in America- V Buch. m Cap. 79
stätigten nicht nur alles, was sie zu seinem Besten bisher verordnet hatten, sondern sie er- Christophlaubeten ihm auch, er könne in der Insel Hispaniola eine Landschaft von fünfzig Meilen in Lolumbus.die Länge und fünf und zwanzig in die Breite, nach seinem Belieben für sich aussuchen, '^8- .und mit dem Titel eines Herzoges oder Marquis besitzen. Doch diese Gnade verbath er,nicht nur um alle Gelegenheit zum Zwiste mit den königlichen Beamten zu vermeiden, sondernauch aus Beysorge, die Misgunst der Großen, welche ihm ohnedieß gehässig waren, noch hefti-ger zu reizen. Hierauf überhüben ihn Ihre Majestäten, in Betrachtung daß er Cuba undJamaica entdecket, davon aber gar keinen Vortheil gehabt hatte, der Obliegenheit, denachten Theil zur Ausrüstung der Schiffe, die nach Indien abgiengen, herzuschießen, gleich-wie er bisher thun mußte, wofern er eben diesen Antheil am Gewinne haben wollte. Siebewilligten ihm auch, in dem Bezirke seiner indianischen Admiralschaft, eben dieselbigcnGerechtsame und Vorzüge, welche die castilianische in dem ihrigen genoß; ja ungeachtetbesagte Admiralschaft Klage darüber führete, als ob diese Gnade von allzuweitem Umfangesey: so änderten sie doch an des Admirals Bestallungsbriefe weiter nichts, als einige allge-meine Ausdrücke, über welche man sich mit größerm Rechte beschweren konnte. Zu glei-cher Zeit ermahneten sie ihn, er solle die Gelindigkeit allemal der Schärfe vorziehen, we-nigstens doch in dem Falle, wenn sie neben demjenigen, was die Gerechtigkeit erfodert, be-stehen könne. Diese Erinnerung war das einzige Merkmaal, daß der König und dieKöniginn die Klagen und Beschuldigungen seiner Feinde einiger Achtsamkeit gewürdi-get hätten r).
Allein, die drey Schiffe, die er bey seiner Ankunft zu Cadix unter Segel gehen sah,waren schon am aasten des Weinmonates im Jahre 1496 wieder angekommen. Sie hat- Aerordmm-ten die dreyhundert Indianer mitgebracht, welche der Adelantade nach Spanien zu schi- gen-ckcn für gut befand. Alfonso LTligno, der sie führete, schrieb boshafter Weise ausCadix nach Hofe, er bringe viel Gold mit. Als man nun die angeblichen Schätze mit gro-ßer Ungeduld erwartete, kamen dreyhundert elende Kerl zum Vorscheine, die man weiterzu nichts als zu Leibeigenen gebrauchen konnte. Eö sey nun entweder daß Nigno dieSache mit des Admirals Feinden also abgeredet hatte, oder daß diese letzter» sogleich merke-ten, auf was sein unziemlicher Scherz abzieleke: so hatten sie doch daher Gelegenheit genom-men , die zur Ausrüstung gewidmeten Gelder, unter dem Vorwande, es werde ihre Stelledurch des Nigno Gold überfiüßig ersetzet werden, auf andere Weise anzuwenden. Daman nun die eigentliche Beschaffenheit erfuhr: so geriethen die indianischen Angelegenheitenum so vielmehr in schlechtes Ansehen, weil die Bosheit aussprengete, es sey an allem übrigenwas man bisher vorgegeben habe, eben so wenig etwas wirkliches. Ja es gaben sogarJhreMajestäten selbst dem Betrüge eine Zeitlang Gehör, und bezeugten einen dermaßengroßen Verdruß über das Ueberfenden der dreyhundert Leibeigenen, daß sie öffentlich sag-ten, wenn diese Leute einen Aufstand gegen die Castilianer erreget hätten: so sey es ohneZweifel deswegen geschehen, weil man hart genug mit ihnen umgegangen sey. Der Ad-miral wußte es nicht besser zu machen, als daß er seinem Bruder Unrecht gab, und un-terdessen bis man neue Gelder anwies, die vorhin erwähnten beyden Schiffe, welche demPeter Hernandez Coronet anvertrauet wurden, ausrüstete. Doch zu seinem Glücke
wurde
melden nichts von diesem Tode, der andere Caciqu» es noch nicht wirklich angenommen hatte. Herrerawurde vermuthlich deswegen verschonet, weil er sich z B. 4 Cap.im Christenthume unterweisen ließ, ungeachtet er r) -Herrera z B- 5 Cap.