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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap. 329

sey in Europa ein allgemeiner Gebrauch, und müßten die Soldaten ihre Uebungen mitten Ferdinandim Frieden machen, damit sie in der Wachsamkeit und im Gehorsame blieben. - Ihr Ge- Lorre;. i;i-.wehr hätten.sie deswegen ohne Unterlaß bey sich, weil es ihr Ehrenzeichen sey, dabey man " '

sie kenne. Mit dieser angegebenen Ursache war der Rath zufrieden; dem Ticotencatl,welcher von Natur ein kriegerisches Gemüth besaß, gefiel die spanische Weise sowohl, daßer sich vornahm, sie bey dem Kriegesvolke des Staates ebenfalls in Schwang zu bringen o),und alle Bedenklichkeit der Tlascalaner fiel nunmehr weg. Cortez begriff an seinem Orte Er machet sichwohl, was er von einem so verständigen und kriegerischen Volke hoffen könnte, beschloß bey dm Tla-also, die Liebe und Hochachtung deffelbigen auf alle nur mögliche Weise zu gewinnen. Alle ^

seine Leute mußten zu dieser Absicht das Ihrige ebenfalls beytragen; und diese Aufführungzog die gewünschte Wirkung sehr bald nach sich, die Höflichkeit und Geschenke, die ihm vonallen Städten und Orten des Staates zustoßen, gaben ihm hiervon alle Tage einen neuenBeweis. Der hohe Rath ließ es sich gefallen, daß man den schönsten Saal in der spanischenWohnung statt einer Kirche gebrauchte. Man errichtete einen Altar darinnen, und lasin Gegenwart der vornehmsten Indianer, welche mit großer Ehrerbiethung zusahen, Messedarauf. Einstens fragte einer von den ältesten Rathsherren den Cortez, ob er sterblich ei-

sey? Denn, sagte er, euere Handlungen haben etwas übernatürliches an sich; sie lassen über dieeben diejenige Hoheit und Gütigkeit, die wir den Göttern beylegen, an sich blicken. Nur N ligion derbegreifen wir nicht, was diese Ceremonien bedeuten, indem es scheint, als ob ihr einer hö- Callilianer.Hern Gottheit euere Unterthänigkeit erwiest. Alle Anstalten sind wie bey einem Opfer be-schaffen ; gleichwohl sehen wir nicht, daß etwas geopfert oder dargebracht werde. Cortez ge-stund, er und alle seine Leute wären zwar sterblich, sie hätten aber mehr Verstand undStarke, als andere Menschen, weil sie in einer trefflichern Gegend geboren wären. Zugleichnahm er Gelegenheit,aus der Gesinnung dieses Rathsherrn die Neigung der übrigenTlastalanerzu erforschen, und sagte, die Spanier erkennten nicht nur einen himmlischen Oberherrn,sondern sie machten sich auch eine Ehre daraus, Unterthanen des allermächtigsten Fürstenauf dem ganzen Erdkreise zu seyn, und stünden die Tlascalaner voritzt ebenfalls unter ihm,weil sie als Brüder der Spanier allerdings eben denselbigen Gebiether haben müßten. DerRathsherr hatte nebst seiner Gesellschaft gegen die Oberherrschaft des Königes von Spanienwenig einzuwenden, wenn er sie nur gegen die Gewaltthätigkeiten des Motezuma schützte:allein, sie bezeugten schlechte Lust, ihrem Glaubensirrthume zu entsagen. JhreAntwort war,der Spanier Gott sey ohne Zweifel sehr groß, vielleicht auch höher, als die ihrigen: allein,es müsse jedwedes Land seine eigenen Götter haben. Ihr Staat bedürfe einen, der sie gegendie Sturmwinde beschütze, noch einen, welcher den Ueberschwemmungen, die ihre Aernteverderbten, abhelfe, noch einen zum Beystande im Kriege, und so weiter, für jedwederBedürfniß einen eigenen, indem es nicht möglich sey, daß ein einziger so vielerley besorgenkönne. Als hierauf Cortez einem Fekdpater befahl, diese elenden Begriffe zu widerlegen: so Cortez willhörten sie ihm zwar sehr aufmerksam zu, bathen aber den General nach Endigung seiner die Abgötterei,Rede inständig, er möchte nicht erlauben, daß dieses Religionsgespräch außerhalb seiner abschaffen.Wohnung ruchbar würde, weil ihre Götter, wenn sie Nachricht davon bekämen, dieSturmwinde aufbiethen, und ihr ganzes Land zu Grunde richten würden. Cortez war in

sei-

d /) Solis z B, 1 Cap. Herrera 14 Cap. «) Ebenvas.

M) Solls am angef. Orte. «) Ebenda/.

Allgen,. Reisebeschr. Alll Band. T t