Band 
Dreyzehnter Band.
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120
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Reisen und Entdeckungen

Christoph

Lolumbus.

izoi.

Geschichtevon einem un-geheurenGoldklumpen

Bovadiilawird zurückge-rufen und O-vando an seineStelle ge-schickt.

ihm solchen so gar hundertfältig hätte bezahlen können. Man eilete, sich der Zeit zu Nu-tze zu machen, well man voraus sah, daß solche nicht lange dauren würde. Es kosteteeiner so großen Anzahl Indianer das leben, daß die Insel Hispaniola in wenig Jahrenwüste zu seyn schielt. Man liest selbst in der Erzählung der Spanier nicht ohne Abscheu,wie barbarisch diesen Unglückseligen begegnet worden. Wenn die Unmenschlichkeit durchden Nutzen, den ste bringt, gerechtfertiget werden könnte: so hätte man niemals reichereBergwerke, noch ein reineres Gold gefunden. Herrera erzählet, daß als Diaz und Garay,sich zusammen gethan, um in den Bergwerken St. Christoph arbeiten zu lasten, so hätteeiner von ihren Sclaven, welcher am Ufer des Flusses Hayna sein Frühstück esten wol-len, sichs einkommen lasten, mit einem Stocke in die Erde zu stoßen, da er denn etwassehr hartes gefühlet. Er entdeckte es gänzlich. Es war Gold. Ein großes Geschrcn,welches der Sclave vor Erstaunen, ein so großes Goldkorn zu sehen, ausstieß, machte,daß seine Herren sogleich hinzueileten. Sie sahen es mit nicht wenigerer Verwunderung.Garay ließ vor Freuden ein Schwein schlachten, und solches seinen Freunden auf diesemKlumpen vorsetzen, welcher groß genug war, es ganz zu fassen; und er rühmcte sich da-bey, daß er eine prächtigere Schüssel hätte, als die katholischen Könige. Bovadiilakaufete es für ihre Majestäten. Es wog dreytausend und sechshundert Goldthaler; unddie Goldschmiede urtheileten, nachdem sie es untersuchet hatten, es würde beym Schmel-zen nur dreyhundert Abgang leiden. Man sah daselbst noch einige kleine Steinadern, dieaber nur Flecken waren, und nicht tief gierigen. Da diese Entdeckung ohne Beyspielwar: so kann man leicht urtheilen, wie sehr sie die Hoffnung derjenigen aufgemuntert, diesich mit eben der Untersuchung beschäfftigten.

Indessen vernahm man bey Hofe, wie den Einwohnern in Hispaniola begegnet wur-de ; und der König und die Königinn hatten einen gleichen Unwillen darüber. Die Zu-rückrufung des Bovadilla war schon beschlossen, als eine Genugthuung, die ihre Majestä-ten dem Admirale schuldig zu seyn glaubeten. Allein, da diese Zeitung sie beschleunigensollte: so ernannten sie den Don UJicolas (Dvando, Comthur von karer, von dem Or-den von Alcantara, zu seinem Nachfolger, welcher bald Großcomthur des ganzen Orden»durch Absterben des Alfonsus von Santillana wurde. Seine Bestallung war nur aufzwey Jahre, vermuthlich weil die Königinn nach deren Verlaufe, Christoph Columbcnwieder in die Würde eines Unterköniges einsetzen wollte. Ovando war eilt verdienstvoller,vernünftiger Mann, ein Freund der Gerechtigkeit und so bescheiden, daß er auch dieKennzeichen des Vorzuges ausschlug, die mit seinen Bedienungen verknüpfet waren.Man ließ ihm geschwind eine Flotte von zwey und dreyßig Segeln ausrüsten, auf welcheman zweytausend und fünfhundert Mann einschiffete, ohne das andere Schiffsvolk mitzu-rechnen , welches viele Personen auf der Insel ersetzen sollte, von denen die Königinn dieColonie reinigen wollte. Unter diesen neuen.Einwohnern zählete man viele Edelleute, lau-ter Unterthanen der Krone Castilien. Jsabella bestärkcte sich mehr und mehr in dem Ent-schlüsse, alle diejenigen von der neuen Welt auszuschließen, welche keine geboßrne castilia-nische Unterthanen waren. Indessen machete mau doch nach ihrem Tode keinen Unter-schied mehr unter den Castilianern und Arragoniern; und unter Karln dein V erhieltenalle Unterthanen der verschiedenen Staaten, welche die spanische Monarchie ausmachten,eben die Freyheit. Weil der Hof entschlossen war, insbesondere den Alcalde Major, Rol-dan Timenes, zurückzurufen, und die Verwaltung der Gerechtigkeit sich für einen KricgeS-

mann