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Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

FerdinandLotte;. l;>9-

Der Tod desEscalante undArquello wer-den gcrächet.

Der Kaiserwird in Fessel

Sieget-

Aufführungdesselben da-bey.

Vermerk, womit die Geschichtschreiber des Cortes Glauben beehren 6), konnte die in derGewohnheit des Irrthumes und Lasters verhärteten Herzen nicht überwinden.

Indessen brachte der Haupcmann der Leibwacht, welcher in die Landschaft der Toto-naquen gejchickt worden, den O-ualpopoca und seine vornehmsten Hauptleute in Bandengeführet. Sie hatten sich ohne Widerstand bey Erblickung des kaiserlichen Siegels erge-ben. Cortez erlaubete, daß sie gerade zum Motezuma geführet würden, weil er wünsche-te, daß dieser Herr ihnen befehlen möchte, es zu verhehlen, daß sie auf seinen Befehlgehandelt hätten. Sie wurden darauf zu ihm gebracht; und der Befehlshaber, welchersie führete, sageke ihm im Namen des Kaisers, er könnte die Wahrheit von ihnen erfor-schen, und sie nach aller der Scharfe bestrafen, die ihr Verbrechen verdienete. Sie ge-stunden gleich anfangs, daß sie den Frieden durch einen ungerechten Krieg gebrochen,und daß sie an der Ermordung des Arguello Schuld wären, ohne daß sie sich mit dem Be-fehle ihres Herrn zu entschuldigen fuchsten. Als man ihnen aber angedeutet hatte, sie wür-den scharf bestrafet werden: so warfen sie einmüthig ihr Vergehen auf ihn- Cortez woll-te ihre Aussage nicht anhören, die er für einen Betrug ansah. Die Sache wurde in demKriegesrathe untersuchet; und die Schuldigen erhielten das Urtheil, sie sollten vor demkaiserlichen Pallaste lebendig verbrannt werden.

Man berathschlagete sich so gleich wegen Vollstreckung dieses Urtheiles. Es schienviel daran gelegen zu seyn, daß solche nicht aufgeschoben würde. Aus Furcht aber, derKaiser möchte darüber böse werden, und sich der Unglücklichen annehmen, deren ganzesVerbrechen in der That darinnen bestund, daß sie seinen Befehlen gehorsam gewesen, faste-te Cortez einen Anschlag, welcher alles übertrifft, was man nur kühnes bisher in seinenEntschließungen gesehen hat, und nicht anders kann entschuldiget werden, als weil es ihmso leicht gefallen, diesen Herrn dahin zu bringen, daß er sich gefangen nehmen lassen. Erließ sich Fesseln holen, dergleichen man den Spaniern anlegete, welche solche Strafe ver-dienet hakten. Er begab sich damit nebst einem Soldaten, der solche öffentlich trug, derDonna Marina, die zur Dolmetscherinn dienete, und einer kleinen Anzahl seiner Hauptleu-te in des Kaisers Gemach. Er unterließ nichts von seinen gewöhnlichen Ehrenbezeugungen,womit er ihm zu begegnen pslegete. Darauf erhob er seine Stimme mit einem stolzen Toneund meldete ihm, sein Heerführer und die andern Strafbaren wären zum Tode verdammet,nachdem sie ihr Verbrechen gestanden hätten: er wäre aber selbst dessen von ihnen beschul-diget worden, indem sie behauptet, sie hätten solches bloß auf seine», Befehl gethan; sostarke Anzeigen verbänden ihn, sich durch einige persönliche Büßung davon zu befreyen;die regierenden Häupter wären zwar nicht den Strafen der gemeinen Gerechtigkeit unter-worfen ; sie müßten aber eine höhere Gerechtigkeit erkennen, welche über ihre Kronen einRecht hätte, und der sie Genugthuung schuldig wären. Darauf befahl er mit einem ge-bietherischen und unbeweglichen Gesichte, ihm die Fessel anzulegen; und nachdem ersich so gleich hinweg begeben, ohne ihm Zeit zu lassen, zu antworten, so ertheilete er Be-fehl, man sollte keinem von seinen Staatsbedienken erlauben, zu ihm zu gehen.

Eine so schimpfliche Begegnung seßete den Motezuma in eine so große Bestürzung,daß es ihm so wohl an Kraft gebrach, zu widerstehen, als sich zu beklagen. Er blieb lan-

o.e

S) Sie erzählen, als das Wetter sehr trockengewesen, und die Götzenpriester ihre Götter verge,

bens um Regen gebethen, so habe ihnen Cortezsolchen auf einen gewissen Tag versprochen, und da

sey