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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap. 297

von seinen Hofbedienten in einer Sanfte getragen. Nach einer sehr geschickten Entschul- FerSrttättSdigung, kamen sie auf die Gewaltthätigkeiten des Motezuma, wovon sie ohne Vergie- Loreez. i;--.ßung einiger Thränen zu reden nicht vermochten. Der Zampoalaner, weicher am hef- ' ^ '

tigsten erbittert zu sei-n schien, sagete zuletzt noch: „das wüthende Unthier ist damit noch„nicht zufrieden, daß es uns Haab und Gut wegnimmt, es will uns über dieses auch um„unsere Ehre bringen, es können nicht einmal unsere Weiber und Töchter in Sicherheit„vor ihm bleiben.,, Cortsz sprach ihnen Trost zu, und gab die kräftigste Versicherungvon seinem Beystande ^>).

Indem er sich nach der Macht und dem übrigen Zustande beyder Caciquen erkundig- Ankunft eini-te, traten einige Indianer herein, und sageten ihnen mit ängstlichen Gebchrden etwas ins M BeamtenOhr. Damit stunden sie gleichsam mit Zittern auf, und giengen ohne von ihm Abschied ^ Mottju-zu nehmen, noch ihre angefangene Rede zu endigen, in großer Bestürzung davon. DieUrsache davon war leicht zu rathen, als sechs Beamten des Motezuma, die er zuin Ein-fodern der Abgaben gebrauchte, vor dem spanischen Quartiere vorbey zogen. Sie warenkostbar gekleidet, hatten ein großes Gefolge von Leibeigenen hinter sich, und ließen sich ei-nen Sonnenschirm von Federn über den Kopf halten. Cortez trat nebst seinen Hauptleu-ten vor die Thüre: allein, sie zogen mit verächtlichen Gebchrden vorbey. Dieser Stolzverdroß die spanischen Soldaten, und sie hätten ihn auf der Stelle bestrafet, wenn sie derGeneral nicht zurück gehalten hätte. Marina wurde nebst einer Bedeckung auf Kund-schaft ausgeschicket. Ihr Bericht lautete, die mexicanischen Beamten hätten ihren Ge-richtssitz in einem Hause aufgeschlagen, beyde Caciquen vorgefodcrt, und ihnen in jeder-manns Gegenwart einen starken Verweis gegeben, daß sie die gegenwärtigen Ausländer, un-geachtet sie ihres gebiethenden Herrn Feinde wären, in ihre Städte aufnähmen. ZurStrafe nun für diese Missethat, sollten sie, über die gewöhnliche Abgabe, noch zwanzigIndianer liefern, damit man sie opfern könne. Cortez ergrimmete über diese Verwegen-heit, schickste sogleich nach den Caciquen, und befahl absonderlich, man solle sie in allerStille zu ihm bringen. Als sie da waren, stellete er sich, als ob er kraft einer mehr alsgemeinen Einsicht, ihre Gedanken errieth, lobete sie wegen der Erbitterung, die sie, wie ervorgab, über eine so höchstunbillige Gewaltthätigkeit in ihrem Gemüthe empfänden, und sageteendlich, es sey voritzt die Zeit nicht mehr, da man Menschenblut zur Abgabe fordern könne, erwerde es nimmermehr leiden, daß ein dermaßen unmenschlicher Befehl vor seinen Augenerfüllet werden sollte; dagegen sey sein Wille, man solle die schandlosen Werkzeuge desBluthundes in die Fessel schlagen; die Vertheidigung dieser That nehme er hiermit aufsich, und auf die Tapferkeit seiner Soldaten. Die Caciquen stunden bey Vernehmungdieser Rede in großer Verlegenheit da. Der langwierige Druck hatte ihnen Herz und Ver-stand geschwächt. Doch da Cortez seinen Ausspruch mit einem gebietherischen Wesen, dasihnen allen Muth zu Einwendungen benahm, wiederholte: so wurden des Motezuma Cortez läßtBeamten öffentlich und mit großem Frohlocken der Indianer beym Kopfe genommen. ^ gefangenMan legete ihnen dergleichen Fessel an, als im Morgenlande gewöhnlich sind, die ihnen "^men.den Hals zusammenzöget,, und sie nöthigten, die Last alle Augenblicke mit den Achseln etwas zulüften, damit sie Athem hohlen könnten. Diese herzhafte Entschließung machete dieCaciquen so muchig, daß sie bereit waren, die Beamten selbst den Göttern aufzuopfern.

Allein,

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H) Ebendas. 9 Cap.

Allgem. Aeisebeschr. xin Band.