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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. ix Cap. zoy

durch zween Indianer seine Ankunft und Absicht zu wissen, erhielt auch eine sehr höfliche FerdinandAntwort. Bald hernach fiel ihm eine prächtige Stadt in einem weitläufigen Thale in Torte;. i;,->die Augen: und weil die weiße Farbe ihrer Gebäude einen ungemeinen Glanz von sich '

gab, so erhielt sie den Namen Castelblanco >:).

Der Cacique kam zwar den Ausländern mit einem zahlreichen Gefolge entgegen: al- St»lz eineslein, es blickete aus aller seiner Höflichkeit ein großes gezwungenes Wesen hervor. Cortez Caciqnen.nahm an seinem Orte gleichfalls ein halb freundliches halb majestätisches Wesen an sich;und weil er dachte, der Verdruß, den er an des Caciquen Gesichte wahrnahm, möchte ir-gend von einer Erbitterung gegen den Motezuma herrühren: fö wollte er ihm durch dieFrage, ob er ein Unterthan des Motezuma sey, Gelegenheit geben, sich besser herauszulas-sen. Allein, der Indianer antwortete mit ziemlichem Eifer: „Ist wohl ein Mensch auf„der Welt, der nicht ein Leibeigener oder Unterthan des Motezuma sey?,, Diese trotzigeAntwort verdroß den Cortez so sehr, daß er mit einem verächtlichen Lächeln antwortete:

„man müsse zu Zocothla schlechte Nachricht von der Welt haben, weil die Spanier unter„einem mächtigen Kaiser stünden, welcher mehr als einen Lehnmann von des Motezuma„Gelichter ausweisen könnte. „ Die Geschichtschreiber berichten dieses seltsame Gesprächeinhellig mit einerley Worten. Sie lassen hier den Cacique ein sehr ernsthaftes Wesen an Beschreibunzsich nehmen, und um die Sache auf einmal auszumachen, die Hoheit seines Gebiethers von seinemfolgender Weise beschreiben. ,,Motezuma sey der größte Fürst in der ganzen bewohnten Kaiser.

„Welt, davon die Indianer etwas wüßten. Es sey niemand im Stande, die Namen der„ihm unterworfenen Landschaften ins Gedächtniß zu fassen. Er habe seinen Sitz in ei-„ner unzugänglichen Stadt, mitten in einer ungeheuern See, darüber man nicht anders,

„als vermittelst schmaler Dämme, kommen könne. Diese Dämme hätten eine große Reihe„Zugbrücken, unter welchen das Wasser wegfließe. „ Nebst dem strich er die unermeßlichenReichthümer seines Kaisers heraus, die Gewalt seiner Waffen, und absonderlich das Un-glück derjenigen, die ihm den Gehorsam versageten, indem sie an seinen Festtagen zumSchlachtopfer dienen müßten. „Alle Jahre, beschloß er, werden mehr als zwanzigtau-„send Feinde oder widerspänsiige Unterthanen auf den Altären seiner Götter geopfert ?).„

Die Erfahrung lehrete nachgehendsdaß der Cacique die Wahrheit im geringsten Geschicktenicht durch Zusätze verstellet habe. Allein, man konnte an seinem ganzen Wesen, auch so- Antwort desgar an seiner Stimme abnehmen, daß er durch dieses Auskramen der mexikanischen Macht E°rtez.und Herrlichkeit, nicht sowohl Bewunderung, als Schrecken zu erwecken gedachter IndemCortez seine Absicht sogleich errieth: so verlängere er nichts zu bestreiten, sondern that viel-mehr, als ob ihm die Hoheit des Motezuma ohnedieß schon bekannt sey, und sagete: wenner seinen Kaiser nicht für so mächtig gehalten hätte, so wäre er nimmermehr bis vomEnde der Welt hieher gekommen, um ihm die Freundschaft eines andern noch mächtigernMonarchen anzubiethen. Er komme in friedlicher Gesinnung, und wenn er gewaffneterschiene: so geschahe es nur, um seiner Gesandtschaft desto mehr Ansehen und Nachdruckbeyzulegen. Soviel aber könne er dem Motezuma und allen Caciquen zur freundlichenNachricht melden, daß er deswegen, weil er Frieden suche, den Krieg im geringsten nichtfürchte, indem der geringste von seinen Soldaten im Stande sey, ein ganzes mexikani-sches Heer zu schlagen. Er ziehe den Degen nie zuerst: entblöße er ihn aber einmal: so

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