88 Reisen und Entdeckungen
Christoph Gan DommgH zu kommen, so sey kein anderer Rath übrig, als einen Theil ihrer Kran-Lolumbus. ken und Handwerksleute zn Lande dahin zu schicken. Unter diesem Vorschlage war eine er-. *45>8- schreckliche Bosheit verborgen. Man folgete ihm unterdessen, und Johann Amon Eo-lumbus, einer von den drey Hauptleucen, wurde ersucht, die vierzig Mann, die man ausLand setzete, anzuführen. Allein, kaum waren sie am Lande, so machte ihnen Moldau eineschreckliche Beschreibung von der Länge und Beschwerlichkeit des Weges. Er stellete ihnen diebevorstehende mühsame Arbeit in den Bergwerken vor, den Hunger, und das große Elend,das in den Schanzen herrsche; den Uebermuth und die Hurtigkeit der Columben, und ver-sprach, sie dieses vielfältigen Uebels zu überheben, wofern sie nur es mit ihm halten, undin einer Landschaft, da alles vollauf sey, bleiben wollten. Indem nun diese Kerl meisten-theils entweder den Tod, oder irgend eine andere harte Strafe verwirket hatten: so fiel esihm nicht sonderlich schwer, sie zu überreden. Nur acht blieben ihrem Anführer getreu,und kehreten wieder an Bord zurück. Nachdem der Schiffsrath die übrigen wieder zu ge-winnen alle Mühe, aber vergeblich angewendet hatte, und an der Untreue des Noldansnicht weiter zweifeln konnte: so beschloß er, den Carvajal zwar zu Lande, aber mit einerBedeckung, welche besser ausgesucht, und sich in Ansehen zu setzen, fähiger sey, nach GanDomingo abgehen zu lassen. Zu gleicher Zeit sollte Arana und Colirmbus die Schiffedahin führen. Carvajal nahm es zugleich auf sich, die Aufrührer, wo möglich, auf denguten Weg zu bringen. Zum Glücke hatte der Adelamade von einigen Indianern dieNachricht erhalten, man habe drey Schiffe an der Küste gesehen. Er schickte also ohne Ver-zug eine Caravelle ab, um ihnen den Weg zu weisen. Dieser begegneten sie, und liefen un-geachtet einiger widrigen Zufälle, dabey eines sein Steuerruder verlor, wenige Tage nachIn welchem des Admirals Ankunft gleichfalls in den Hafen zu Gan Domingo ein. Allein, weil aufZustande sie ihrer langen Reise der meiste Vorrath aufgezehret worden war: so wurden voritzt nur dernach S. Do- Mäuler mehr, welche die Hungersnoth noch mehr vergrößerten,nimgo om. Carvajal erschien bald nach seinen beyden Amtsgenossen« Er hatte alle Hoffnung,den Aoldan mit Güte zu gewinnen, verloren. Nichts destoweniger wollte der Admiraldas noch übrige einzige Mittel, nämlich die Gewalt, nicht ergreifen. Zwar ließ er sichgleich bey seiner Ankunft das gerichtliche Verfahren, das der Adelantade nach der Vor-schrift der Rechte gegen die Rebellen vorgenommen hatte, vorlegen: er selbst fing auch einneues an, in welchem er die Zeugnisse aller auf der Insel befindlichen wackern Leute sam-melte: er hoffte aber doch, es werde eine gütliche Unterhandlung bessere Wirkung thun, wenner sie in eigener Person, und mit allem Eifer treibe. Gleichwohl erachtete er, selbige vorzu-nehmen , so lange nicht für rathsam, bis er wegen der eigentlichen Gesinnung der verdäch-tig scheinenden versichert wäre. Weil er wohl wußte, daß nicht wenige wieder in Spanienzu seyn wünscheten, und daß eben die Schwierigkeit, diese Erlaubniß zu erhalten, die Parteyder Rebellen bisher nicht wenig vergrößert habe: so ließ er den rMen des Herbstmonatesausrufen, es solle nicht nur demjenigen, welchem es auf der Insel nicht gefalle, erlaubetseyn, nach Spanien zu reisen, sondern man werde sie auch mit Fahrzeugen und Lebensmit-teln versorgen. Diese Bedingung wurde von vielen angenommen, und getreulich erfüllet.
Auf
Einer gab vor, er habe einen schlimmen Fuß, de bey dem Roldan, andere gaben sich für seineder andere 'chühte eine Krankheit vor. Einige ent- Anverwandten aus. Herrera 14 Cap.schuldigten sich damit, ee wären ihre guten Freun- Er ist um seines seltsamen Inhaltes wegen
auf-