie wüßten, daß der Kaiser sehr gnädig gegen sie wäre: so hofften sie, dessen Mandarinenwürden ihnen ebenfalls beförderlich seyn.

Obgleich dem Mandarin unstreitig diese kühne Erklärung unvermuthet kam: so schien Sie dürfener doch ihren Eifer zubilligen, und sagte, er wünschte ihnen zu dienen, müßte aber erst «ns Landden Statthalter befragen. Indessen befahl er ihnen, wieder in ihr Schiff zu gehen, wel- sehen,ches ihnen ein strenges Gefängniß zu seyn schien. Der General der Soldaten, die aus fünf-zehn oder zwanzig tausend Mann in und um die Stadt bestunden, verlangte sie einige Tagedarauf zu sehen, und gieng mit ihnen sehr verbindlich um. Als sie ihn verließen, um zudem Statthalter zu gehen : so ließ er solchen durch einen Officiex ersuchen, er möchte ihnengütig begegnen, welches auch geschah. Nachdem acht Tage über den Berathschlagungenhingegangen waren: so sandte der Zollmandarin nach ihnen, und verlangte ihre Sachen zusehen, welche in verschiedenenen Ballen von Büchern, Bildern und mathematischen Werk-zeugen bestunden. Mai, öffnete nur dreye von ihren Kisten, ohne einigen Zoll zu fordern;und Seine Herrlichkeit meldete ihnen, sie könnten in den Vorstädten bleiben, bis sie vondem Unterkönige in der Provinz Nachricht erhielten H.

Sie

/,) dring PS ist zehn Meilen von der Mün- r) Le Lomtes Nachricht auf der 7 und folgen- ,düng des Flusses. den Seite.

Allgem. Reistbeschr. V Band. Iii