in America. V Buch. iX Cap. 271
Velasquözbem Barba anbefahl, er sollte den Cortez ungesäumt in Verhaft nehmen , und Ferdinandals einen Gefangenen nach der Hauptstadt liefern. Diego d'Ordas und Johann Velas- Cocre). 1518.quez von Leon wurden zu gleicher Zeit dahin gewiesen, dem Barba bedürfenden Falles mit ^ '
Mannschaft beyzustehen. Es erhellete auch aus denen Klagen, welche der Statthalter vonCuba, bey dieser Gelegenheit, über den Verdujo führete, die Sache müsse ihm gewaltigam Herzen liegen, und er nicht geneigt seyn, einige Entschuldigungen anzunehmen. Cor-tez bekam Nachricht davon, und war wegen dieser Hartnäckigkeit ziemlich verlegen. Nachdes Solls Berichte entschloß er sich erst bey diesen Umständen, und nicht eher, zu einem öf-fentlichen Bruche mit dem Velasquez; woraus denn dieser Geschichtschreiber noch fernerschließt, man thue ihm durch die Beschuldigung, als ob er die Larve schon zu St. Pagoabgezogen habe, großes Unrecht. Ehe der Befehl noch kund gemachet wurde, schaffete ererstlich unter irgend einem Vorwande den Diego d'Ordaz von sich, weil selbiger, wie erwohl wußte, den Vorschlag gethan hatte, in seiner Abwesenheit einen andern Befehlshaberzu wählen. NachgehendS brachte er den Velasquez de Leon, welcher leicht zu bereden war,auf seine Seite, trat sodann vor seine Kriegesleute, und erzählet ihnen selbst, wie heftigman ihn übermal verfolgete. Sie versprachen ihm einmüthig und mit großem Eifer alle Eifer btterdenkliche Treue. Der Adel zwar blieb in den Schranken einer Ergebenheit, die sich aufTr"M" fürHochachtung und Dankbarkeit gründete: der gemeine Soldat hingegen stieß in der Hiße^'^tez.allerley Drohungen aus. Weil es nun schien, als ob sie damit auf den Barba zieleten: soerschien er ohne Verzug, schwur, er halte den Befehl des Statthalters selbst für unbillig,er sey nichts weniger willens, als ihn zu erfüllen; und um allen Argwohn völlig von seinerPerson abzulehnen, fertigte er den Garnica in jedermanns Gegenwart mit einem Schrei-ben ab, darinnen er dem Statthalter meldete, es gehe nicht an, dem Cortez die einmal an-vertrauet Befehlshaberstette wieder zu nehmen, indem die Kriegesleute in eine solche Ver-änderung durchaus nicht willigten. Zuletzt rieth er ihm, als das einzige noch übrige Mit-tel, den Geschwaderobersten auf guter Seite zu erhalten; er solle das gute Vertrauen dessel-ben durch neue Gnadenbezcugungen gewinnen, und könne er sich von des Cortez Dankbar-keit eine weit bessere Wirkung, als von offenbarer Gewalt i-), versprechen.
Nach dieser Probe von seiner Kriegesleute Zuneigung gegen ihn durfte Cortez keine Theilet'seinefernere Hindernisse besorgen. Man sprenget aus, Velasquez würde in eigener Person Macht-nach Havana kommen; doch es war in den Wind geredet. Nach dem einhälligen Be-richte aller Geschichtschreiber, wäre dieses eine große Verwegenheit von dem Statthaltergewesen. Die Geschwadersoldaten waren noch immer über ihn ergrimmet, und wie SolisohneBedenken saget, so hakten sie nicht nur die Gewalt, sondern auch das Recht, aufihrer Seite.
Sie drangen selbst auf die Abreise. Das Geschwader bestund aus zehn Schiffen und einerBrigantine. Cortez vertheilet seine Macht in eilf Compagnien, setzte über jede Compa-gnie und über jedwedes Schiff einen einzigen Hauptmann, welcher zu Wasser und Landegleiche Gewalt haben sollte, und behielt die erste Compagnie für sich selbst. Die übrigenHauptleute waren Velasquez von Leon, Portocarrero, Montejo, Olid, Escalante, Al-varado, Morla, Sancedo, Avila und Gine; von Nortz, welcher die Brigantine füh-rete. Orozco, welcher im italienischen Kriege mit vielem Ruhme gedienet hatt, bekam dieAufsicht über das grobe Geschütz, und der vorsichtige Alaminos wurde wegen seiner be-kannten
)>) Solls iL §ap. 7) Golfs iz C.
§) Cbmdaf. iz C.