in America. V Buch. IX Cap. 321
viel Grausen, daß es zu zweifeln schien, ob es seinem Oberhaupte ferner Gehorsam leisten Ferdinandsolle. Ncotencatl wußte selbst nicht zu begreifen, wie sein Anschlag habe kund werden Lorrex.können, und bildete sich endlich ein, weil Ausländer seine Kundschafter gekennet, und ih- ^ '
res Herzensgedanken gewußt hatten, so müßten sie etwas göttliches an sich haben. Als ersich noch mit diesen Gedanken schlug, erschienen zween Bevollmächtigte des hohen Rathes,und entsetzeten ihn, zur Strafe für seine übermüthige Antwort, des Feldherrnamtes. SeineVölker bezeugeten schlechte Lust, ihn mit Gewalt dabey zu schützen, sondern liefen vielmehrim Augenblicke aus einander. Gleichwohl begab er sich unter dem Schutze seiner Freundeund Anverwandten nach Tlastala, wurde von ihnen dem hohen Rathe vorgestellet, undwieder ausgesöhnet -i).
Die Spanier brachten die ganze Nacht im Gewehre und in keiner geringen SorgcTlascalamschezu. Der folgende Tag verlief auf gleiche Weise, ja ungeachtet man von den Jndia- ""
nern, welche Lebensmittel lieferten, erfuhr, das tlascalanische Heer sey auseinander gegangen, ''so dauerte doch die Ungewißheit bis aus den folgenden Tag. Aber mit Anbruche desselbigensahen die Schildwachen einen Hausen Indianer auf das Lager zugehen. Cortez befahl, sieherbey zu lassen. Es war eine Gesandtschaft vom hohen Rathe, welche durch ihre Klei-dung und weiße Federn den Frieden öffentlich ankündigte, und aus vier ehrwürdigen Per-sonen bestund. Sie hatten ein großes Gefolge um sich, und eine Menge mit allerley Le-bensmitteln beladene Tamenes gierigen hinter ihnen her. Sie stunden zuweilen stille,neigten sich tief gegen das spanische Lager, und berührten dabey erstlich die Erde, hernachihre Lippen mit der Hand. Als sie nur noch einige Schritte weit vom Walle waren, bezeugetensie ihre Ehrerbiethung zum letzten male, und beräucherten die Festung. Marina erschienam Rande des Walles, und fragete in ihrer Sprache: wer sie hieher schicke, und in wel-cher Absicht? Die Antwort war, sie kämen im Namen des hohen Rathes und des Frey-staateS Tlascala, um Friede zu schließen. Hierauf wurde ihnen zwar der Eingang ver-gönnet: allein, weil Cortez für nöthig erachtete, ihnen Ehrerbiethung und Furcht einzuflö-ßen, so empfing er sie mit einer angenommenen großen Hoheit und einem ernsthaften Gesich-te. Nach wiederholtem Neigen und Berauchern, eröffneten sie die Ursache ihrer Gesandt-schaft, welche erstlich auf eine kahle Entschuldigung hinaus lief, daß nämlich alle Schuldauf dem ungezamten Verfahren der Otomies haste, und der hohe Rath nicht im Stan-de gewesen sey, die ungeschliffenen Kerl im Zaume zu halten. Sodann erbothen sie sich,die Spanier in ihre Stadt aufzunehmen, und dastlbst als Brüder und Schuhgötter zuhalten. Cortez verbarg die Freude, die er über diese Sprache empfand, und ließ sie mitVorsätze in der Ungewißheit, wozu er sich entschließen werde. E5 strich die Güligkeit her-aus, die er habe, bey so gerechten Ursachen zum Zorne, den Friedensvorschlägen noch ei-niges Gehör zu verleihen, da ihm doch ihr unbillig angefangener Krieg alle Gerechtsameeines UeberwinderS über sie ertheile. Unterdessen versprach er, die Waffen nicht wieder zuergreifen, erwerbe dann durch irgend eine neue Beleidigung darzu genöthiget, und wolleer dem Staate Zeit gönnen, das Vorgefallene durch eine schleunige Genugthuung zu ver-bessern. Bey dieser Antwort hatte er eine gedoppelte Absicht, erstlich ein gutes Vertrauenbey den Tlascalern zu erwecken, zweytens einige Tage Frist zu Pflegung seiner Gesundheit
den übrigen aber die Daumen abhacken. Eben- Soli« und Herrcra.das. -Herrcra.
Allgem. Reisebefthr. XIII Band. S ö