z2 Reisen und Entdeckungen
Christoph nachbarte Capelle verrichten möchten, und war er gesonnen, den folgenden Tag nebst sei-Lolumbus. „er übrigen Mannschaft ein gleiches zu thun. Die Castilianer waren nicht nur unbewehn,1492. sondern auch ihrem Gelübde gemäß, in bloßem Hemde. Kaum hakten sie den Strand' ^ ' aus den Augen verloren, so überfiel sie ein Haufen Portugiesen, und nahn, sie gefangen.
Den Castilia- Der Admiral konnte nicht begreifen, warum seine Leute mit einbrechendem Abende nicht annern wird da- Bord kämen? und legte sich mit seinem schiffe an eine Landspitze, von welcher man dieselbst übel be- Capette übersehen konnte. Hier erblickte er zwar seine Barke, aber anstatt seiner Leute, diese§»et. er an Bord zu nehmen, verhoffete, wurde er einer großen Anzahl wohlbewchrtcr Reutergewahr, welche absaßen, und vermuthlich in der Absicht, ihn anzugreifen, in die Barkestiegen. Sogleich machte er sich zum Gefechte fertig, doch mit der Entschließung, den An-fang zu Feindseligkeiten keineswegeö selbst zu machen. Als die Portugiesen so nahe kamen,daß man sie verstehen konnte: so verlängeren sie ein Lncherheitszeichen. Ergab ohne Beden-ken eines: allein, da sie nichts destoweniger immer in der Ferne blieben, sagete er, es wun-dere ihn gar sehr, daß er niemanden von seinen Leuten in der Barke sähe; er hätte esnimmermehr vermuthet, daß man ihn nur deswegen willkommen heißen würde, um ihmnachgehendö einen schlimmen Streich zu spielen; er habe die Ehre, spanischer Admiral imWeltmeere, und Unterkönig von Indien zu seyn, könne auch seine Bestallung aufzeigen.Hierauf gab ein portrrgicsischer Officier zur Antwort: auf dieser Insel bekümmere man sichweder um den König von Spanien, noch um seine Briefe, und wenn er sich unterstehe,in den Hafen einzulaufen, so werde man es ihm eben also machen wie seinen Leuten. Diesefeindselige Reden seßeten den Admiral in Zweifel, ob etwa beyde Kronen in seiner Abwesen-heit in einen Krieg mit einander verfallen wären. Er nahm alle seine Leute zu Zeugen vondem, was sie gehöret hätten, sprach hierauf ebenfalls aus einem Hähern Tone, und vermaßsich hoch, er wolle ohne eine nachdrückliche Rache von diesem Orte nicht weichen. DasWetter würde dermaßen schlimm, daß er einige Anker verlor, und in der MichaelsinselSicherheit suchen mußte. Weil aber der Srurm die ganze Nacht fortdauerte, und ihn.nicht dahin kommen ließ: so kehrete er nach Sanra Maria zurück, in dem festen Ent-schlüsse, die Insel anzugreifen, und sich nach allem Vermögen an den Portugiesen zu rä-chen. Indem er mit den Anstalten zu dieser Unternehmung bcschäfftiget war, kam ein Of-ficier aus der Insel, zween Priester nebst fünf Matrosen in einer Barke an die Caravelle,und bathen um Erlaubniß, an Bord zu kommen. Hier gaben sie vor, es schickete sie ihrBefehlshaber ab, um zu vernehmen, ob in der That ein spanischer Admiral aüfdem Schif-fe wäre, und ihm auf diesen Fall mit aller seinem Stande gebührenden Ehrerbietigkeit zu be-gegnen. Der Admiral stellete sich, als ob er diese Höflichkeit für aufrichtig halte, und zei-gete ihnen nicht nur seine Bestallung, sondern auch das Schreiben seines Königes, in wel-chem er ihr: allen Machten in der ganzen Welt empfahl. Hieraufgab man ihm seine Bar-ke urrd seine Leute unter vielen Entschuldigungen wieder, dagegen er seines Ortes sich art-stellete, als ob er damit völlig zufrieden wäre. Allein, die gewesenen Gefangenen sagetenihm, es hätten alle Unterthanen des Königes von Portugal! Befehl, ihn allenthalben, essey an welchem Orte der Welt es wolle, gefangen zu nehmen, und würde er diesem Un-glücke
0) Hieraus schloß er, saget Heiweva, der Him- de, die er ihm erzeige, allezeit demüthig bleibe«mel verlasse ihn nie, damit er bey der großen Gna- möge.