Band 
Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Christoph

Lolumbus.

t4?4-

Lap L« laCruz.

Znfttn, Gar-ten der Köni-ginn.

ReveS, ihreEigenschaften.

Insel St.Martha.

Verschiedene

Bevbachtun-

zen.

Westen. Mein, weil er mit dem Winde zu kämpfen bekam: so gieng er nach Cuba zurück, und beschloß, die Gewißheit, ob es eine Insel oder ein festes fand sey, zu erfahren.

Er kam an das Vorgebirge von Cuba, das er Santa Cruz benennete, vermuth-lich deswegen, weil seine Schiffe einen entsetzlichen Sturm daselbst ausstunden, und vonsolchem ihrer Meynung nach durch Anrufung des heiligen Kreuzes befreyet wurden. Alser nachgehends immer fortfuhr, der Küste zu folgen, sah er eine Menge kleine Inseln. Ei-nige waren voll Sand, andere voll Bäume, überhaupt aber, je näher bey Cuba, destohöher und grüner, auch meistens zwo, drey bis vier Meilen weit von einander entfernet.Als am dritten Tage ihre Anzahl beständig zu wachsen schielt, verlor der Admiral alle Hoff-nung, sie zu zählen, und gab ihnen den allgemeinen Namen, Garten der Königinn; dieDurchfahrten zwischen ihnen sind tief genug für große Schiffe. Mail wurde allerley Vo-gel auf ihnen gewahr. Einige sind roth, und wie Kraniche gestaltet, auch sonst nirgendsals auf diesen Inseln anzutreffen, und leben vom Seewaffer, oder vielmehr von dem, wassie zu ihrer Nahrung dienliches darinnen finden. Auch sing man hier Reves, eine Gat-tung Fische in Heringsgröße, mit einem so bittern und herben Eingeweide, daß man sievor dem Braten in Stücke schneiden, und ausnehmen muß. Noch entdeckte, entweder die'Erfahrung oder die Aussage der Indianer, eine andere, nicht weniger seltsame Eigenschaftan ihnen. Man bindet ihnen eine dünne, und etwa hundert Klafter lange Schnur an denSchwall;, behält das Ende davon in der Hand, und wirft sie ins Wasser. Sogleich schwimmensie auf die Schildkröten los, welche nicht weiter, als die Länge der Schnur betragt, vomLande weggehen: finden sie nun eine, so hängen sie sich dermaßen fest an ihre Unterschale,daß man zuweilen eine Schildkröte, die mehr als einen Zentner wieget, mit der Schnurherbey ziehen kann /).

Weil der Admiral von den Fischern erfuhr, er werde weiter hin noch mehr Inselnfinden: so setzete er, ungeachtet der unaufhörlichen Gefahr, auf eine Sandbank zu laufen,oder an der Küste zu scheitern, seinen Weg immer nach Westen fort. Eine etwas größe-re Insel, als die übrigen, empfing den Namen der heiligen Martha. Hier gab es eineMenge Fische, stumme Hunde, große Schaaren rother Kraniche, Papageyen und andereVogel; aber nur ein einziges Dorf, aus welchem die Einwohner aus Furcht davon liefen. Esfing an, auf den drey castilianischen Schiffen an Wasser zu fehlen. Zwar konnte man diesemMangel sehr leicht auf der Insel Cuba abhelfen: allein, der Admiral hakte gern mit denhiesigen Einwohnern vorher Bekanntschaft gestiftet. Endlich da ihm seine Leute gleichfallsanlagen, verließ er die kleinen Inseln, und kehrete nach dem Vorgebirge, de la Cruz, zu-rück. Als hier ein Matrose ganz allein anö Land stieg, begegneten ihm etwa dreyßig mitSpießen, und dergleichen platten Kolben, welche die Indianer Macanas nennen, bewaff-nete Indianer. Einer davon trug einen langen Rock von Baumwolle: weil aber der gan-ze Haufen sich zerstreuete, ohne daß man ihm auf die Spur kommen konnte: so zog man zehnMeilen weiter fort, da man denn einige Häuser erblickte. Alls diesen kamen einige Indianerzum Vorscheine, und wagten sich an die Schiffe. Der Admiral erfuhr durch seine Doll-metscher von ihnen, Cuba sey eine Insel, und der König, welcher die westliche Küste be-herrsche, ertheile seine Befehle nur durch Winken. Indem er auf diese Nachrichten Ach-tung gab, trieben die Ströme sein Schiff auf eine Sandbank, davon er sich mit großerMühe losmachte, und hernach in einem sehr tiefen Canale vor Anker legete. Hier sah er

das

/) Herrera, iz. Cay/