Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
315
JPEG-Download
 

in America. V Buch. IX Cap. ziz

belehren, und sie dadurch auf 'Friedensgedanken zu bringen. Aus dieser gedoppelten Ursa- Ferdinandche besetzete er ein in der Nahe befindliches Dorf auf einer Anhöhe, von welcher man die ^orte». r;i- .ganze Ebene bestreichen konnte. Die Einwohner liefen zwar bey seiner Ankunft davon,ließen aber so viele Lebensmittel zurück, daß er frischen Vorrath bekam. Indem der Ortfür sich selbst einer Vertheidigung fähig war: so fiel eö leicht, ihn durch Kunst noch fester zumachen, und die Zampoalaner arbeiteten mit unglaublichem Eifer daran, weil eö sie ge-waltig verdroß, daß der hohe Rath ihr Bündniß so verächtlich hielt. Sobald der spanischeGeneral dachte, er sey an diesem Orte nunmehr genugsam sicher, nahm er zweyhundertMann, halb Zampoalaner und halb Spanier zu sich, und rückte damit, um das feindli- Cortez gehtche Vorhaben zu erforschen, gegen Tlafcala. Einige Gefangene berichteten ihm, Tico- Abst auftencatl liege unweit der Stadt, und suche, ein neues Heer auf die Beine zu bringen. Die- Kundschaft,se Nachricht nöthigte ihn, seinen Standort wieder zu suchen, doch brannte er vorher einigeDörfer weg , um dem Feinde zu zeigen, daß er sich vor dem Kriege nicht fürchtete. Un-terdessen Hoffete er noch immer die Tlascalaner auf bessere Gedanken von seiner Gesinnungzu bringen, setzete zu diesem Ende zween Gefangene in Freyheit, und ließ dem Ticotencatldurch sie .vermelden: „Es schmerze ihn sehr, daß in der letzten Schlacht söviele brave„Tlascalaner umsLeben gekommen wären; die Schuld liege bloß an denen, welche ihr Vater-land vorsetzlicher Weise ins Unglück stürzeten, und solche Ausländer, die nichts als Frieden„sucheten, mit gewaffneter Hand empfingen. Er verlange nichts destoweniger und aller„empfangenen Beleidigung ungeachtet, hiermit noch einmal Frieden, und verspreche, alles„vorgefallene zu vergessen. Werde man aber nicht diesen Augenblick in seine Bitte willi-gen : so wolle er die ganze Stadt Tlafcala zerstören, und allen benachbarten Völkern zu„einem schrecklichen Beyspiele machen.,, Diese Erklärung hätte nach dem wirklich erlitte-nen ungemeinen Verluste vielleicht einige Wirkung bey dem hohen Rathe von Tlafcala gethan,wenn ihr nicht alle Wege, bis dahin zu gelangen, versperret gewesen wären. Voritzt, dasie bloß an den Ticotencatl gerichtet war, wurde er dermaßen rasend darüber, daß er dieUeberbringer für ihre Verwegenheit, ihm dergleichen Dinge vorzutragen, jämmerlich zu-richten ließ, und mit vielen Wunden an den Cortez zurück schickete. Zugleich ließ er ihmvermelden; „er habe sie deswegen nicht zu tödten verlanget, damit sie den Spaniern seine„endliche Entschließung melden könnten. Morgen mit anbrechendem Tage würden sie„ihn mit einem unzählbaren Heere erblicken. Er wolle sie alle mit einander lebendig grei-fen , und vor die Altäre seiner Götter schleppen, damit er denselbigen von dem Blute und„Herzen ihrer Feinde ein Opfer bringen könne §).„ Weil auch seine Antwort nebst diesemunvernünftigen Toben noch etwas höhnisches in sich halten sollte: so schickte er dreyhundertindianische Hühner und andere Lebensmittel ins spanische Lager, „damit, wie er demCor-„tez sagen ließ, die Feinde seiner Götter nicht etwa denken möchten, er wolle sie lieber mit„Hunger als mit Gewalt bezwingen, absonderlich aber, weil ihr Fleisch, damit er einen„großen Schmaus ausrichten wolle, desto schmackhafter seyn. möchte, wenn sie selbst zuvor„wacker gegessen hätten r). „

Rr 2 Dieser

sich bey dieser Gelegenheit allzuweit wagte. Er -) Soli« i8 Cap.hätte sich billig schonen sollen, saget Solls, weil

auf seinem Leben die Wohlfahrt aller seiner Leute ?) Diesen seltsamen Streich erzählet -Herreraberührte, lg Cap. 6 B. 6 Cap.