Band 
Dreyzehnter Band.
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I28 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand mete ihnen das nächste Zimmer an dem seinigen ein, damit sie in desto größerer SicherheitLortex. izry. sey,, möchten k). Tlascala war damals eine sehr volkreiche Stadt, und lag auf vier Hü-' ^ ' geln, die sich von Osten nach Westen erstrecketen, und das Ansehen als vier Schlösser von

b^Stadt'^ iich gaben. Diese vier Vierthe! stunden unter vierCaciauen und Nachkömmlingen des erstenStifters, die Caciquen selbst aber unter dem hohen Rathe, in welchem sie Sitz und Stim-me hatten, und in Sachen, welche das gemeine Beste betrafen, Befehl empfingen. DieHäuser waren von mittelmäßiger Höhe und einem einzigen Stockwerke, aus Werkstückenund Ziegelsteinen erbauet, hatten flache Dächer und Erker. Die meisten Gassen warenenge, und krumm, so wie es die Beschaffenheit der Berge mit sich brachte. Die Bauartselbst war eben so außerordentlich, als die Lage, und merkete man wohl, es sey nicht sowohlauf die Bequemlichkeit der Einwohner, als auf ihre Sicherheit gesehen worden.

. Beschaffen- Die ganze Landschaft betrug etwa fünfzig Meilen im Umkreise, hakte von Osten nachheit der Land- Westen zehn Meilen in die Länge, und von Mitternacht gegen Mittag viere in die Breite,ffchast Tlasea- Land war überall ungleich und bergigt, dennoch aber fruchtbar, und wohl angebauet.

Es granzete fast auf allen Seiten an die Länder des mexikanischen Reiches: nur an derNordseite wurde es durch die beynahe unzugängliche Cordelieres eingeschlossen, und durchselbige von den Otomies, Totonaquen und andern ungeschlachketen Völkern getrennet. Eswar mit einer Menge sehr volkreicher Flecken und Dörfer angefüllet, und trug sehr vielMais, davon es auch seine Benennung bekommen hatte, indem Tlascala soviel als Brod-land bedeutet. Dabey fehlete es ihm nicht an einem Ueberstusse von mancherley und sehrvortrefflichen Früchten; zahme und wilde Thiere gab es gleichfalls in großer Menge. Nichtweniger brachte es viel Cochenille hervor, darinnen noch heutiges Tages sein größter Reich-thum besteht, wiewohl Solls versichert, die Einwohner hätten vor Ankunft der Spaniersie nicht zu gebrauchen gewußt-/). Doch, es waren diese ungemeinen natürlichen Vortheilenicht ohne große Beschwerlichkeiten. Die Nähe des Gebirges verursachcte nicht nur heftigeStürme und entsetzliche Orcane, sondern auch zuweilen Ueberschwemmungen, indem der soge-nannte Zahualfluß, nicht selten bis an die Gipfel der Anhöhen stieg. Ferner so verursachte seinWasser die Krätze, wenn man es trank oder sich darinnen badete ?n). Noch ein anderesUnglück für die Tlascalaner war der Salzmangel. Zwar konnten sie aus den mexikani-schen Landschaften soviel Salz, als sie nur wollten, gegen ihr Getreyde eintauschen: allein, siewollten nach ihrem Begriffe von der Unterwürfigkeit, lieber dieses Nahrungsmittel missen,Vorsicht des als mit ihren Feinden die allergeringste Gemeinschaft pflegen »). Eine dermaßen beschaf-Lortez. sene Staatskunst verursachete nebst noch andern Anmerkungen, daraus Cortez die ganzeaußerordentliche Gemüthsart dieses Volkes erkannte, ihm eben sovielen Kummer, als Be-wunderung. Zwar ließ er seinen Argwohn nicht blicken, wohl aber seine Wohnung sorg-fältig bewachen,und nahm allezeit, so oft er ausgieng, eine gute Anzahl mit Schießgewehrebewaffneter Leute zu seiner Bedeckung mit. Eben so wenig durften seine Leute anders als inziemlicher Anzahl, und mit gleicher Vorsichtigkeit in der Stadt herum gehen. DiesesMistrauen verursachte bey den Indianern Betrübniß, und bey dem hohen Rathe Klagen.Cortez gab zur Antwort: er sey von der Tlascalaner Aufrichtigkeit vollkommen versichert,und könnten sie von der seinigen nicht weniger überzeuget seyn. Scharfe Wache zu halten,

sey

6) -Herrera setzet des Cortez Einzug zu Tlascala auf den Men des HerbstmoxateS. Solls hin-gegen, aus dem Dia) auf denrzsten.