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Dreyzehnter Band.
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590 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand auch waren auf allen Selten viele Löcher hineingebohret, durch welche man, ohne sich imLorte,. i;ro. mindesten bloß zu geben, Feuer geben konnte. Es schien diese Erfindung ungemein be-' " guem zu seyn, nicht nur um die Soldaten zu decken, sondert! auch um die Gebäude der

Stadt desto leichter in Brand zu stecken, und die quer über die Gasten gezogenen Bollwer-ke durchzubrechen. Einige Geschichtschreiber legen dem Cortez über die bisher erwähntenBewegungsgründe auch noch diesen bey, daß er die Mericaner durch den ungewöhnlichenAnblick in Bestürzung zu sehen gesuchet habe.

Abermaliger Von den Hofbedienten, welche man um einen Vergleich zu versuchen ausgeschicketAusfall. hatte, kamen einige sehr übel zugerichtet wieder, andere blieben bey den Aufrührern. Weilder Kaiser nichts sehnlicher wünschete, als seine Unterthanen gehorsam zu sehen: so ärgerteer sich ungemein über ihre Halsstarrigkeit, und rieth dem Cortez nunmehr, ohne Gnade undBarmherzigkeit mit ihnen umzugehen. Es wurde ein neuer Ausfall beschlossen. Beydiesem Treffen gieng es erschrecklich zu. Der Feind erwartete den Streich nicht, der ihmdrohcte, sondern gieng den Spaniern mit erstaunlichem Muthe entgegen. Man bemerkete, daßdie Indianer diesesmal mit größerer Ordnung und Richtigkeit, als man sonst an ihnen ge-wöhnet war, angeführet wurden. Sie schössen zugleich ab; sie vertheidigten ihre Stelleohne Verwirrung. Kaum hatten die Spanier sich in die Stadt gemachet: so waren schon,um ihnen den Rückweg abzuschneiden, alle Brücken abgebrochen. Sogar in den Was-sergräben waren Mericaner, und jedweder Spanier, der dem Rande zu nahe kam, wurdemit Pfeilen und Hassagayen bewillkommet. Die hölzernen Thürme wurden durch entsetz-lich große Steine, die man ausdrücklich deswegen auf die flachen Dächer gebracht habenmußte, zertrümmert. Das Gefecht währete beynahe den ganzen Tag. Man wachsteden Spaniern und ihren Bundesgenossen das Fortrücken bey jedwedem Abschnitte vonneuem streitig. Hierbei) litt die Stadt ungemein viel. Es geriethen nicht wenige Häu-ser in Brand; und weil die Mexicaner diesesmal dem Schießgewehre näher kamen, als invorigen beyden Gefechten: so verloren sie auch weit mehr Leute. Mit einbrechender Nachtwar Cortez zwar Meister von vielen Gegenden, die er aber zu behaupten nicht willens war:er sah also wohl, daß ihm seine Unternehmung wenig Nutzen schaffete, und gebrauchen denerfochtenen Vortheil weiter zu nichts, als daß er sich glücklich in sein Quartier zurück zog.

Er hatte zwar nur vierzig Mann, und meistens Tlascaler eingebüßet; hingegen warenwohl zwey Drittheile seiner Leute verwundet, und er selbst hatte einen Pfeilschuß durch dieHand bekommen.

' Diese Wunde gab ihm einen guten Vorwand, sich in sein Zimmer zu begeben: es istaber aus seinem ersten Berichtschreiben x) zu ersehen, daß er noch eine andere und weittiefere Wunde an sich spührete. Der Ausgang der heutigen Schlacht hatte ihn überzeuget,er müsse, bey längerer Fortsetzung dieses Krieges, nothwendiger Weise, entweder sein Volkoder seine Ehre verlieren. Aus der Hauptstadt von Merico zu weichen, daran konnte er .

ohne äußersten Gram nicht gedenken, und doch wußte er keine Möglichkeit, wie er längerdarinnen aushalten könnte, auszudenken. Als die Nacht über diesen schwermüthigen Ge-danken verstrichen war: so brachte ihm der anbrechende Tag eine neue Kränkung mit. Dennweil Motezuma keine Hoffnung vor sich sah, daß ihm seine Unterthanen, so lange als er dieSpanier um sich behalte, Gehorsam leisten würden: so ließ er ihm schlechterdings anbefeh-len,

v) Lärms al Emperador.