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Dreyzehnter Band.
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146 Reisen und Entdeckungen

Christoph er möchte doch zu ihm kommen, weil er ihm ein Schreiben vorn Ovando zu behandigenLolumbns. habe. Hierauf rief er ihm von weitem mit lauter Stimme zu, der Oberstatthalter be-. , daure sein Unglück von Herzen, er sey voritzt noch nicht im Stande, seine Umstände zu ver-

bessern , werde aber mit allem möglichen Fleiße dahin trachten, und bitte, mit dem gegen-wärtigen schlechten Merkmaale seiner Freundschaft vorlieb zu nehmen. Sobald er ausge-redet hatte, fuhr er wieder an Bord, wartete so lange bis der Admiral geschrieben hatte,und beobachtete bey dem Empfange des Schreibens die vorigen Umstände abermals. Nurbesagter Brief enthielt eine Erzählung seiner ausgestandenen Unglücksfälle, nebst einerNachricht von dem neuentdeckten weitläuftigen Lande, und von des Porras Aufruhre. Er. dankete auch dem Ovando für seine freundschaftliche Gesinnung, ungeachtet er so schlechteBeweise davon bekam; er empfahl ihm den Mendez und Fieschi, und um doch wenig-stens ein Mitleiden bey ihm zu erwecken, beschrieb er ihm seine elende Wohnung, unddie betrübte Nothwendigkeit, von dem guten Willen eines wilden Volkes zu leben.Anmerkung Der Geschichtschreiber bemühet sich, das unverantwortliche Verfahren des Ovan-über des do zu entschuldigen. Ovando, saget er, bcsorgete mit allem Rechte, man möchte der Bar-Sratthalters kb, wenn sie den Schiffen nahe käme, einige Briefe nach Hispaniola mitgeben; hierüberAustuMNZ. habe der Admiral viele gute Freunde, und eine noch größere Menge Feinde gehabt, folg-lich hatte die Parteylichkeit rege werden und eine neue Unruhe stiften können. Eben ausdieser Beysorge, fährt er fort, konnte der Statthalter keine tüchtigere Person erwählen,als den Escobar; und zum Beschlusse, wer konnte wohl glauben, daß es den Spaniernauf einer so weitläuftigen Insel, als Jamaica ist, an Lebensmitteln fehle. Unterdessen Me-te die Welt ein ganz anderes Urtheil. Man hielt es für eine vorschliche Beleidigung desAdmirales, daß ein Abgeordneter von solcher Gemüthsbeschaffenheit, als Diego, an ihn ge-schicket wurde, absonderlich da der Kerl, vermöge des königlichen Befehles, schon längst ausIndien weggeschaffet seyn sollte. Eben so übel redete man auch von der Geringfügigkeitdes Geschenkes für einen so vornehmen Mann, absonderlich da die gegenwärtigen Umstän-de desselben unmöglich einen Ueberstuß mit sich führen konnten. Der Admiral wertetebald, daß des Ovando Verfahren eine schlimme Wirkung bey seinen Leuten hervorbringe.Zwar ließ er sie zusammenkommen, und versicherte sie, es werde die langst gehoffete Hülfenunmehr bald erscheinen: allein, die scharfsichtigsten glaubeten es nicht. Es kam ihnenverdächtig vor, daß Escobar mit keinem Menschen reden wollte, und sie verfielen auf denArgwohn, der Statthalter sey gesinnet, die Columben und alle ihre Getreuen, zu Grundegehen zu lassen. Unterdessen besänftigte doch des Admirals Versprechen die allermeisten.Ja, er Hoffete sogar die Abtrünnigen bey dieser Gelegenheit wieder auf gute Wege zu brin-Der Admiral Zu diesem Ende gab er ihnen Nachricht von der erhaltenen guten Zeitung, und

bM-n b^Mte ihnen zugleich ein Vierthel von dem Schweine, damit man ihn beschenket hatte,

stnstigm. Doch, es wurde diese Höflichkeit schlecht belohnet. PorraS vermaß sich mit grausamen

Schwüren, er werde den Columben Zeitlebens nimmermehr trauen, sondern, so lange bisdie Hülfe da sey, sein eigener Herr verbleiben. Erhalte man zwey Schiffe: so wolle ereines für sich und seine Anhänger haben; käme aber nur ein einziges, so müsse man esihm zur Hälfte einräumen, und weil übrigens seine Leute alle ihre Habseügkeit und Han-delsgüter aus Noth über Bord geworfen hätten, so sey der Admiral schuldig, alles, was ernoch habe, mit ihnen zu theilen. Zwar stelletsn die. Abgeordneten vor, es gehe unmöglich

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