Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
330
JPEG-Download
 

3Z0

Reisen und Entdeckungen

Ferdinand seinem Eifer beynahe schon Willens, alle Götzenbilder in Stücken zu schlagen, und verließLorte) ILI- . sich darauf, daß ihm eine ähnliche Unternehmung zu Zampoala gelungen sey. Allein, der^ ' Pater stellete ihm vor, Tlascala sey ohne Vergleich volkreicher, als Zampoala, und die Na-

Warurn er es tjon weit streitbarer. Nebst dem schickete sich die Gewalt nicht zu den Lehrsätzen des Evan-unterläßt. ^lü, sondern man müßte den wahren Gottesdienst durch Unterweisen und durch Vorspielevorher liebenswürdig machen, ehe man ihn einführet: wollte />). Doch wurde der hoheRath durch die Gründe des Generales überzeuget, daß die Menschenopfer etwas demRech-Die Men- te der Natur entgegenlaufendes waren. Sie wurden folglich abgeschaffet. Man ließ einefthenopfer große Menge Gefangener los, welche an den Hauptfesten geopfert werden sollten. Mannorden abge-ihre Gefängnisse, oder vielmehr die Käfichte, darinnen man sie mästete, bey hel-schant- irm lichtem Tage entzwey; und die Priester waren genöthiget, ihren Unwillen in der Stillezu verbeißen ^).

Cortez beur- Als Cortez diese wichtigm Geschaffte zu Stande gebracht hatte, hielt er für nöthig, dielaubet die me- mexicanischen Gesandten zu beurlauben; denn bisher hatte er bloß, damit sie Zeugen seinesTriumphes seyn mußten, seine Antwort immer aufgeschoben. Marina mußte ihnen inesan trn. girier Gegenwart melden, sie könnten dem Kaiser, alles, was vor ihren Augen vorgegangensey, berichten, nämlich: wie inständig die Tlascalaner um den Frieden gebethen, wie siedurch ihre Demuth desselbigen sich würdig gemachet, und wie getreulich sie denselbigen bis-her beobachtet hätten. Voritzt stehe dieses Volk unter keinem Befehle, und hoffe er es,vermöge seiner über sie habenden Gewalt, wieder unter des Kaisers Gehorsam zu bringen.Eben dieses sey nebst noch andern weit wichtigern Gründen, ein Bewegungsgrund, war-um er seine Reise fortsetzen, und die Gnade des Motezuma durch eine mündliche Un-terredung auswirken müsse, um endlich sein Bündniß und feine Gnade zu verdienen. DieGesandten sahen gar wohl ein, was diese Rede sagen wollte und reifeten mit den Kennzei-chen eines lebhaften Verdrusses unter der Bedeckung einiger Spanier ab, die sie bis andie Länder des Reichs führeten. Auf ihre Abreise folgete die Ankunft einer großen AnzahlAbgeordnete aus den vornehmsten Plätzen derProvinz. Sie kamen, der Krone Spanienihre Unterthänigkcit in den Händen des Cortez zu bezeugen, welcher im Namen des Kö-niges Karls förmliche Urkunden darüber errichten ließ ch.

Ein Berg bey Es ereignete sich zu der Zeit ein Zufall, welcher die Spanier erstaunet machte und

r>E'ala spey- den Indianern viel Schrecken verursachte, den aber des Cortez Geschicklichkeit zum Bor-et Feuer. Heile seiner Unternehmungen'anzuwenden wußte. Von der Höhe, worauf die StadtTlascala liegt, entdecket man in einer Entfernung von acht Meilen die Spitze eines Ber-ges , der sich weit über andere erhebt. Auf einmal brachen aus demselben Wirbel vonRauche hervor, die mit vieler Geschwindigkeit in die Lust stiegen, ohne der Heftigkeit desWindes nachzugeben, so lange bis sie ihre Kraft verloren hatten, und sich in Molken ver-theilten , die mehr oder weniger dunkel waren, nachdem sie eine Menge Asche und Dün-ste mit sich geschleppt hatten. Diese Wirbel schienen bald mit Flammen oder Feuerkugeln

unter-

/>) Soli« ebendas.

-) Es erzählen alle spanische Geschichtschreiberals eine angezweifelte Sache, Cortez habe an keinTage, da er seinen Einzug in die Stadt gehalten,«nweil derftlbigen ein Kreuz aufrichten lassen.

Darauf habe sich eine Wunderwolke vom Himmelherabgelassen, allmählich die Gestalt einer Seuleangenommen, und auf dem Kreuze geruhet- Hiersey sie drey bis vier Zahre also geblieben. Sie ha-be ein sanftes Licht von sich gegeben, welches durch