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Dreyzehnter Band.
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272 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand kannten Erfahrenheit in diesem Gewässer zum Obersteuermanne ernennet. Zur LosungLortez. 1519. gab Cortez, St. Peter! und erklarete sich zugleich, daß er hiermit feine ganze Unterneh-' " ' mung in den Schutz dieses Apostels empfehle.

Den roten des Hornungs im Jahre 1519 lief man aus dem Hafen zu Havana. DasGeschwader mußte zwar einige Tage lang mit widrigem Winde kämpfen, versammelte sichaber endlich bey der Insel Cozumel wieder /), worauf eine allgemeine Musterung vorge-Macht des nommen wurde. Die Anzahl der Soldaten bclief sich, ohne die Befehlshaber, auf fünfhun-Cortez. dert acht Mann. Zum Dienste der Schiffahrt waren neunhundert Mann vorhanden. Cor-tez hielt erstlich eine allgemeine Ermahnungsrede, hernach nahm er die Befehlshaber beySeine Anre- Seite; ließ sie neben sich sitzen, und suchte ihnen durch eine Rede r), an welcher man seinede an sie. natürliche Neigung unmöglich verkennen kann, eine eben so hitzige Begierde nach Ruhme,als er selbst in seinem Gemüthe empfand, einzuflößen. Bey dem ersten Anblicke derFlotte ergriffen die Einwohner die Flucht auf das Gebirge. Da sie aber wahrnahmen, wieordentlich es im spanischen Lager zugehe, kamen sie von selbst herab, und giengen ohne dasgeringste Mistrauen mit den Spaniern um. Cortez erfuhr von dem Cacique, es befändensich auf dem festen Lande einige bärtige Männer, welche ihrem Vaterlande den NamenCastilien beylegten. Sogleich fiel ihm bey, es müßten diejenigen seyn, welche Hernandezvon Cordua, und Grijalva auf dieser Küste einbüßeten; und weil er ohne Mühe ermaß,wie Vortheilhaft es für ihn sey, wenn er einige Landesleute, welche vermuthlich die indiani-sche Sprache verstünden, um sich haben könnte, so ließ er den Ordaz an die Küste vonPucatan, welche nur etwa vier Meilen von der Insel Cozumel entfernet ist, übersetzen.Zur Gesellschaft gab er ihm zween Einwohner aus der Insel mit, welche der Cacique selbst

aus-

r) Gomera saget, ihre Einwohner nenneten sieeigentlich Acuzami, und daraus hatten die Casti-lianer Gozumel gewachst. Grijalva halte siezum heil. Kreuze benennet. Sie liegt auf zwan-zig Grad Norderbreile, hat etwa dreyßig Meilenin die Länge, und zehn in die Breite. Ihre Ein-wohner beließen sich nicht viel über zweytausend,und waren in drey Dorfschasten vertheilet. Die Häu-ser waren zwar von Feld- und Ziegelsteinen gebauet,aber nur mit Strohe oder Baumästen, auch einigemit sehr breiten Steinen bedecket. Das Land istvoll Wälder und Gebirge, zwischen welchen es vor-treffliche Thäler giebt, r B. 17 Cap.

l) Diese Rede hat uns Diaz Vel Lastillo, wel-cher sie selbst mit anhörete, aufbehalten, und So-lls bringt sie aus der Erzählung desselbigen bey.Herrera giebt nur einen Auszug davon. So sehrals dergleichen Auszierungen der Wahrheit einerGeschichte schaden, wenn sie der Leser für weiternichts, als für eine Erdichtung des Schriftstellers,halten kann: eben so viel tragen sie hingegen, wennsie richtig sind, zu ihrer Bestätigung bey. „Mci-„ne werthesten Freunde und Cameraden! Wenn

„ich das Glück erwäge, das uns in diese Insel zu-sammen gebracht hat, und die vielen Hindernisse„und Verfolgungen, denen wir entgangen sind, be-frachte: so erkenne ich Gottes Finger, und bin„durch diese Anordnung seiner weisen Vorsehung„kräftigst überzeuget, er werde uns zu einer Unter-nehmung, davon er den Anfang glücklich seyn„lassen , auch ein glückliches Ende verleihe». Bloß„aus großem Eifer für ihn, und für den Dienst„unsers gnädigsten Königes, welches denn auf„eins hinaus läuft, haben wir die Eroberung die-„sec unbekannten Lander im Sinne; Gott wird„für sich selbst streiten, folglich auch für uns. Ich„trage kein Bedenken, ihnen die Schwierigkeiten,„die sich äußern, zu eröffnen. Wir habe» blutige„und äußerst hitzige Gefechte auszustehen, unglaub-liche Mühe und Arbeit, und den Angriff einer„unsäglichen Menge Feinde, dabey uns alle unsere„Tapferkeit nöthig fallen wird. Nebst dem wird der„Mangel der allernothwendigsten Dinge, beschwerli-„che Witterung und mühselige Wege, unsere Stand-„haftigkeit auf die Probe stellen; diese aber kann„billig die zweyte Tapferkeit genennet werden, und„ist nicht minder hoch zu schätzen, als die Herzhaf-

„tigkeit;