Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
112
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Christoph

Lolmnbus.

iZoo.

Erste Umstän-de seiner An-kunft.

Sein Charak-ter.

Anfang seinerVerwaltung.

H2 Reisen und Entdeckungen

bcschäfftt'get, la Conception de la Vega zu befestigen; und der Adelantade hatte sich mitRoldan nach Taragua begeben, um daselbst die Mitschuldigen von der letzten Empörunggenau aufzusuchen.

Bey Erblickung der beyden Caravellen ließ Don Diego Columbus, welcher in Ab-wesenheit seiner beyden Brüder Befehlshaber war, durch Christoph Aodriguez de laLengua, Erkundigung von ihnen einziehen, und war sehr ungeduldig, zu vernehmen, obnicht der junge Diego, der älteste von des Admirals beyden Sönnen, auf einem von denbeyden Schissen wäre. Bovadilla zeigete sich selbst am Borde seiner Caravelle, um desRodriguez Fragen zu beantworten. Er meldete ihm nicht nur seinen Namen, sondernauch, daß ihm aufgetragen worden, als Intendant der Justitz wider die Aufrührer zuverfahren; und da er sich seiner Seits erkundigte, wie die Sachen in der Insel stünden rso vernahm er die Hinrichtung des Morica und seiner Mithasten, und daß man entschlos-sen wäre, noch ein Beyspiel am Guevara, Riquelme und einigen andern auszuüben, die manwegen eben des Verbrechens zur Strafe bestimmet hatte. Diese Nachrichten erzürnetmden Comthur. Ob man gleich nicht zweifeln konnte, daß der König und die Königinn,da sie ihn mit ihren Befehlen beehret hatten, nicht sollten geglaubet haben, alle die Ei-genschaften an ihm zu finden, die ihren Absichten gemäß wären: so erkannte man dochbald, daß er ehrsüchtig, eigennützig und gewaltthätig war, und daß sich folglich ihre Maje-stäten in ihrer Wahl geirret hatten. Es sey nun, daß er blinde Vorurtheile wider die Co-lumben gefastet hatte, oder daß er aus Eifersucht auf seine Gewalt alles dasjenige, wasnicht von ihm kam, als eine strafbare Anmaßung seines Rechtes ansah: so konnte er ohneUnwillen nicht von der Bestrafung der Verbrecher reden hören, deren einziger Richter erseyn sollte. Dieser Unwille wurde bey Erblickung zweener Galgen und einiger daran auf-gehängter Castilianer vermehret, als er in den Hafen kam. Ein so übel gefaßter Unwillewachere, daß er den Entschluß fastete, die Nacht in seinem Schiffe zu bleiben.

Als er den Morgen den 24sten August in die Stadt kam: so gieng er anfänglich mdie Kirche, wo er mit einem großen äußerlichen Scheine der Frömmigkeit die Messe hörete.Don Diego Columbus und Perez, Major der Insel, wohneten solcher in,Begleitung vie-ler Einwohner aus Sän Domingo bey. Beym Herausgehen zog er die Briefe hervor,worauf das königliche spanische Siegel war, und gab sie einen: Notar von seinem Gefol-ge , mit dem Befehle, sie der Versammlung vorzulesen. Diese waren diejenigen, die ihnzum Intendanten der Justiz macheten. Darauf wandte er sich zum Don Diego, und ver-längere , im Namen ihrer Majestäten, man sollte ihm alle Gefangenen ausliefern, diewegen der Empörung gefangen säßen. Don Diego antwortete: sie wären ihm von demAdmirale anvertrauet worden, dessen Gewalt ohne Zweifel höher wäre, als seine, und erkönnte sie ohne seinen Befehl nicht weggeben. Ich werde euch zu erkennen geben, erwie-derte Bovadilla, daß ihr und er mir gehorchen sollen. Der übrige Tag wurde in großerBewegung hingebracht. Den Morgen aber nach der Messe ließ Bovadilla in Gegenwart

der

/) Sie enthielten: „Ihre katholische Majestä- „des festen Landes, verordnet, es sollte der Tom-aten hatten, zu vollkommener Befestigung des „thur, Franz von Bovadilla, in ihrem Namen„Gottesdienstes und ihrer Gewalt, zur Vollzie- „die Regierung dieser Oerter führen, so lange sie es„hung der Gerechtigkeit zur Wiederherstellung des „für dienlich halten würden, nebst dem Amte ei-,,Friedens und guten Regiments der Inseln und „neö Intendanten der bürgerlichen und peinlichen