in America. V Buch. IX Cap. 357
Man srtzeke zwar Wachen an alle Zugänge; man verdoppelte die in dem Quartiere; man Ferdinandstellen Schildwachten auf die Straße und vergaß nicht die geringste Vorsicht: es blieben Lorre). ';'9 -aber doch die Thüren für des Kaisers Bediente, die man insgesammt kannte, und für diemepicanischen Herren, die ihm ihre Aufwartung machten, offen; jedoch mit diesem Vorbe-halte, daß man, unter dem Vorwande,die Verwirrung ;u vermeiden, nur eine gewisse An-zahl hinein ließ, so wie die andern beurlaubet wurden. Gleich in dem ersten Tage statte-te Cortez einen Besuch bey dem Kaiser ab, nachdem er ihn mit eben den Ceremonien, dieer stets beobachtet hatte, um ein Gehör ersuchen lassen. Er dankete ihm, daß er diesesHaus mit seiner Gegenwart beehret hätte, als wenn sein Aufenthalt daselbst frey wäre; unddieser Herr stellete sich, eben so vergnügt zu scheinen, als ob die Spanier keine Zeugen vonseinem Widerstände gewesen wären. Er theilete ihnen eigenhändig viele Geschenke ausdie er sich in dieser Absicht bringen ließ; und an statt daß er seinen Staatsbedienten dasGeheimniß seiner Gefangenschaft hätte entdecken sollen, so bemühete er sich vielmehr, allenihren Argwohn zu vertreiben, um wenigstens die Würde seines Ranges in der Einbildungder Mexicaner zu erhalten. Unter denjenigen, die sich nicht bereden konnten, daß er freywäre, lobeten einige, welche des O.ualpopoca Aufführung verdammcten, ihres Herrn seine,und nannten es eineHoheit der Seele, daßerseine Freyheit zum Pfande gesehet, um zu zeigen,daß er unschuldig wäre. Andere waren überzeuget, es hätten ihm ihre Götter, mit denen sie ihmeinen vertrauten Umgang zuschrieben, dasjenige eingegeben, was seinem Ruhme am anstän-digsten wäre. Die Weisesten verehrten seinen Entschluß, ohne sich die Freyheit zu nehmen,ihn zu untersuchen, um so vielmehr, weil er die kaiserlichen Verrichtungen eben so ordentlichausübete. Er gab Gehör und hielt seinen Staatsrath in eben den Stunden. Die Staats-geschaffte wurden nicht verabsäumet; und was die Spanier selbst Wunder nahm, so schiensich sein Vertrauen gegen sie täglich zu vermehren.
Man brachte aus dem kaiserlichen Pallaste alles, was ihm auf die Tafel gesetzet wer-den sollte. Die Anzahl der Schüsseln war viel größer, als sie jemals gewesen war; unddiejenigen, die er nicht angerühret hatte, wurden sogleich den spanischen Soldaten gegeben.
Er kannte alle ihre Befehlshaber mit Namen: und man bemerkete, daß er so gar ihreunterschiedene Gemüthsart und Neigungen ausgeforschet hatte x). Die Vertraulichkeit ^/),worinnen er mit ihnen lebete, machete, daß sie zuletzt glaubeten, er hätte seinen Unwillenvergessen, oder die beständigen Zeugnisse, die er von ihrer Ehrerbiethung und Gewogenheiterhielt, hätten ihn überredet, daß sie nur auf seinen Ruhm und auf die Gerechtigkeit ge-sehen L). Man erklärete ihm sorgfältigst die Grundsätze des Christenthumes; und Cor-tez trieb seinen Eifer so weit, daß er eine Zusammenkunft der vornehmsten Herren der Na-tion verlängere, um ihnen die Ungereimtheiten des Götzendienstes in einer sehr sonderbarenRede vorzustellen, die uns Herrera erhalten hat «). Allein, sie hatte eben so wenig Ein-druck bey ihnen, als die besondern Unterweisungen beym Motezuma. So gar ein Wun-
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allezeit, daß er diese Mühe übernehmen möchte. r) Matt verstattete ihm zuweilen die Freyheit,
Soli» IH B. 20 Cap. Er mag nun entweder von auf dem See strahieren zu fahren und sich in sei-Natur leutselig und freygebig gewesen seyn und sein ncn Lusthäusern zu vergnügen: er war aber stetsUnfall ihn zu seiner Natürlichen Gemüthsart zurück mit einer spanischen Wackre und einer großen An-gebrachthaben; oder er mag sich auch Gewalt ange- zahl Tlasralaner begleitet, die ihn des Abendsthan haben, den Spaniern zu gefallen, so brachte er wieder in sein Gefängniß brachten Herreraes doch dahin, baß sie ihn als einen Bruder oder Ba- VIll B. 4 Cap. a) Eben-. 7 Cap.ter liebeten. Herrera am a. O.