Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
128
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Christoph

Lolumbus

i;oL.

Land, wo derAdmiralGoldssnbet.

GoldeneSpiegel undZierrachen.

LM Latiba

128 Reisen und Erttdeckungm

storbenen auf eine Tafel eingegraben, und neben der Leiche lagen die koftbaresten Sa-- chen der verblichenen Person H. Weil diese Indianer weit verständiger und leutseliger, alsandere zu seyn schienen: st befahl der Admiral, man sollte zwar ihrer zween, damit er sieals Wegweiser gebrauchen könne, wegnehmen, doch aber dabey so gelinde und höstich ver-fahren , daß man diesem sanftmüthigen Volke keine Ursache zum Unwillen gebe. Unter-dessen kam den folgenden Tag eine große Menge Einwohner aus dem Dorfe ans User,schickteil vier aus ihrem Mittel in einem Canote ab, und ließen, um das Loslassen der beydenGefangenen bitten. Sie brachten zwey Schweine mit, und man begriff aus ihrer Anredean den Admiral soviel, daß sie für die Freyheit ihrer Landesleute alles, was er verlange, zu gebe»erbökhig waren. Allein, er blieb unerbittlich, both ihnen aber allerley Kostbarkeiten an,die sie nicht annahmen.

Der Alre aus den Guajanosinseln hatte versichert, man werde an einem Orte, daser Caravaro nennete, Gold antreffen. Die beyden Wegweiser nun gaben soviel Licht,daß man besagten Ort unter ihrer Anführung zu finden verhoffete. Den zten des Wein-monateS lichtete man die Anker, und lief gegen Osten; hier bildete die See einen Busenvon sechs Meilen in die Lange, und dreyen in die Breite, darinnen man einige Jnselchenwahrnahm. Besagte Bay hatte vier Mündungen, durch welche die Schiffe ohne alle Ge-fahr ein - und anslaufen konnten, ungeachtet die Baumäste auf beyden Seiten bis an dasThauwerk reichten. Hier fanden sie nackende Leute, mit goldenen Blechen am Halse, diewie ein Teller gestaltet waren, und dermaßen glanzeten, daß ihnen die Geschichtschreiberdie Benennung der Spiegel beylegen. Es ließen diese Leute, nachdem sie mit den India-nern aus Cariari gesprochen hatten, wenig Furcht an sich blicken. Sie gaben für dreySchellen einen Spiegel von zehn Pistolen am Gewichte, und als man noch mehr Spiegelhaben wollte, gaben sie zur Antwort , man werde sie auf dem festen Lande in großer Men-ge finden /).

In der That, als die Barken am 7ten aus Ufer des festen Landes fuhren , begegne-ten ihnen zwey Canote voll Indianer, welche meistenthcils goldene Spiegel, zum Theileaber eine goldenes Bild, das einem Adler glich, am Halse trugen. Man nahm zweenvon diesen Indianern mit; der Spiegel des einen wog vierzehn Pistolen, des andern zweyund zwanzig. Allein, bald darauf erschien eine große Menge Canote, und die IndianerHielten ihre Bogen und Pfeile in Bereitschaft, um den Barken das Landen an ihrer Küstezu verwehren. Sie hielten folglich für das Beste, an Bord zu eilen; und weil dieses ohne Er-Luldung einiger Thätlichkeiten nicht geschehen konnte: so wurde der Admiral genörhiget, einStück abzufeuern, über dessen Knall die Indianer über Hals und Kopf Reißaus nahmen.Nach diesen Feindseligkeiten wollte sich das gute Zutrauen nicht recht Anfinden; man be-kam also nur neunzehn Spiegel. Von diesem Lande fuhr man zu einem andern, das (fati-da hieß, und wo der Admiral die Anker in der Mündung eines großen Flusses fallen ließ.Die Einwohner liefen zwar sogleich am Strande zusammen, schickten aber, als sanftmüchigeund kluge Leute , zween Männer in einem Canote ab, und ließen fragen, was man ver-langete, und was diese ausländische Rüstung vorstellen sollte ? Die Abgeordneten bestiegen denBord des Admirales mit einem gesetzten Wesen, machten hernach mit den Wegweisern ausCariari auf einmal Bekanntschaft, und gaben ihre Spiegel freywillig her» Auf dieses

Merk-

e) Herrera und Lolumb. LebenSbeschr. in eben /) Ebendas.demselben Cap.