z84 Reisen und Entdeckungen
Ferdinand Völkern, die wegen Zeitmangels seiner Kriegeszucht noch nicht gewöhnet waren , von sehrLotte;, izro . gefährlicher Folge seyn könnte. In dieser Verlegenheit beschloß er, sie zu neueu Eroberun-' " " gen zu gebrauchen. Dem Johann Velasquez von Leon befahl er, die Landschaft Panuco mit
zweyhundert Mann zu bezwingen. Ordaz sollte mit einer gleichen Anzahl die LandschaftCuazacoalco bevölkern. Die noch übrigen sechshundert Mann schienen ihm hinlänglich ge-nug, seinen Einzug in Mexico mit dem Prachte eines Siegers, welcher dabey den äußerlichenSchein einer Bescheidenheit beybehalten wollte, zu halten.
Die Spanier Aber eben als er sich zum Aufbruche rüstete, lief ein Schreiben vom Alvarado ein,'"e dn^bela- welches ihn, alle seine Anschläge zu ändern, nöthigte. Man berichtete ihm, die Mexicanergert.hätten zum Gewehre gegriffen, und ungeachtet der Kaiser tret, verblieben, und aus ihremBezirke nicht gewichen sey, unterschiedliche Stürme gewaget. Bey dem Soldaten, welcherdiese Zeitung brachte, war noch ein kaiserlicher Böthe. Dieser letztere mußte vorstellen, essey in deß Kaisers Vermögen nicht gestanden, dem rasenden Beginnen der Aufrührer Ein-halt zu thun, unterdessen dürfe doch Cortez sicher glauben, er werde den Alvarado unddessen Leute nimmermehr schutzlos lassen, gleichwie er denn auch die schleunige Rückkunftdes Cortez nach Mexico für das sicherste Mittel halte, aller Unruhe ein Ende zu machen.Dieses Verfahren des Kaisers mochte nun aus Furcht vor seiner eigenen Person, oder auseiner bloßen Besorgniß vor seinen Gästen herrühren, so war doch in einem wie im andernFalle die Aufrichtigkeit seiner Meynung außer allem Zweifel.
Bey so dringenden Umständen war wenig Rathschlagens nöthig. Die neuen Sol-daten bezeugeten eben den Eifer, ungesäumt nach Mexico aufzubrechen, als die alten, und in-dem dieser Zufall einen geschickten Vorwand, des Verkheilens der Kriegesmacht überhobenzu seyn, an die Hand gab: so betrachtete man ihn als ein vorläufiges Anzeichen, daß dieBezwingung des mericanischen Reiches ihren Anfang mit Eroberung der Hauptstadt neh-men sollte. Ränzel mußte als Nachgeordneter des Sandovals mit einer ziemlich starkenBesatzung zu Vera-Cruz verbleiben. Dem ungeachtet belief sich die übrige Macht beyder Musterung noch auf tausend zu Fuß, und hundert Reuter, sämmtlich wohl bewaffnet.Cortez ließ sie um das Land nicht allzusehr zu beschweren, auf unterschiedlichen StraßenDie Tlasealer fortrücken. Den l7ten des Brachmonates erreichte man Tlascala, woselbst der hohe Rath nachbiethen ihre fej„xm beständigen Hasse gegen die Mexicaner, seine gesammte Kriegesmacht zu des Älva-H ft "v. Befreyung anboth. Allein, weil es dem Cortez bedünkte, es zeuge der Eifer der
Rathsglieder mehr von einem Hasse gegen ihre Erbfeinde, als von einer Neigung gegendie Spanier, so begnügte er sich, um den Motezuma nicht zu erschrecken, noch die Aufrüh-rer bis zur Verzweifelung zu treiben, nur mit zwey tausend Mann. Seine Absicht war,einen friedlichen Einzug in der Hauptstadt zu halten, und die Gemüther vielmehr durch Ge-lindigkeit zu gewinnen, als an die Bestrafung der Missethäter zu gedenken.
Schlimme Den 24sten kam er vor Mexico, und hatte unterwegeö keinen andern Verdruß, alsAnzeigungen, das Einlaufen vieler theils ungewisser, theils widersprechender Berichte auszustehen gehabt.
Eben
o) Soli« D. 4 Cap. II. so gar in Gegenwart der mericanischen Herren ei-
?) Unterdessen behauptet sowohl Diaz, als Her« nige zu dessen Beschimpfung gereichende Worte auS-rera: es habe Cortez seine freundliche Bewillkommung gestoßen. Nur besagte beyde Schriftsteller beschul-sehr schlecht erwiedert, er habe sich, ohne ihn einer digen ihn eines Uebermuthes wegen seiner Macht.Antwort zu würdigen, in sein Gemach begeben, ja Hingegen bemühen sich Gomera und Solls ihren
Helden