Band 
Dreyzehnter Band.
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4O3 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand Gebräuche enthält. 2). Aber mitten unter diesen Lustbarkeiten entzündete sich seine letzthinLorke;. i;ro. empfangene Wunde, weil sie bey so weniger Ruhe nicht recht gewartet werden konnte; er^ ^ verfiel in ein hitziges Fieber, das ihm alle Kräfte benahm, und sein Aufkommen Zweifel-

Krankheit des haft machte. Die Spanier betrachteten diesen verdrießlichenZufall als ein Unglück, das ihnenCortej. einen weit ärgern Verlust, als den Verlust ihres Vermögens, drohe, und wurden entsetzlich be-stürzet darüber, wiewohl sie doch endlich dem Himmel danketen, daß sie bey dermaßen gefähr-lichen Umständen unter einem Volke, das Treu und Glauben halte, sich befänden. Anstattihre Bestürzung Vortheilhaft anzuwenden, und das Joch vom Halse zu werfen, schienvielmehr die ganze Nation eben so betrübt, als die Spanier selbst zu seyn. Es wurdennicht nur alle Lustbarkeiten eingestellet, sondern es gab auch jedermann alle Merkmaale ei-ner großen Betrübniß von sich. Der Adel wich weder Tag noch Nacht aus dem Pallastedes Magiscatzin, in welchem Corkez abgetreten war. Der gemeine Mann lief schwarm-weise herbey, heulete und schrie, und es war kein anderes Mittel da, ihn zu stillen, als daßman durch die ganze Stadt ausrufen ließ, es falle dieses Gelärme der Genesung des Kran-ken äußerst hinderlich. Der hohe Rath berief alle Aerzte im ganzen Lande zusammen,undversprach demjenigen eine große Belohnung, welcher ein dermaßen gewisses GenesungS-mittel vorzuschlagen wisse, daß er für dessen unfehlbaren Erfolg seinen Kopf und seiner An-gehörigen Leben zu verpfänden sich getraue. Die ganze Wissenschaft dieser Aerzte bestundin Kenntniß der Kräuter, die sie nach Beschaffenheit ihrer Tugend und Wirkung mit einerweisen Ermäßigung gebrauchten, und mit selbigen, so wie es der Zustand der Krankheitund die ausbuchenden Zufälle erforderten, öfters abwechselten. Cortez hatte seine Gene-sung in der That bloß ihrer Geschicklichkeit zu danken; und als hierauf die allgemeine Freu-de mit eben so großem Ungestüme ausbrach, als vorhin die Betrübniß, so war er gewißgenug überführet, wie weit er sich auf die Liebe der Tlascaler verlassen könne.

Nachrich- Seit der Unruhe zu Mexico hatte er nicht die geringste Nachricht aus sek-ttn aus Vera-E Pssanzstadt erhalten, und diese Nachläßigkeit des Roderich Ränzels, welchenSandoval als seinen Stadtverweser daselbst gelassen hatte, verursachte ihm allmäh-lich einigen Kummer. Die Läufer des Staats, welche den mexikanischen an Geschwindig-keit nicht das geringste nachgaben, brachten ihm innerhalb weniger Tage die Nachricht, essey zu Vera-Cruz alles ganz ruhig, und es lebeten die benachbarten Bundesgenossen in voll-kommener Eintracht mit ihren Gästen. Nur hätten sich acht und fünfzig spanische Sol-daten auf den Weg gemacht, zu ihm zu stoßen: weil man aber seitdem nichts von ihnenerfahren habe, so befürchte man, sie wären bey ihrem Durchzuge durch die Landschaft Te-peaca, von den dasigen Einwohnern niedergemacht worden. Dieses Unglück gieng ihmsehr zu Gemüthe; denn er hatte auf diese Verstärkung Rechnung gemacht, und wußte ausder Erfahrung, daß ein einziger Spanier so gut war, als einige tausend Indianer. 7).Ersah wohl, die Nothwendigkeit erfordere es schlechterdings, die Urheber dieserTreulosigkeit zu bestrafen, absonderlich da die Landschaft Tepeaca also gelegen war, daß siealle Gemeinschaft zwischen Vera Cruz und Mexico abschnitt, und man vor allen Dingendiese Straße in seiner Gewalt haben mußte, ehe man etwas weiteres unternahm. Unter-dessen verschob er doch seine anfänglich genommene Entschließung, den hohen Rath um ei-nigen Beystand zu dieser Unternehmung anzugehen: denn er hatte erfahren, es hät-ten

S) Die meisten Nachrichten setzen diesen Einzug in den Heumonat, einige aber in den August.