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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap.

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Als er den folgenden Tag, seinen Weg nach Zampoala sortseßete, kamen ihm un- Ferdinandweit des Ortes zwanzig sehr wohl aufgeputzte Indianer entgegen, um ihn einzuholen. Sie Lorrex. 1519.grüßeten ihn mit vielen Ceremonien, und meldeten hernach, „ihr Cacique sey wegen Leibes- ' ^ '

„schwachheit nicht im Stande, dem Generale persönlich entgegen zu gehen, er sey aber kömmt„höchstbegierig - diejenigen Ausländer, von deren Tapferkeit jedermann zzl sagen wisse, ^^sampoa-„sehen. „ Die Stadt war nicht nur groß und volkreich, sondern sie hatte auch eine höchstan-genehme Lage zwischen zweenBächen, welche ein fruchtbares Land bewässerten. Sie entsprangenauf einem benachbarten mit Bäumen bewachsenen Berge, welchen man ohne sonderlicheMühe besteigen konnte. Die Gebäude waren alle von Stein, mit einem gewissen weißenglatten und glänzenden Kalche beworfen, welcher durch seinen Glanz einen ungemein präch-tigen Anblick verursachete. Einer von den vorausgeschickten Soldaten kam mit unsägli-cher Freude zurück gelaufen, und schrie schon von weitem, hier wären alle Mauren vonlauterm Silber r).

Alle Marktplätze und Straßen stunden voll Indianer, aber ohne alles Gewehr, dasirgend zum Argwohne Anlaß geben konnte, auch ohne andern Lärm, als welcher bey einergroßen Menge Volkes unvermeidlich fällt. Der Cacique erschien am Thore seines Palla-stes. Seine vorgeschützete Leibesschwachheit bestund, wie es sich nunmehr zeigte, in einer er-staunlichen Dicke. Er kam sehr langsam angetreten, oder er wurde vielmehr von einigenIndianern, die ihn hielten, fortgeschoben. Der baumwollene Mantel, den er trug, war,gleichwie seine Ohren und Lippen , mit einer Menge köstlicher Steine ausgezieret« Weilihm nun die ungeheuere Dicke seiner ganzen Gestalt ein steifes unbehülstiches Wesen mit-theilete: so hatte Cortez große Mühe, das laute Gelächter der Spanier zu stillen, und sichdesselbigen selbst zu enthalten. Allein, sobald er die Bewillkommungsrede des mexicani-schen Fürsten angehöret hatte, bekam er ganz andere Gedanken von ihm. Sie war un-gekünstelt und nachdrücklich. Der Cacique wünschete ihm Glück zu seiner Ankunft, undschätzeke sich selbst glücklich, daß er ihn zu empfangen die Ehre genieße; damit bath erihn, ohne das geringste vergebliche Wort zu machen, in seine Wohnung zu treten, wo erwegen ihres gemeinschaftlichen Besten weitläuftiger mit ihm sprechen wollte /).

Die Spanier bekamen ihr Quartier unter den Vordächern einer langen Reihe Häu-ser. Hier waren sie ungestöret, und fanden alles benöthigte im Ueberflusse. Den folgen-den Tag wurde der Besuch des Cacique durch ein Geschenk von zweytausend Mark Gol-des am Werthe angekündiget. Er selbst erschien gleich hernach und wurde von seinen vor-nehmsten Kriegesbedienten in einer Sänfte getragen. Cortez grenz ihm in Begleitungaller der Seinigen sehr weit entgegen, und führete ihn in sein Gemach, darinnen um die-ser ersten Unterredung das höchstnöthige geheime Ansehen zu geben, sonst niemand als dieDolmetscher zugegen seyn durften. Nach dem gewöhnlichen Voreingange, von der Machtseines Königes, und dem Irrwege der Abgötterey, erwähnte Cortez mit gutem Vorbe-dachte, es ziele die Hauptabsicht der spanischen Soldaten auf Bezähmung der Ungerechtig-keit und Gewaltthätigkeit, dagegen wären sie allemal bereit, auf die Seite der Billigkeit undVernunft zu treten. Hiermit war dem Cacique die Bahn gebrochen, sich deutlicher her-aus zu lassen, was für eine Hoffnung man auf seine Gesinnung setzen dürfe. An derHeiterkeit, welche sich sogleich über sein ganzes Gesicht ausbreitete, merkete der General bald,

er

9 Dia) und Solis am angef. Orte.

/) Ebmdas.