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Reiser: und Entdeckungen
Ferdinand Es begegnete ihm ein Glück, das er nimmermehr vermuthete. Die Mexicaner ließenLortt). i;ro. ihm Zeit, sich zu erholen. Dieses Stillesitzen des Feindes rührte von einem Zufalle her,' " ' davon er damals nichts wußte, indem derselbige erst nachgehends vermittelst anderer Bege-
. Bekommen ^^helten zu seiner Wissenschaft gelangete. Man fand nämlich unter den niedergehauenenemigeRuht auch zween Söhne des Motezuma, welche seit der Spanier Ankunft beständig
um ihren Vater gewesen waren. So bald man diese unglücklichenPrinzen erkannte, über-fiel alle Einwohner von Mexico, bey welchen die Ehrerbiethung gegen das kaiserliche Ge-blüt bis zur Anbethung gieng, gleichsam eine Todesangst, die sich über alle Stände desReichs ausbreitete. Der neue Kaiser mußte, um die Liebe seiner Unterthanen zu gewinnen,Antheil an ihrer Betrübniß nehmen, und befehlen, man sollte das Ableben beyder Prinzen,von itzt bis an den Tag, da ihre Leichname nach dem gewöhnlichen Begräbnisse ihrer Vor-altern abgeführet würden, dem Herkommen gemäß mit Trauern und großem Klaggeschreyebegehen. Allein, ungeachtet es die Spanier diesem Zufalle zu danken hatten, daß manihnen einige Ruhe gönnete, so bedauerten sie dennoch die beyden Prinzen ungemein. Sieverehreten in ihrer Person die Gütigkeit ihres Vaters, und hatten überdieses einen großenTheil ihrer Hoffnung auf die Ansprüche derselbigen gebauet.
Werben un- Das Heer nahm unter Anführung der tlascalischen Völker ihren Weg nach diesemterwcgens an- Lande. Man war noch nicht weit gekommen, so erblichste man schon einige mexikanische§,fallen. Haufen, in einiger Entfernung hinter dem Heere herziehen. Sie kamen aus Tacuba,Escapulzaco, und Tenecuyao, und sollten auf des Kaisers Befehl die Spanier bis nachgeendigtem Leichenbegängnisse aufhalten. Anfänglich blieben sie ziemlich weit entfernet, undließen es bey bloßem Schimpfen bewenden. Als aber allmählr'g von allen Seiten mehrereHaufen zu ihnen stießen: so näherten sie sich mit solcher Verwegenheit, daß man, um sie zuempfangen, sich wenden mußte. Cortez gab seinem Treffen die größte Länge, die er nurkonnte, und stellete die Büchsenschüßen ins erste Glied; denn da er im freyen Felde fechtenmußte, so suchete er sich gegen das Umringen zu verwahren. Seine Reuter setzten zumöftern unter großem Blutvergießen in die Feinde hinein, und vertrieben ihnen die Hitzeziemlich. Die Schützen setzeten an ihrem Orte die hitzigsten ins Gras; und also blieb esbey einigen Pfeilschüssen, davon man wegen der Entfrnung nicht den geringsten Schadenlitt. Doch endlich erwuchs der Feind zu einem so großen Schwärme, daß Cortez für dasbeste hielt, eine gewisse mit einigen Gebäuden besetzete Höhe, davon man die ganze Ebene be-streichen konnte, zu gewinnen. Dieser Zug fiel ungemein beschwerlich. Denn so bald dieSpanier fortrückten, fielen ihnen die Mexicaner mit aller Gewalt in den Rücken: manmußte folglich alle Augenblicke sich wenden, und sie fortjagen. Doch mit Hülfe eines be-ständigen Feuers, und absonderlich der Pferde, über deren bloßen Anblick die Indianervom platten Lande noch immer zitterten, erreichte man endlich den Fuß der Anhöhe; undIhr Zu- es war voritzt nur noch die einzige Schwierigkeit übrig, den Feind unterdessen, da manfiuchtsork. diesen Ort vertundschaftete, und die Spanier ihn allenthalben, wo Weg war, in Unordnungbestiegen, von sich abzuhalten. Einige auf dem Abschüsse gestellte Haufen Büchsenschü-Hen, benahmen dem Feinde die Lust, einen Sturm zu wagen, und verschafften den Spa-niern Zeit, sich fest zu setzen. Nur besagter Ort, der ihnen das Leben rettete, war ein Tem-pel
L ) Ebendas. a. b. 244 und vorherg. S. «m der Verwundeten willen,
r) Einige Geschichtschreiber sagen, zween Tage, ^) Wie es scheint, so sühnten die Tlascaler, um
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