68 Reisen und Entdeckungen
Christoph ten, wozu noch dreyßig Weibespersonen kommen sollten. Zur Besoldung sollten ihnen mo-Colnmbus. neulich sechzig Maravedis nebst einem Hanega, oder sechs französischen MeHen Gctreyde ge-. , reichet werden, zu ihrer Beköstigung aber täglich vierzehn Maravedis. Man wolle,
* um den Gottesdienst abzuwarten und die Indianer zu unterrichten, Mönche dahin schicken,imgleichen Aerzte, Feldscheerer und Apotheker, um die Beschaffenheit der Krankheiten,daran so viel Volk gestorben sey, zu untersuchen, und auf Gegenmittel bedacht zu seyn;ja sogar Sänger und Spielleute, um die Schwermuth als die gewöhnliche Plage neuerAnstalten Ih- Pflanzstädte, daraus zu verbannen, lieber die Leute, welche Ihre Majestäten auf ihre Ko-rer Majestä- ^ unterhalten der Meynung waren, durfte der Admiral noch fünfhundert auf seineueumPflanz* eigenen Kosten dahin führen. Auch erlaubete man einem jedweden, der ohne Besoldungfiadt. nach Indien zu gehen Lust habe, sich auf der Flotte einzuschiffen, und zwar mit dem reizen-den Vortheile, es solle einem jedweden der dritte Theil des Goldes, das er in andern alsden bereits in Besitz genommenen Gruben ausfündig machen werde, verbleiben, aucher von allem übrigen Handelsgewinne Ihre Majestäten nicht mehr als den zehntenTheil bezahlen.
Alle diese Anstalten waren zwar wohl ausgesonnen; weil es aber schwerlich zu vermu-then schien, daß viele Freywillige Zeitlebens in Indien zu verbleiben gesinnet seyn sollten,absonderlich da die zurück gekommenen eine ungesunde Farbe und allerley Unpäßlichkeitenmit nach Hause brachten: so schlug der' Admiral vor, man solle die Missethäter künftigauf eine andere Weise bestrafen, und sie, doch mit Ausnahme der allerschrecklichsten Ver-brechen , auf Lebenszeit in die neue Pflanzstadt schicken. Der Vorschlag wurde beliebet,und man verordnete, es solle ein Missethäter, welcher den Tod verschuldet habe, zweyJahre, hingegen jedweder anderer nur ein einziges Jahr ohne Besoldung dienen, undnach Verfließun' dieser Zeit, doch mit der Bedingung nimmermehr wieder nach Europazu kommen, von aller gerichtlichen Ahndung völlig befreyet seyn. Ueber dieses bekamenalle Gerichtshöfe in ganz Spanien Befehl, künftighin diejenigen, welche eine ähnliche Be-strafung verdienet hatten, zur Bergwerksarbeit zu verdammen. Diese beyden Verordnun-gen wurden den arsten des Brachmonates zu Mediner del Camps mit dem königlichenSiegel bekräftiget, thaten aber diejenige Wirkung nicht, welche der Admiral gehoffet hatte.Sie zogen im Gegentheile viele üble Folgen nach sich, welche der Admiral, vermöge seinergewöhnlichen Scharfsinnigkeit, billig hätte voraus sehen sollen, wie denn eben deswegen ei-nige Geschichtschreiber der Meynung sind, er sey durch schlimme Rarhgeber darzu verleitetworden, und es urtheilet einer von den verständigsten unter ihnen, mit allem Rechte,man müsse neue Staaten auf einen weit bessern Grund erbauen ,'). Ferner bekam Co-lumbus Vollmacht, einem jedweden, der es anzubauen und sich haussäßig zu machen imStande seyn werde, Land anzuweisen, doch mit Vorbehalt der Abgaben für. die Landesherr-schaft von Gold, Silber und andern Metallen. Weil auch die Königinn die Ehre derersten Unternehmung, welche ihrem Admirale die Gelegenheit eine neue Welt zu entdeckengegeben hatte, sich mit allem Rechte zuschrieb: so untersagete sie durch ein öffentliches Ver-both,
Die ausqenommenen Missethaten waren, ?') Ebendas.
Keherey, Hochverrath, Meuchelmord, Mord-
brennen , falsches Münzen, Sedomirerey, Gold 6) Es scheint, man hake Ferdinanden nicht dar,und Silber aus dem Lande führen. -Herrera um befragt. Die Röniginn, saget der Geschicht-s. B.Cup. schreibet, wollte es also haben.