4o6 Reisen und Entdeckungen
Ferdinand Begleiter die Fahnenwache, welche aus lauter Edelleuten bestund, auseinander stauberke,Correz. i;ro . ^ dem Feldherrn selbst mit einem Lanzenstoße von seinem Tragsessel hinunter. Weildie Edelleute bereits zerstreuet waren: so stieg ein gemeiner Reuter er) vom Pferde, machetedem Feldherrn vollends das Garaus, und überreichte dem Cortez das Panier,erobert. Sobald die Mexicaner diesen kostbaren Schatz in des Feindes Gewalt sahen, senketen
sie alle ihre Fahnen, warfen ihr Gewehr weg, und ergriffen alle miteinander die Fluchtnach dem Gehölze, damit das Gebirge bewachsen war. In einem Augenblicke sahen dieSpanier keinen einzigen Feind mehr vor sich. Cortez befahl, die Flüchtigen zu verfolgen,weil an ihrer gänzlichen Zerstreuung das Hauptwerk lag. Er selbst war mit einem Stein-wurfe , der seine Sturmhaube durchdrang, und ihm eine schmerzliche Verwundung verur-sachete, an den Kopf getroffen worden. Dieser Anblick machte seine Leute halb rasend, siethaten ihr äußerstes, ihn zu rächen, und metzelten eine erstaunliche Menge Mexicaner, dieman wenigstens auf zwanzig tausend schätzet, nieder. Man rechnet diesen Sieg unter dieberühmtesten, welche die Europäer jemals in America davon getragen, ja es haben sogar ei-nige andächtige Geschichtschreiber den heiligen Apostel Jacob Theil daran nehmen lassen,indem, wie sie vorgeben, viele Gefangene sehr deutlich sahen, daß er für die Spaniexkämpfete o).
Der VII Abschnitt.
Das Heer erreichet das tlascalische Gebieth. Wiees empfangen wird. Sein Einzug in Tlascala.Krankheit des Cortes. Nachrichten aus VeraCruz. Mexicanische Gesandtschaft. Xicoten-carls Verschwörung. Krieg mit den Tepeaquen.Die Stadt Segura de la Frintera wird angele-get. Tod des neuen Kaisers. Nachfolger des-selben. Anschläge des Cortes. Seine Anstal-ten zur Eroberung von Mexico. Zwey Schiffeaus Cuba werden weggenommen. Cortes erhältnoch mehrere Verstärkung. Trauer der Spa-nier über des Magiscatzin Tod. Cortes beschließt,Mexico zu erobern. Musterung seiner Völker.
Kriegesverordnung. Treulose« Beginnen des
Caciquen von Tezcueo. Entdeckung desselben.
Cortes sehet einen andern Caciquen zu Tezcuco.'Die Spanier greifen Jztacpalapa an; werdendurch Ueberschwemmung abgetrieben; auf demRückzüge angegriffen. Cortes bewundert dieKriegeslist der Mexicaner. Er theilet seineMacht. Sieg des Sandovals. Cortes schicketeinige mexicanische Gefangene zurück. Die Bri-gantinen gehen von Tlascala ab. Pralerey ei-nes tlascalischen Caciquen. Cortes greift dasReich mit großer Gewalt an- Die Spanierwerden in die Falle gelocket. Cortes wird mitSpaniern verstärket. Sandoval schlägt die Me-xicaner. Verschwörung wider des Cortes Leben.Mäßigung des Cortes bey seiner Rache. Auf-stand und Bestrafung des Xicotencatls.
Das Heer er- K?ortez zog seine Völker zusammen, und verlangete von der Bestürzung der Feinde keinenreichet 'das Vortheil zu haben, als seinen Zug fortzusetzen. Den folgenden Tag erreichte
er das tlascalische Gebieth , das ihm an der großen Gränzmauer, und davon man die Ue-^ ' berbleibsel noch heutiges Tages sieht, kenntlich fiel- Die Freude der Spanier war dem
ausge-
») Er war von Adel und hieß Johann von Sa-lamanca. Der Kaiser Karl der V, belohnet« seineThat, und verlieh ihm den Federstutz, damit dasmexicanische Panier bekrönet gewesen war, zumHelmschmucke. Solls a. d. 26 S-0 ) Ebendas. a. d. 262 S- Sie geben vor, eshabe das feindliche Heer aus ungefähr zwey hun-
dert tausend Mann bestanden, und um das bevor-stehende Siegesgepränge, welches für unfehlbar ge-halten wurde, desto prächtiger zu begehen, seineallerkostbaresten Sachen bey sich gehabt; also, daßdie Beute sehr ansehnlich war. Ebendas.
/>) Sie erzählen, Magiscatzin sey am ersten aufde» Cortez zugetreten, und nachdem er ihn lange
Zeit