Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
275
JPEG-Download
 

in America. V Buch. IX Cap. 275

go reisen sollte. Es scheitette aber ihre Caravelle an den Sandbänken los Alacranes auf Ferdinandder Höhe von Jamaica r). Von den darauf befindlichen zwanzig Mann starben ihrer sie- Torte». l;,s,ben vor Mattigkeit und Hunger. Die übrigen kamen in einer gewissen Landschaft, Na- " " '

mens Maya, zwar anS Land, fielen aber einem unbarmherzigen Cacique in die Hand,welcher zum freundlichen Willkommen den Valdivia und noch vier andere, seinen Götzenopferte, und nachgehends verzehret?. Aguilar wurde nebst den übrigen auf das nächsteFest verspätet, und zu diesem Ende in einen Käfich gesperret, da man sie zu mästen suchte.

Sie entwischten aber, liefen etliche Tage in den Wäldern herum, und lebeten von Wur-zeln und Kräutern. Endlich begegneten ihnen einige Indianer, und brachten sie zu einemandern sanftmüthigern Cacique, einem Feinde des vorigen. Hier gieng es ihnen noch ziem-lich wohl, nur mußten sie ohne Unterlaß schwere Arbeit verrichten. Mit der Zeit starbensie alle, bis auf den Aguilar und einen von Palos gebürtigen Matrosen, Namens Gonza-lez Guerrero. Dieser letztere heirathete eine reiche Indianerinn, und zeugete viele Kindermit ihr. Aguilar hingegen wollte als ein eifriger Anhänger seiner Glaubenslehre in einedergleichen verbochene Verbindung nie willigen, sondern gewann endlich nach mancherleyausgestandenen Proben feines Herrn Vertrauen und Liebe. Er hatte demselben währen-den Krieges viele glückliche Dienste geleistet-, und dieser Cacique, Namens Aquineuz, em-pfahl ihn auf dem Todbette seinem Sohne, bey welchem er denn in gleiche Gnade kam.

Als er durch die cozumelschen Indianer des Cortez Schreiben nebst den Geschenken zu Er-kaufung seiner Freyheit empfing, übergab er die letzter», und wurde auch zur Dankbar-keit für seine Dienste frey gelassen. Er zeigete zwar dem Guerrero das erhaltene Schreibenebenfalls: allein, dieser wollte weder sein Weib, noch die Hauptmannsstelle, die ihmderCa-cique von Nachanaam gegeben hatte, verlassen. Vermuthlich hielt ihn die Schaam zurück;denn da er ein Loch durch die Nase hatte, an den Lippen, Ohren und im Gesichte bemclet,auchan den Händen nach indianischer Weise gezieret war, so getrauete er sich in diesem Zustande,welcher eine gänzliche Vergessenheit seines Landes und seines Glaubens anzeigte, keinem Ca-stilianer vor das Gesicht zu kommen .r) .

Den qten des Marzmonates reiseten die Castilianer zum andernmake von Cozumel Fahrt desab, liefen das Vorgebirge Cotoche vorbey, und folgeren der Küste bis an die Rhede Cham- Cortez.potan. Cortez war anfänglich willens, seine Nation wegen ihres auf dieser Rhede erlittenenVerlustes zu rächen: allein, der Wind machte das Landen so schwer, daß er lieber im Gri-jalvaflusse 'Anker warf. Nach weniger Zeit vernahm er ein wüstes Geschrey, das einenWiderstand anzudrohen schien, ungeachtet Grijalva an diesem Orte nichts als Freundschaft '

und Geschenke empfangen hatte. Er schickte den Aguilar ab, um den Einwohnern seinefriedliche Gesinnung zu eröffnen: allein, dieser berichtete, die Indianer wären ungemeinzahlreich, und hätten ihn nicht einmal angehöret, so fest wären sie entschlossen, die Spa-nier nicht in ihr Land zu lassen. Ungeachtet nun Cortez nicht willens gewesen war, den An-fang seiner Eroberungen bey diesem Lande zu machen, so war doch dem Ruhme seiner Waf-fen allzuviel daran gelegen, daß der Stolz dieser Wilden nicht ungedemüthigct bliebe. Weiles nun schon Abend war, so brachteer beynahe die ganze Nacht mitAnordnung des groben

Mm 2 Ge-

ringsten nickt zweifeln. Svlis schreyet über des jemals ein ähnliches Vergehen. Er hätte es gernGuerrero Blindheit, und saget , es melde kein mit Stillschweigen Übergängen, saget er, wenneinziger Bericht von den spanischen Eroberungen es nicht in andern Geschichtbüchern stünde.