Band 
Dreyzehnter Band.
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4O4 Reisen und Entdeckungen "

Ferdinand war, sondern sie bezeugten vielmehr über die Ankunft der Spanier eine besondere Freude,Lorre » . 1520 . ^r,d bedieneten sie mit aller Willfährigkeit. Aber alles dieses freundschaftliche Bezeugen' " ' zielere listiger Weise nur dahin ab, die Spanier aufzuhalten, und desto »»vermutheter in die

Falle zu bringen. Unterdessen gereichete es doch den Spaniern zu einem nicht geringenVortheile, indem sie wieder zu Kräften kamen. Man schaffete ihnen Lebensmittel imUeberfluffe. Ja, es trugen sogar die benachbarten Dörfer, ohne daß die geringste Ge-walt nöthig gewesen wäre, das Ihrige zur Erquickung der Ausländer bey. Es schien, alsob sie sich bemüheten, sie wegen ihres auf dem beschwerlichen Zuge ausgestandenen Unge-maches zu trösten /).

Das Heer brach wieder auf, und nahm seinen Weg nach dem Gebirge Otumba, wel-ches auf jener Seite an ein Thal gleiches Namens stieß, und, wofern man das tlascali-sche Gebieth betreten wollte, nothwendig überstiegen werden mußte. Als man aus demDorfe zog, nahmen die Einwohner auf einmal ein ganz anderes Bezeugen an sich. IhreReden waren voller Spöttereyen, und schienen eine Freude über ein bevorstehendes Unglückanzudeuten. Marina hörere, daß sie öfters untereinander sageten: „gehet nur hin, ihr„Straßenränder; ihr werdet bald an einem Orte seyn, da euers Gebeines nicht davon„ kommen wird.,. Diese Reden macheten dem Cortez schwere Gedanken. Er hielt es füreine ausgemachte Sache, das Heer habe einen Hinterhalt oder irgend eine andere Verrä-therey zu erwarten. Denn er hatte an den Mexicanern öfter als einmal eine gewisse kindi-sche Plauderhaftigkeit bemerket, die sie unaufhörlich reizete, ihre allerwichtigsten Heimlich-keiten , ehe man daran dachte, zu verrathen. Nun setzete er zwar, dieses Argwohnes unge-achtet, seinen Weg.dennoch fort: allein, er nahm daher Gelegenheit, seinen Leuten Mutheinzusprechen, und einige Parteyen voraus zu schicken. Von, diesen erfuhr er, sie hätteneben vom Berge einen unzähligen Schwärm Feinde unten im Thäte erblicket. Es warErstaunliches nicht nur eben dasjenige Heer, das am ersten Tage abgewichen war, sondern ein allgemei-ner. «es Aufgeboth der völligen Hauptmacht des Reiches. Man hatte sie anfänglich nachMexico berufen, um die Spanier in ihrem Quartiere anzugreifen, nach dem Abzüge der-selbigen aber bekamen die sämmtlichen Völker Befehl, sie sollten auf unterschiedlichenWegen nach dem Thale Otumba rücken. Denn weil dasselbige den Spaniern zu vermei-den unmöglich siel: so wollte man daselbst den lehren Versuch thun, ob man sie nicht end-lich übermannen könne. Besagte Völker waren auch mit so großer Eilfertigkeit fortgezo-gen , daß sie schon das ganze Thal anfülleten. Nach des Solls Urtheile war die ganzeUnternehmung so genau und ordentlich eingerichtet worden, daß sich kein Volk, es möchteso viel Einsicht und Erfahrung im Kriege haben, als es immer wollte, derselbigen zu schä-men Ursache hätte«). Es bestund dieses Heer aus mancherley Völkern, die an dem Un-terschiede ihrer Fahnen und Federn kenntlich waren. In der Mitte erschien der Reichsfeld-herr, auf einem prächtigen Tragestuhle, gab seine Befehle aus, und ließ sie vor seinemAngesichts vollziehen. Auf seinem Schenkel führete er das kaiserliche Panier, welches niemalseiner andern Hand, als der seinigen, anvertrauet, noch bey einer andern als höchstwichtkgenGelegenheit gebrauchet wurde. Es bestund aus einem Netze von geschlagenem Golde, aneiner mit vielen Federn bekröneten Stange, und macheten die Federn wegen der Mannich-faltigkeit ihrer Farben ein sehr schönes Ansehen.

/) Ebendas.a. d-rzz S.