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Dreyzehnter Band.
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294
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FerdinandLortex. i;»-.

Seine ersteAusübungderselben.

294 Reisen und Entdeckungen

Sobald er vermeynete, seine Gewalt sey nun zur Genüge befestiget, so schickste er denAlvarado mit hundert Mann aus, um die Gegend zu erkundschaften, und Lebensrnittel zusuchen, indem es, seitdem die Indianer nichts mehr ins Lager brachten, daran zu fehlen an-fing. Alvarado kam nicht weit, so fand er einige Dörfer, die Einwohner waren in denWald gelaufen, folglich stund ihm der Eingang offen. Er nahm das vorhandene Ge-flügel , Mais und andern Vorrath mit sich weg, doch ohne weiter einige Unordnung zustiften, und brachte damit den Ueberfluß auf einmal ins Lager. Hierauf gab Cortez deinHeere Befehl zum Aufbruche. Die Schiffe giengen nach der Küste von Quiabizlan unterSegel, wo man abermals einen Hafen entdecket hatte. Die Landmacht nahm den Weg »zu Lande nach Zampoala. Nach wenig Stunden war man am Ufer eines tiefen Flusses.Man brachte einige Fischernachen zusammen, und setzte die Mannschaft damit über, diePferde ließ man durchschwimmen. Hierauf zeigete sich ein Dorf, welches, wie man nach-gehends erfuhr, das erste im zampoalschen Gebiethe war. Aus diesem waren nicht nurdie Einwohner weggelaufen, sondern sie hatten auch ihr sämmtliches Gerathe mit wegge-schleppet; und da hieraus zu schließen war, sie hätten ihre Flucht mit gutein Vorbedachteangestellet: so machete Cortez sich allerley sorgsame Gedanken. Sogar in den Tempelnhatten sie nichts gelassen, als einige Götzenbilder, hölzerne mit Steinen belegeke Messer,und einige Stücke Haut von geopferten Menschen, die durch ihren Anblick, sowohl Mit-leiden als Grausen verursachten. An diesem Orte sahen die Castilianer zum erstenmalemepicanische Bücher; denn sie fanden einige, welche vermuthlich von den Gebräuchen ih-res unmenschlichen Götzendienstes handelten. Es bestunden dieselbigen aus Pergamente,das mit einem Gummi oder Verrusse überstrichen, und in so viele Blätter als das Buchhaben sollte, gefallen war. Sie waren auf allen Seiten beschrieben, oder vielmehr mitdergleichen Bildern und Zeichen, davon die Maler des Teutile ein weit begreiflicheresBeyspiel gegeben hatten, angefüllet. Das Heer blieb über Nacht in diesem Dorfe: manmachete aber zuvor alle nöthige Anstalten zur Sicherheit. Den folgenden Tag setzte manden Zug in voriger Ordnung weiter fort, und nahm den gebahntesten Weg, welcher ge-gen Westen lief, und von der See etwas abwich. Cortez erblickte, zu seiner größten Ver-wunderung , den ganzen Tag über keine lebendige Seele; und dieses schien ihm verdächtigzu seyn. Allein, als er gegen Abend an eine schöne Wiese kam, erschienen zwölf Indianermit allerley Lebensmitteln, überreichten sie dem Generale als ein Geschenk ihres Caci-guen und ersuchten ihn zugleich, bis an den Wohnsitz desselbigen fortzurücken, indem da-selbst nicht nur Dach und Fach, sondern auch Lebensmittel für das ganze Heer in Bereit-schaft stehe. Nach ihrem Berichte war der zampoalsche Hof nur noch eine Sonne, dasist, eine Tagereise weit entfernet. Cortez schickte sechs von diesen Indianern nebst einerhöflichen Danksagung wieder zu ihrem Cacigue zurück, und behielt die übriger: als Weg-weiser bey sich. Anfänglich erweckte ihm diese unerwartete Höflichkeit einiges MiStrauen:allein, als er die Einwohner des Dorfes, da er auf seiner Wegweiser Anrathen, über Nacht blieb,ungemein willfährig ihn zu bewirthen fand, setzte er in des Cacique Aufrichtigkeit keinenZweifel mehr; und in diesem Vertrauen wurde er durch die wichtigen Wirkungen seinerFreundschaft nachgehends bestätiget/H.

«l) Eben^as. 8 Cap.

Als