ZO6 Reiser: und Entdeckungen
Aerdmand Bald darauf erschienen vier Mann in einer Schaluppe am Strande, gaben sich für Spa-'Lortez. i;> 9 . aus ^ uud verlängern, Ferdinand Cortez zu sprechen. Der Redner war Schreiber aufdem Schiffe, die übrigen begleiteten ihn nur, als Zeugen, daß er seinem Auftrage anden General ein Genüge gethan habe. Es bestund selbiger in folgendem. Weil derStatthalter zu Iamaica, Garay, auf erhaltenen Befehl vom spanischen Hofe neue Län-der zu entdecken und zu bevölkern, drey Schiffe nebst zweyhundert und sechzig Mann un-ter dem Hauptmaune Alfonso von Pineda ausgeschicket habe, um einen Theil dieser Küstein der Gegend von Panuco in Bosch zu nehmen und Pineda wirklich im Begriffe sey,bey Naothlan eine Pflanzstadt anzulegen, so lasse er den Cortez warnen, er solle auf die-ser Seite in den vorgeschriebenen Schranken bleiben. Ungeachtet nun eine Ankündigung,die in des Garay Namen geschah, nicht soviel zu bedeuten hatte, als wenn sie vom Statt-halter zu Cuba hergekommen wäre: so beschloß doch Cortez, den Schiffsschreiber in Ver-haft zu nehmen, weil er, auf des Generales Erbiethen, die beyderseitigen Forderungen mitdem Geschwaderobersten selbst ins Reine zu bringen, nicht annehmen, noch mit dieser Ant-wort an Bord gehen wollte. Nachgehends lauerte er die ganze Nacht und den folgendenTag am Ufer, in Hoffnung, es werde das lange Außenbleiben der Schaluppe noch mehrLeute aus dem Schiffe Herbeylocken. Es kamen auch wirklich noch fünfzehn Mann in einerandern Schaluppe angestochen. Cortez steckte viere von seinen Leuten in der GefangenenKleider, und stellete sie aus Ufer. Diese List brachte zwar die fünfzehn Mann wirklichzum Aussteigen: allein, sie werteten den Betrug allzugeschwind; und als Cortez mitseinen Leuten aus dem Hinterhalte hervorbrach, sprangen sie so hurtig in ihre Schaluppe,baß man nicht mehr als drey erhäschen konnte. Cortez machte sich wegen des Garay An-forderungen, als welche man ein andermal erörtern konnte, wenig Kummer, sondern keh-rete mit großer Freude über die neu angeworbenen sieben Mann, die bey gegenwärtigenUmständen eine schätzbare Verstärkung für ihn waren, nach dem Heere zurück. Manbrach hierauf unverzüglich auf. Die Spanier macheten den Vortrag; in einer mäßigenEntfernung folgeren dieJndianer unter Anführung des LVanegi, Teuche und Tamelli,dreyer der tapfersten Caciguen vom Gebirge.
konez Zug Den löten August wurde der Zug angetreten. Jalapa, Gacothima und Te--nach Hofe. chuela, waren biedersten Orte, die man berührete, und bis hierher hatte der Zug theilswegen des schönen Weges, theils wegen Willfährigkeit der Einwohner, welche noch un-ter die Bundesgenossen gehörcten, wenig Schwierigkeit. Allein, nachgehends mußte mandrey Tage zubringen, ehe man über das Gebirge kam. Hier fand man keine andere Wege, alsschmale Fußsteige am Rande jäher Abgründe, durchdringende Kälte und beständige Regen.Das Fortschaffen des groben Geschützes kostete erstaunliche Arbeit. Der Soldat hattebey Nacht keine andere Decke, als den freyen Himmel, bey Tage gar oft wenig zu essen,und bekam überhaupt hier einen Vorschmack der folgenden Beschwerlichkeiten. Oben aufdem Gipfel des Berges fanden sie einen Tempel und viele Waldungen, die aber den An-blick der Ebene ihnen nicht lange benahmen. Sie traten hiermit in die große und Volk-Provinz Zo- reiche Landschaft Zocorhla und fanden gleich in den ersten Orten soviele Bequemlichkeiten,cochla. daß sie alles ausgestandenen Elendes darüber vergaßen. Weil Cortez erfuhr, der Caci-que wohne nicht weit vom Gebirge in einer Stadt gleiches Namens, so machele er ihm
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