irr America. V Buch. IX Cap. 32z
Bezirke lebeten dem'erhaltenen Befehle so getreulich nach, daß sie nicht das allergeringste, Ferdinandauch nur statt einer Ergetzlichkeit annahmen. Zween Tage hernach erblickete man auf Eorre,.der Landstraße von Tlascala einen Haufen Indianer, welche mit allen Merkmaalen des ' ^ '
Friedens ihren Weg nach dem Lager nahmen. Cortez befahl, man solle sie ohne Aeuße-rung des allergeringsten Argwohnes einlassen. Er empfing sie in Begleitung der fünf
mexikanischen Gesandten, denen er vorher auf eine großmüthige Weise zu verstehen gab,
«r wolle vor seinen Freunden nicht das geringste heimlich halten. Das Oberhaupt derTlascaler war Tieotencatl selbst, und hatte er diese Verrichtung für sich ausgewirket, ent-weder um die vorige Gunst des hohen Rathes wieder zu gewinnen, oder wie Solis muth-maßet, weil er die Nothwendigkeit eines Friedens selbst einsah, vermöge seines Hochmu-theS*aber nicht leiden wollte, daß ein anderer, als er, dem Staate diesen Dienst leistensollte. Zu seiner Begleitung hatte er fünfzig der vornehmsten Herren, in einem sehr präch-tigen Aufzuge, bey sich. Von Gestalt war er ziemlich lang und schlank, aber gerade undstark. Er trug einen langen weißen Rock, der aber mit vielen weißen Federn und artigangebrachten Juwelen, nach Soldaten Art aufgeschürzet war. Ungeachtet seine Gesichts-bildung sehr unordentlich war: so blickete doch etwas majestätisches und kriegerisches heraus.
Nach einigen Neigungen auf indianische Weise, setzete er sich, ohne deö Cortez Erlaubnißabzuwarten, nieder, und sagete mit einem gesetzten Wesen zu ihm: „Er müßte gestehen,
„daß die Schuld wegen der vorgegangenen Feindseligkeit ganz allein auf ihm haste; denn„er habe sich eingebildet, die Spanier hielten es mit dem Motezuma, und den Culvas,
„deren Todfeind er sey. Weil er aber eines bessern belehret worden: so liefere er sich hiermit„in die Hände seines Ueberwinders, und wünsche nur, es möchte diese Unterwerfung fa-„hig seyn, die Verzeihung für seinen Staat auszuwirken, in dessen Namen er um einen„Frieden und zwar unter solchen Bedingungen, als dem Cortez zu bewilligen gefalle, anzu-suchen Vollmacht habe. Er bitte um Frieden zum ersten, andern und dritkenmale, im„Namen des hohen Rathes, des Adels und des Volkes; auch ersuche er den General, ih-„re Stadt mit seiner Gegenwart zu beehren. Er werde daselbst für sein ganzes Heer„Wohnungen in Bereitschaft finden. Bisher wären die Tlascalaner noch nie genöthiget„worden, ihre Thore zu öffnen. Sie führeten in ihrem Gebirge ein armes, arbeitsames„Leben, und hätten keine andere Schätze als ihre Freyheit geachtet. Nachdem ihnen aber„die Tapferkeit der Spanier durch die Erfahrung zur Genüge bekannt geworden: so verlan-deten sie, ihr Glück nicht weiter zu versuchen, sondern bäthen sich zur einzigen Gnade nur„dieses aus, man möchte ihre Götter, Weiber und Kinder verschonenF).„
Weil Cortez die Großmuth von Natur hochschätzete: so wurde er von dem edelmüthi- suchetgen Inhalte dieser Rede sowohl als von dem beherzten und unbekümmerten WesenTirotencatl ungemein gerühret, gab es auch den Anwesenden erstlich selbst zu verstehen/und ließ hernach dem braven Indianer eben diese Erklärung durch die Marina geben. Ersuchet« nicht nur durch dieses Merkmaal einer Hochachtung ihn auf seine Seite zu bringen,sondern auch ihn zu verhindern, daß er die Ursache, warum er so günstig aufgenommenwerde, irgend in einer andern Absicht suchen möchte. Nachgehende nahm er wieder ein
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iyrmermehr erwarten könne, gethan. Die Arzeney /) Solis ri Cap.aber habe erst den folgenden Tag gewirket. -Her-
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