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Reisen und Entdeckungen
Ferdinand den Fenstern ihrer Wohnung an vielen Ortenmnd in verschiedenen Entfernungen lichter in Ge-Lortez. 1520. stgft brennender Lunten schimmern. Bey diesem Anblicke gedachten sie nicht anders, als es' ^ stehe eine große Anzahl BüchsenschüHen im Hinterhalte. Unterdessen waren es nur Io-
hanneswürmchen, welche in diesem Welttheile weit größer und glänzender, als in dem misti-gen sind, folglich den Wahn erwecketen, als ob des Cortez Angriff durch ein mächtigesHeer unterstützet werde F). Als man nun das grobe Geschütz ungesäumet gegen die Thür-me wendete, und sie in Brand zu stecken drohete, welches denn sehr leicht geschehen konnte,übrigens aber einem jedweden, weicher auf die Seite des Ueberwinders treten wolle, gänzli-che Verzeihung, den übrigen hingegen freyen Abzug nach Euba versprach: so legte der größteTheil das Gewehr nieder. Cortez befahl, so wie sie Schaarenweise angezogen kamen, sieaufzunehmen, und sorgfältig zu bewachen; und es wurden so gar seine heimlichen Anhän-ger nicht verschonet; denn da ihr Beyspiel die übrigen nach sich zog, so wollte er sie nichtzu erkennen geben. Es war auch die Anstalt, die Gefangenen zu entwaffnen, in der Thathöchst nöthig; denn da ihnen der anbrechende Tag die geringe Anzahl ihrer Ueberwinderzeigte, so bedauerten sie es allgemein, daß sie sich durch eine blinde Furcht übermeisternließen. -l>). Gleichwohl machte sie des Cortez Leutseligkeit, und die vortheilhafte Mey-nung, die sie in kurzer Zeit von seiner Gemüthsbeschaffenheit fasteten, diesem Feldherrndermaßen zu eigen, daß auch nicht ein einziger das Anerbiethen, nach Cuba übergesetzt zuwerden, annahm. Nun war noch die Reuterey zu bezwingen übrig; denn weil sie keinenAntheil am Gefechte nehmen konnte, so hatte sie den Ausgang desselbigen im freyen Feldeabgewartet. Man gewann sie aber durch gelinde Mittel, ohne große Mühe. Cortez ver-lor nicht mehr als zween Mann im Gefechte. Zween andere starben nach einigen Tagenan ihre«: Verwundungen. Auf des Narvaez Seite zähleke man fünfzehn Todte und einegroße Menge Verwundete, r).
Demüthi- Cortez gönnete sich zwar die Freude, seinen Gefangenen zu besuchen, aber anstatt ihngungdesNar-bey seinem Unglücke zu verhöhnen, trat er unangemeldet in sein Zimmer, und war, wievaez- Solis versichert, gesonnen, ihn nur unvermerkt zu betrachten. Weil ihn aber die Ehrer-biethung der Soldaten verrieth: so wandte Narvaez sich zu ihm, und sagte mit ziemlichemStolze: k) „Herr Hauptmann, ihr dürfet euch kecklich auf euer Glück, das mich zu euerm„Gefangenen gemachet hat, etwas einbilden.,, Dieser Hochmuth schien dem Cortez einerDemüthigung würdig zu seyn. Er antwortete ihm also ganz gelassen: „Mein guter„Mann! Alles, was Gott thut, ist wohl gethan; doch kann ich euch aufrichtig versichern,„daß ich den itzt erhaltenen Sieg, und euere Gefangenschaft unter meine geringsten Thaten„rechne.,, Er ließ ihn sorgfältig verbinden, und sodann nach Vera-Cruz abführen. /)Eifer der In- Mit anbrechendem Tage erschienen erst die zweytausend Chinanklequen, weil es ihnendianer für den angewendten Fleißes ungeachtet nicht möglich gefallen war, den beschwerlichen Weg ge-
schwin-
F) Solls lo Cap. Herrera meldet hiervonnichts.
ö ) -Herrera erzählet, als zwo spanische Frauen-zimmer, welche Narvaez mitgebracht hatte, seineUeberwindung und Gefangenschaft erfahren, hattensie zum Fenster hinaus gerufen: O ihr Taugenichtsvon Soldaten! euch gehörete die Spindel und nichtder Degen. Unglücklich ist die Weibesperson, die sich
euch anvertrauet hat. Hierauf hätten sie den Cor-tez zu sprechen verlanget, und seine Tapferkeit un-gemein heraus gestrichen. Am angef. O. 4 C.
i) Solis aus dem Diaz, am angef. L>. Herrerameldet nur eilf Todte. IV C.
X-) Mit einer solchen Art, saget Solls, darausman merken konnte, er empfinde sein Unglück noch
nicht