In America. V Buch. IX Cap. 2§z
dieser Wahl benachrichtiget werden solle. Kaum wurde sie kund gemachet: so entstund ein Ferdinandallgemeines Freudengeschrey. Diejenigen, welche innerlich ein schlechtes Vergnügen dar- Eorrex. 1519.über empfanden, waren genöthiget, ihren Verdruß zu verbergen. Hierauf begab sich die ^Regierung, in Begleitung der meisten Soldaten, welche das Volk vorstellten, mit großemGepränge in des Cortez Gezelt, und trugen ihm daselbst vor, es habe ihm die Stadt Ve-ra Cruz in voller Rathsversammlung , mit Wissen und Willen sämmtlicher Einwohner,im Namen Seiner katholischen Majestät, zum Statthalter der neuen Psianzstadt, undzum Generale der casiilianifchen Kriegesmacht erwählet ^).
Er empfing diese beyden neuen Aemter mit eben der Ehrerbiethung, als wenn der Kö-nig, dessen Namen und Gewalt man vorschützte, selbst gegenwärtig gewesen wäre. Er benenne-te sie sorgfältig mit dem Namen der neuen, um den Unterschied zwischen ihnen, und derniedergelegten alten Bedienung, dadurch anzudeuten. Seit diesem Augenblicke ertheilte«r seine Befehle mit einem hohen und zuversichtlichen Wesen, welches nicht wenig darzubeytrug, jedermann im Gehorsame zu erhalten. Unterdessen ließen die Anhänger desVelasquez ihrem Verdrusse, den sie öffentlich nicht auslassen durften, wenigstens doch in-geheim den Zügel. Sie suchten die Macht der Regierung, die Gewalt des Generales,und überhaupt alles, was auf dieser gedoppelten Stütze ruhte, in der Stille anzutasten.Da Cortez aus der Erfahrung sah, es lasse sich der Lauf des Uebels durch Geduld undSanftmuth nicht hemmen: so ließ er drey Häupter der Gegenpartei): nämlich den Ordaz,Escudero und Johann VelaSque; auf den Schiffen in Fessel schlagen. Diese Standhaf-tigkeit sehte die übrigen in große Angst, absonderlich, als er vorgab, er wolle die Aufrüh-rer nach Urtheile und Recht bestrafen. Allein, zu eben der Zeit, da er sich äußerlich strenganstellte, versuchte er alles mögliche, sie unvermerkt zur Vernunft zu bringen, und die-ses Mittel gelang ihm dermaßen wohl, daß sie endlich feine getreuesien Freun-de wurden r).
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,,;um festen Grunde einer guten Hoffnung nöthi-gen Dingen. Sie wissen, daß ich bisher die Ober-„befehlshaberstelle, wiewohl bloß,-weil Don Velas-„quez mich dazu ernennte, bekl idek habe: allein,„besagte Ernennung wurde kaum ertheilet, so wurde„sie schon wiederrufen. Die Ursachen seines Mis--„trauens verlange ich nicht zu untersuchen Es ist„auch voriht keine Frage davon. Gleichwohl ist„nicht zu leugnen, daß ich die Kriegesgerichtsbar-„keit, daraus uns hauptsächlich viel ankömmt, nicht„anders, als wider desjenigen Willen, der sie mit-theilen konnte, besitze. Demnach hat sie keinen„andern Grund, als eine erzwungene Befugniß,„welcher die Schwachheit ihres Ursprunges bestän-dig. anklebet. Die Soldaten wissen diesen Man-„gel nur allzuwohl. Ich meines Ortes bin keineS-„weges so niederträchtig gesinnet, daß ich nur aus„gutem Willen Befehlshaber seyn wollte; so er-fordert auch unser Vorhaben ein Kriegesheer, das„mehr aus einem Triebe der Vernunft, als der Ge-wohnheit,Gehorsam leiste. Es steht bey Ihnen,
„hochgebiethende Herren! diesem Uebel abzuhelfen.„Da ihre Versammlung unsern gnädigsten König„vorstellet; so hat sie auch das Recht, in seinem„Namen für die Anführung seiner Völker zu sor-„gen. Das Heer biethet ihnen mehr als eine hicr-„zu tüchtige Person dar. Zch für meine Person„lege meine bisher gehabte Gewalt nieder ; ich ge-„be die Befugniß, dadurch sie an mich gekommen„seyn mag, in dero Hände. Schreiten Sie zu„einer vollkommen freyen Wahl. Haften Sie„Sich versichert, daß mein Ehrgeiz keine ander»„Vergnügung suche, als den glücklichen Aüsgang„unserer Unternehmung; und daß diese Hand,wel-sche den Generalsiab geführet hak, auch denSä-„bel oder die Lanze führen kann, ohne, daß meiner„Neigung die geringste Gewalt dadurch geschähe.„Gleichwie Man durch den Gehorsam endlich z»M„Befehlen tüchtig wird, also gewöhnet man sich bey„dem Befehlen zuweilen auch zum Gehorsame.
Soli« r, B. 7 C,e) Ebendas.