Band 
Dreyzehnter Band.
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ZO4 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand von allem übrigen, was die Pflanzstadt zu des Corte; Vortheile bisher gethan habe, NachrichtLorrex. i5'5>. geben. Zum Glücke wurden sie von einem aus ihrenMitteln verrathen, und auf sein Angeben^ in dem Augenblicke, da sie ihren Vorsatz auszuführen gedachten, folglich die Sache nichtmehr leugnen konnten, in Verhaft genommen. Cortez erachtete ein Beyspiel der Gerech-tigkeit für etwas zur Sicherheit der Pflanzstadt höchstnothwenhiges. Er verdammte folglichdie beyden Rädelsführer zum Tode. Nichts destoweniger machte ihm die Verwegenheitdieser unruhigen Köpfe großen Kummer. Er sah das Feuer, das er völlig gedämpfet zu ha-ben vermeynte, noch beständig unter der Asche glimmen. Da er nun Willens war, inMerico einzudringen, und bey dieser Gelegenheit vermuthlich manchen Gang mit demMotezuma zu wagen hatte: so war es wider alle Vernunft, eine dermaßen misliche Unter-nehmung , mit einem mißvergnügten Heere, darauf er sich nicht verlassen durfte, anzutre-ten. Zwar hatte er im Sinne, noch einige Zeit in dieser ihm gewogenen Landschaft zubleiben, und tiefer im Lande noch mehrere Pflanzstädte anzulegen, damit eine der andernhülfliche Hand biethen könne. Allein, dergleichen Anschläge erforderten eine große Einigkeitund Vertraulichkeit zwischen dem Generale und dem Heere. Bey dieser Ungewißheit folgekeCortez vrr-er-endlich dem Einrachen seiner Herzhaftigkeit; denn damit seine Leute genöthiget wären,njchtet seine Neulich bey ihm auszuhalten,und mit ihm entweder zu siegen oder zu sterben, so beschloßer,o ' die Flotte aufzuopfern, und alle Schiffe zu zertrümmern. Dabey hatte er über dieses nochden Vortheil, daß seine Macht mit mehr als hundert Mann, welche man voritzt theils fürSteuerleute theils für Matrosen gebrauchte, verstärket wurde. Hiebey leisteten ihm seineVertrauten, denen er seine Anschlage offenbarste, vortreffliche Dienste; denn auf ihr An-stiften, gaben die Matrosen vor, die Schiffe wären bey dem bisherigen Liegen auf dcr Rhe-de so schadhaft und leck geworden, daß man ihr Sinken alle Augenblicke erwarten müsse.Auf diesen Bericht folgte ein dringender Befehl des Generales, man solle das gesammteTauwerk, alle Segel, Bretter und brauchbares Eisen ungesäumt ans Land schaffen. An-fänglich glaubte jedermann, c§ werde bey dieser sonst gewöhnlichen Behutsamkeit sein Be-wenden haben. Aber sobald die Schiffe abgetackelt waren, folgte ein zweyter Befehl,dessen Vollziehung nur dem allergtreuesten Theile des Heeres anvertraut wurde, und kraftdessen man sie mit Ausnahme der Schaluppen , die man zum Fischen beybehielt, alle miteinander auf den Strand laufen ließ. Das Einfädeln dieses verwegenen Entschlusses wirdnebst seiner Ausführung von den spanischen Geschichtschreibern unter die allergrößten Thatendes Cortez gezählt

r) Es ist zwar nicht ohne Beyspiel: der sicilia-nische Tyrann Agathokles, das Oberhaupt der Acto-lier, Timarchus, und Fabius Maximus thaten eingleiches. Allein, sie hatten mächtige Heere untersich, Cortez hingegen kaum eine Handvoll Volkes.Gleichwohl scheint Diaz del Castiilo seinen Ruhmetwas zu vermindern, indem er die Erfindung die-ses Anschlages sich selbst, und einigen andern Rath-gebern zuschreibt- Solls hingegen behauptet, nurbesagter Geschichtschreiber sage es entweder aus

Der

Bosheit oder aus Pralerey, und widerspreche sichselbst, indem er wenige Zeilen hernach gestehe:„Cortez habe die Entschließung, seine Schiffe auf„den Strand laufen zu lassen, aus eigeuer Bewe-„gung gefastet, nur aber habe es äußerlich scheinen„sollen, als ob sie von dm Befehlshaber» herrüh-re. „ Herrcra scheint dem Solls noch unerträgli-cher, wenn er saget: „ die Soldaten hätten auf li-„stiges Veranlassen des Cortez die Vernichtung„der Flotte selbst verlanget; denn er habe vvrgege-