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Dreyzehnter Band.
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398 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand schicket, um den Weg nach Tlascala unbrauchbar zu machen. Einige GeschichtschreiberLorre». izr-o. behaupten, um der tiefen Einsicht des Cortez Ehre zu machen, er habe zwar die ganze List^ ^ zum Voraus eingesehen, doch aber für bester erachtet, eines ihm verhasteten Gefangenen

lvö zu werden, als die wahre Gesinnung der Feinde zu offenbaren.

Anstalten des Als er an der Sache nicht mehr zweifeln konnte: so verfuhr er nach seiner gewöhnlichenCortez zum Weise, das ist, er besann sich nicht lange, sondern sobald ihm die Hindernisse bekanntAbzüge. waren, legete er Hand an, sie zu heben. Er befahl, ohne die Ursache zu melden, einetragbare Brücke von so dicken Balken und starken Dielen, daß sie das grobe Geschütz tra-gen könnten, zu verfertigen. Zu Folge des Entwurfes, den er selbst davon gewachst hatte,waren vierzig Mann im Stande, sie bequemlich zu regieren und fortzuschaffen. Hernachberief er alle seine Befehlshaber zusammen, und stellete ihnen sowohl die obschwebende Ge-fahr, als die Mittel, ihr zu entgehen, vor Augen. Nun wurde zwar die Nothwendigkeit desAbzuges in keinen Zweifel gezogen: ob man ihn aber bey der Nacht unternehmen sollte,darüber konnte-man ziemlich lange nicht einig werden. Diejenigen, welche den Tag vor-zogen, führeten an, wie beschwerlich es falle, mit grobem Geschütze und Berathe, auf un-bekannten Wegen und auf einem mitten durchs Wasser geführten Damme, bey dunklerNacht fortzukommen, absonderlich da man Brücken schlagen, und die Beschaffenheit desWeges erst auskundschaften müßte. Hingegen machten sich die andern von einem Abzügebey hellem lichten Tage noch eine weit gefährlichere Vorstellung, indem es ja aus denVerschanzungen der Feinde zur Gnüge erhelle, daß er den Zug, soviel als möglich, zu ver-hindern gedenke. Wie dürfe man doch ein unaufhörliches Gefecht bey dem Uebergangeüber den See wagen, da man weder die Leute in Reihen und Glieder stellen, noch die Rei-terey gebrauchen könne, zugeschweigen, daß man nicht nur die Mexicaner von vorne durchbre-chen, und vom Rücken abhalten müsse, sondern auch dem Angriffe ihrer Canote auf beydenSeiten bloß stehe. Endlich wurde die Nacht durch Mehrheit der Stimmen dem Tagevorgezogen; und weil Cortez die Entscheidung dieser Sache den meisten Stimmen nurdeswegen überlassen hatte, damit er den Ausgang nicht zu verantworten haben möchte:so that er, als ob er der starkesten Anzahl weiche. Aus Beysorge, der Feind möchte, wennihm lange Zeit gelassen werde, diesem wichtigen Vorhaben nur desto stärkere Hindernissein den Weg legen, wurde die Ausführung desselbigen nicht langer, als bis auf die nächsteNacht verschoben. Man arbeitete mit solchem Eifer an der Brücke, daß sie noch vor Ab-laufe des Tages fertig wurde. Allein, bey dieser Eilfertigkeit vergaß man, entweder daßdie Mexicaner die Dämme bereits an mehr als einem Orte durchstochen hatten, und daßfolglich mehr als eine Brücke nöthig falle, oder verließ sich vielmehr allzusehr auf die Be-quemlichkeit, sie von einem Graben zu dem andern zu bringen, und man stellete sich diesesallzuleicht vor e).

e) Dia; erzählet, er habe bey dieser Gelegenheit,den Reden eines spanischen Sterndeuters, NamensBotello, einigen Glauben zugestellet. Zwar habe ersonsten eine große Verachtung gegen den Mann be-zeuget. Als er aber zu ihm gekommen und betheuert,man müsse noch diese Nacht aufbrechen; versäumeman den gegenwärtigen günstigen Stand der

Sterne, so werde das ganze Heer z» Grunde ge-hen ; so habe Cortez auf einmal ein gutes Ver-trauen zu seiner Kunst gewonnen. Soli» hältfür wahrscheinlicher, er habe nur bey gegenwärtigergroßen Gefahr einen geschickten Gebrauch dieser ansich selbst ungearündeten Weißagung gemacket, undseine Leute dadurch angefrischet. Besagter Botello

war