»43 Reisen und Entdeckungen
Christoph Wilden dergestalt, daß sie, ohne sich nur einmal umzusehen, über Hals und Kopf da-Lolumbus. liefe,,. Man berichtet als etwas Unerhörtes, er sey in diesem Zustande ganzex vier. . und zwanzig Stunden geblieben; und als man nachgehends leben an ihm gespüret, und
ihn an Bord gebracht, habe man ihn auf keine andere Weise zu verbinden gewußt, alsdurch Brennen seiner Wunden mit Oele. Es waren ihrer soviel, daß der Fcldscheerer be-theuerte, er habe in den ersten acht Tagen, alle Tage noch mehrere gefunden^).
Die Aufrüh« Den Tag nach der Schlacht, welcher der 2vste des Maymonates war, kamen allerer ergebe» Aufrührer, die sich mit der Flucht gerettet hatten, zum Admirale, fielen ihm zun Füßen,und versprachen ihre künftige Treue mit entsetzlichen Schwüren ü). Er empfing sie aufdas gütigste, doch unter der Bedingung, es solle ihr Rädelsführer, Porras, wie bisher i»Ketten und Banden bleiben; sie selbst aber sollten bis zur Abreise nach Hispaniola von desAdmirales Hand einen Hauptmann bekommen, unter dessen Aufsicht könnten sie an einemselbst beliebigen Orte sich niederlassen, und daselbst mit den Waaren, die er ihnen gebenwerde, Handelschast treiben r).
Der I V Abschnitt.
Die Columben reisen von Iamaica ab. Wie manden Admiral empfängt- Er geht nach Spanienzurück; kömmt nach St. Lucar. Absterben derKöniginn Jsabella. Wie ihm der König Ferdi-nand begegnet. Die Meynung des Hofes ist
getheilet. Die Columben werden schlecht beloh-net ; bemühen sich um bessere Gerechtigkeit. Ab-sterben des Admirales. SeineGemüthsbeschaf-fenheit. Fehler des ColumbuS. Lob von denspanischen Geschichtschreibern.
Die Colum- sAs verstrich ein ganzes Jahr darüber, ehe das vom Mendez und Fiefthi k) zu S. Do-Lcn reisen von ^ mingo erkaufte Schiff ankam. Zu gleicher Zeit erschien auch Diego de Salcedo,Iamaica ab. welchen der Admiral, um den Statthalter anzutreiben, unterdessen dahin gefchicket hatte,mit zwo Caravellen. Auch diese waren, gleich dem Schiffe, auf der Columben Kostenausgerüstet worden. Endlich den 28sten des BrachmonateS giengen alle Castilianec miteinander nach Hispaniola unter Segel. Die Ueberfahrt siel des widrigen Windes wegen,ungemein beschwerlich, und kostete es ungemeine Mühe, die Insel Beata, welche zwanzigMeilen weit vom Hafen Paquimo liegt, zu erreichen. Weiter wollte der Admiral nichtgehen, ohne vorher den Oberstatthalter um seine Erlaubniß zu begrüßen. Diese bekam erwicht nur, sondern er wurde auch bey seiner am izten August erfolgten Ankunft zu S. Do-Wk man den mingo, mit der größten Ehr - und Freudenöbezeugung empfangen. Ovando gieng ihmpfänge" nebst allen Einwohnern der Stadt, bis ans User entgegen, beherberget? ihn in seinemeigenen Hause, und begegnete ihm beständig auf das höflichste. Die Columben verwun-derten sich über diese nimmermehr vermuthete Aufnahme: allein, der Oberstatthalter nahmeines und das andere vor, das sie noch weit weniger vermutheten, indem es mit seinemäußerlichen guten Bezeugen nicht sonderlich übereinstimmete. Sie hatten den Porras an
Bord,
F) Ebendas.
H) Der Geschichkschretber bringt ihre eigenenWorte bey: „Sie bathen, er möchte ihnen Gnade„erzeigen; indem sie wohl einsähen, daß Gott sie„gestrafft habe, und sie Willens waren, künftig
,,mit aller Treue zu dienen. Anch schwuren sie auf„einem Meßbuchs und Crucifixe: wenn sie cid-„brüchig würden: so solle kein Beichtvater noch itt»,gend ein anderer Christ Macht haben, ste Deichte,;u hören; die auferlegte Buße solle ihnen nichts»-helfen; sie begäben sich aller Saeramente