Band 
Dreyzehnter Band.
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74
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ChristophLolumbus.1497 -

Ursprung einer langenEmpörungvon RoldanLimenes.

Unfug desRoldans zuIsabella.

74 Entdeckungen und Reisen

dranern, die sie kaum des menschlichen Namens würdigten, um so weniger vieleUmstände.

Unterdessen da Don BartholomäuS mit allem Eifer auf die Beförderung des gemei-nen Besten gedachte, schmiedete Aoldan Timenes, den der Admiral bey seiner Abreisezum Alcalde Major, das ist, zum Oberrichter oder Landvogt der Insel gemacher hatte,ein zwar scharfsinniger aber ehrgeiziger und gewaltthätiger Mann, ein anderes Vorhaben,welches beynahe die ganze Pflanzstadt zu Grunde gerichtet hätte« Wie es scheint: so hatt«ihm der Uebermurh des Aguado die ersten Gedanken, einen Aufruhr anzuzetteln und sich un-unterwürfig zu machen, in den Kopf gesetzet. Anfänglich hielt ihn die Gegenwart desAdelantade im Zaume. Als er aber diesen auf einer Reise von langer Dauer begriffensah, und sich einbildete, der Admiral werde unter den Beschuldigungen seiner Feinde erlie-gen, und nimmermehr wieder nach Indien kommen: so sann er darauf, die Regierung ansich zu reißen. Die Handwerksleute waren ihm seitdem, da er sie bey des Admiralszweyten Reise angeführet hatte, geneigt. Diesen machete er weiß, die Columben trachte-ten nach der unumschränkten Herrschaft; sie giengen schon ißt mit ihnen als Leibeigenenum; sie sucheten sie durch Hunger und Elend in der strengeften Unterthänigkeit zu erhal-ten. Eben in dieser Absicht liege die Ursache, warum die Schiffe so lange ausblieben, undsey der für Hispaniola bestimmet Vorrath ohne Zweifel auf eine listige Weise untergeschlagenworden. Durch dieses boshafte Einblasen, brachte er es dahin, daß die kühnesten un-ter ihnen verlängeren, man sollte eine gewisse Caravelle, die im Hafen lag, aber schlecht aus-gerüstet war, in segelfertigen Stand setzen, damit man dem Könige von dem elenden Zu-stande der Pflanzstadt Nachricht geben könne. Don Diego, von welchem sie die Cara-velle sogleich mit großem Ungestüme foderten, konnte zwar ihr Vorhaben desto leichter ein-sehen, weil sie sogar den Adelantade, sobald er ihnen in die Hände fallen werde, zu ermor-den droheten. Unterdessen da er nichtglaubete, daß die Zahl der Aufrührer sonderlich großseyn könne, Hoffete er dem Unwesen dadurch ein Ende zu machen, wenn er den Roldan,den sie zu ihrem Oberhaupte erwählet hakten, unter einem geschickten Vorwande von ih-nen entfernete. Er trug ihm also die Anführung einiger Mannschaft auf, und schicketeihn damit aus, um die Abgaben der Caciquen einzutreiben. Sobald der Alcalde einenHaufen auserlesener Soldaten unter seinem Befehle sah, reizte er sie zur Untreue. Weres nicht mit ihm halten wollte, den jagte er weg, und anstatt die Caciquen zum Gehor-same zu bringen, suchete er nur die Columben bey ihnen verhaßt, folglich die Einwohnergegen die Befehle derselbigen widerspänstig zu machen »-).

Sobald er wieder nach Jsabella zurück kam, legte er die Verstellung ab, nahm un-ter dem Vorwande, es geschehe in des Königes Namen, die Schlüssel zu dem königlichenVorrathshause mit Gewalt weg, und versicherte, er dürfte sie nicht länger in des DonDiego Händen lassen. Hierauf nahm er mit Beyhülfe seiner Rotte so viel Gewehr undVorrath daraus weg, als er zu seinem Vorhaben für nöthig erachtete. Eben so wenigverschonete er die königlichen Meyereyen. Er eignete sich die besten Heerden zu, nöthig-te den Don Diego, sich zu Rettung seines Lebens in das Schloß zu begeben, und rücket«hernach mit siebenzig Mann vor Conception. Er Hoffete, sich dieser Schanze zu bemäch-tigen: allein, der darinnen liegende Befehlshaber, Ballester, schloß ihm das Thor vorder Nase zu; und als der Adelantade auf das Gerücht von diesem Unwesen mit seinem Volke

herbey

7) Herrera z. B. 7. Cap.