in America. V Buch. ix Cap. Z99
Als die Nacht einbrach, schickete man unter dem Verwände, auf den Schluß des FerdinandVergleiches zu dringen, zween Gefangene in die Stadt, und man hoffcte durch diese List Eorrez. i;ro.den Mexicanern weis zu machen, als ob man ihre Antwort in Gelassenheit erwartete. Al- ^ ^ '
lein, Cortez dachte nur die kostbare Zeit wohl anzuwenden. Er stellete seine Befehle mit fol-cher Sorgfalt und Vorsichtigkeit aus , daß sie alle und jede Umstände in.sich zu begreifen Truppen,schienen. Zweihundert Spanier machten mit den tapfersten Tlafealanern und zwanzigReitern den Vortrab. Ihre Anführer waren Gonzalez von Gondoval, Azebedo,
Ordaz, Andreas Tapia und Lugo. Der Nachzug war etwas stärker, und wurdedenen mit dem Narvaez angekommenen Befehlshabern, unter Anführung Peters vonAlvarads und Johann Velasque; von Leon, anvertrauet. Die Hauptmacht bestundaus der übrigen Mannschaft, und hatte das Geschütz, und Geräkhe nebst den Gefangenen beysich. Um seine eigene Person behielt Cortez hundert auserlesene Soldaten unter denHauptleuten Alfonso d'Avila, Glid und Bernardm Tapia, damit er auf alle dreyHaufen Achtung geben, und den Notleidenden zu Hülfe kommen könnte. Nachdem er Fehler, den er
seine Meynung eröffnet hatte: so ließ er den Schatz, welcher bisher unter Christoph von Guß-^eht.
manns Verwahrung gewesen war, herbringen. Er nahm den fünften Theil für dieKrone davon, um ihn den königlichen Beamten einzuhändigen, und damit wurden einigeverwundete Pferde beladen. Das übrige, welches siebenhundert tausend Thaler betrug,wollte er im Stiche lassen, und sagete, es sey eine Schande für Kriegesleute, wenn siebey solcher Gelegenheit, da sie die Hände zu Vertheidigung ihrer Ehre und ihres Lebens ge-brauchen sollten, Gold darinnen trügen. Unterdessen da die Soldaten diesen Verlust mei-stenteils bejammerten, und über einen so großmüthigen Entschluß schlechte Zufriedenheitbezeugten: so ließ er noch einige Worte schießen, daraus man schließen konnte, es mög«jedweder so viel zu sich nehmen, als er zu tragen sich getraue. Dieses hieß der Bescheiden-heit der Soldaten allzuviel getrauet. Die meisten beluden sich mit einer unverständigenGierigkeit, die sie nachgehends zu spat bereueten, und theuer bezahlen mußten/).
Es war beynahe Mitternacht, als die Spanier aus ihrem Quartiere aufbrachen. Weil ^ dweder ihre Schildwachen noch die ausgeschickten Parteyen auf der Stadtseite das ge- Spanier."ringste Merkmaal einer Unruhe vermerketen: so zogen sie eine Zeitlang mit Hülfe derDunkelheit und des Regens in größter Stille, woran die Furcht wenigstens eben so vielAntheil hatte, als der Gehorsam. Die fliegende Brücke wurde bis an den ersten Grabengebracht, und der Vortrab kam glücklich darüber: allein, weil das Gewicht des schwe-ren Geschützes und der Pferde dieses Gerüste in die aufgeweichte Erde und zwischen dieSteine hinein gedrücket hatte: so schien es sehr schwer zu seyn, es geschwind genug los zumachen, daß man es vor Anbruche des Tages an die übrigen Qeffnungen bringen könnte. ErstaunlicheDie Befehlshaber macheten Anstalt darzu, und es wurden ihre Befehle mit ungemeinem ^ )wierigkei,Eifer vollzogen. Cortez selbst war mit dem ersten Haufen übergegangen. Er ließ selbi-gen
war «In freywilliger Soldat, und wurde lange ne verborgen stecket«. Solls am angef. Ortea. b.
Zeit hernach nur der Hexenmeister genennet, dar- rr-z S. Es scheint auch, Cortez habe sich aufderaus er sich eine Ehre machte. Er besaß übrigens Mexieaner Gewohnheit, bey Nacht kein Gefechtenicht die geringste Gelehrsamkeit, sondern gebrau- zu wagen, ziemlich stark verlassen, ungeachtet siechete nur allerley Zahlen, wunderliche Züge und Vieselbige schon einigemal bey Seite gesetzet hatten.
Sprüche, darinnen, wie der Geschichtschreiber sa-get, ein verdammliches Bündniß mit dem Sata- /) Ebendas. a. d. 227. S-